Der Ur-Ur-Enkel eines Ehepaares, das auf demselben Friedhof bestattet ist wie George Orwell,
hat die Genehmigung erhalten, seine Vorfahren umzubetten, um zu
verhindern, dass Besucher auf dem Weg zur letzten Ruhestätte des als
Eric Arthur Blair geborenen Schriftstellers über deren Grab trampeln.
Obwohl nicht gläubig, verfügte Orwell drei Tage vor seinem Tod, dass
sein Leichnam „nach den Riten der Kirche von England beerdigt (nicht
verbrannt)“ werden solle, und zwar „im nächsten geeigneten Friedhof“. Er
gab auch genaue Anweisungen über „einen schlichten braunen Stein“ und
die ebenso schlichte Inschrift, die vermerkt: „Hier liegt Eric Arthur
Blair, geboren 25. Juni 1903, gestorben 21.Januar 1950.“
Orwell starb in einem Londoner Krankenhaus. Sein Freund David Astor, der
damalige Besitzer des „Observer“, für den Orwell über den Spanischen
Bürgerkrieg berichtet hatte, organisierte jedoch die Bestattung auf dem
Friedhof von Allerheiligen in Sutton Courteny, einem kleinen Dorf an der
Themse, etwas südlich von Oxford. Ein halbes Jahrhundert später wurde
Astor dort selbst zur Ruhe gelegt.
Der in Sutton Courtney lebende Nachkomme fürchtet, dass die vielen Pilger zu Orwells Grab wegen eines geplanten Anbaus an die Kirche
künftig eine Abkürzung nehmen werden, die über das Grab seiner
Vorfahren führt. Die Diözese von Oxford machte eine Ausnahme von der
Regel, dass eine christliche Beisetzung in geweihter Erde endgültig sei,
und genehmigte die Exhumierung.
via https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/pilger-an-orwells-grab-sorgen-fuer-unruhe-auf-dorffriedhof-16315469.html
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