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Donnerstag, 12. September 2019

Konzilsakten: So kommunizierte man in der Antike

Medien verkünden heutzutage Entscheidungen des Bundestags. Und in der Antike? Für die damaligen Bischofskirchen waren Konzilien eine wichtige Methode der Entscheidungsfindung, und die Kommunikation der Verhandlungsergebnisse fand mittels Konzilsakten statt. Einige dieser Akten – die zu einem großen Teil aus Protokollen bestehen – sind erhalten. Eine wahre Fundgrube für Forschende: „Die Konzilsakten stellen in vielerlei Hinsicht eine Schatzkiste dar, sie sind bislang aber jenseits der theologischen Aspekte kaum erforscht“, stellt Historiker Dr. Dr. Dr. Peter Riedlberger von der Universität Bamberg fest. Er erhielt 2015 einen ERC Starting Grant, die international bedeutendste Auszeichnung für exzellente Nachwuchswissenschaftler. Von den rund 1,5 Millionen Euro des Europäischen Forschungsrats (ERC) stellte er ein internationales Team zusammen, um das umfangreiche Material interdisziplinär zu untersuchen. Erste Ergebnisse stellt das Team nun vor.
Konzilien waren Bischofsversammlungen, die theologische und andere kirchliche Streitfragen verbindlich klärten. Derlei Fragen hatten in der Spätantike besondere Bedeutung, denn in dieser Zeit bildete sich das Christentum mit tatkräftiger Unterstützung der kaiserlichen Zentrale als dominierende Religion des Römischen Reiches heraus.
Die wichtigsten erhaltenen Akten stammen von den drei Ökumenischen Konzilien von Ephesus (431 n. Chr.), Chalcedon (451 n. Chr.) und Konstantinopel (553 n. Chr.) sowie von der Synode von Jerusalem/Konstantinopel (536 n. Chr.). Diese Texte edierte der Philologe Eduard Schwartz Anfang des 20. Jahrhunderts in seinem monumentalen Werk „Acta conciliorum oecumenicorum“. Der Forschergruppe um Riedlberger sind bereits entscheidende Durchbrüche gelungen. Dank einer sorgfältigen Analyse der Konzilsprotokolle, bei der auch statistische Methoden zum Einsatz kamen, ließen sich Unterschiede zwischen Sprech- und Schreibstil einzelner Akteure bestimmen.

Mehr Informationen stehen unter http://www.uni-bamberg.de/news/artikel/erc_starting_grant und http://www.uni-bamberg.de/en/erc-stg-aco/theproject bereit.  

via https://idw-online.de/de/news723370

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