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Mittwoch, 15. Januar 2020

ONLINE-AUSSTELLUNG: Peter Handke - Aus dem Archiv

Der Nobelpreis für Literatur 2019 ging an Peter Handke – „für ein einflussreiches Werk, das mit sprachlicher Genialität die Peripherie und die Spezifität der menschlichen Erfahrung erforscht“, so die Begründung der Schwedischen Akademie. Mit mehreren Beständen und einer großen Bandbreite an Materialien verzeichnet das » Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek die umfangreichste und vielfältigste Sammlung zum Leben und Werk des österreichischen Schriftstellers.
Anlässlich der Verleihung präsentiert das Literaturarchiv eine kleine digitale Ausstellung aus diesem reichhaltigen Fundus. In 18 Stationen, die Text-, Bild-, Audio- und Videomaterial umfassen, macht die Schau Handkes Werdegang von seinen ersten, aufsehenerregenden Veröffentlichungen 1966 bis zum Nobelpreis nachvollziehbar. Sie bietet Einblicke ins Archiv und in das » Literaturmuseum, wo ausgewählte Exponate im Original zu besichtigen sind. Zwischen 2011 und 2015 dienten diese Bestände als Ausgangsmaterial für die „Forschungsplattform Peter Handke“ am Literaturarchiv und ihre umfangreiche Website » Handkeonline.
Archive und Bibliotheken weisen in die Vergangenheit und in die Zukunft. Mit dieser Perspektive bilden sie auch eine notwendige Ergänzung zur aktuellen Medienberichterstattung. Sie zeigen Zusammenhänge und Entstehungsgeschichten auf und ermöglichen einen differenzierten Blick auf die teils heftig geführten Debatten, die Handke nicht erst seit dem Nobelpreis begleiten.
Handkes Poetik ist nicht zu trennen von seinen öffentlichen Positionen und seinem Werdegang als Schriftsteller. Sein Werk eignet sich wie kaum ein anderes, über die Beziehungen zwischen Werk, Person und Öffentlichkeit, über Literatur, Politik und Engagement nachzudenken. Im besten Falle geht es auch darum, was Literatur kann und soll. Neben Manuskripten, Typoskripten und Notizbüchern finden sich auch unerwartete Objekte in den Beständen Handkes, wie z. B. seine Wanderschuhe, seine E-Gitarre oder Gemälde.
Im März 1966 erschien mit „Die Hornissen“ Peter Handkes erster Roman. Er ist der Versuch, die Entstehung eines Romans zu beschreiben. Obwohl das Buch zunächst kaum wahrgenommen wurde, machten ihn sein Auftritt bei der Tagung der Gruppe 47 an der amerikanischen Universität Princeton im April und sein im Juni uraufgeführtes Stück „Publikumsbeschimpfung“ schlagartig zu einem der bekanntesten Autoren seiner Generation. Mit seinem ersten Theaterstück „Publikumsbeschimpfung“ stellte Peter Handke den konventionellen Theaterbetrieb radikal in Frage. Bei dem Sprechstück sind die SchauspielerInnen gleichsam die BeobachterInnen und das Publikum das Thema. Peter Handkes Erzählung „Wunschloses Unglück“ ist die literarische Erinnerung an seine Mutter, die im November 1971 Selbstmord beging, und zugleich das Porträt eines Frauenlebens im Kärnten der Nachkriegszeit. Diesen Audioausschnitt einer Lesung von Peter Handke in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in Wien am 10.11.1972 kann man im Literaturmuseum zur Gänze hören. ... [mehr] https://www.onb.ac.at/bibliothek/sammlungen/literatur/peter-handke-aus-dem-archiv

» Die Handke-Bestände am Literaturarchiv 
» Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek 
» Forschungsplattform Handkeonline 

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