Dienstag, 25. Juli 2017

RfII Fachbericht Länderanalysen 2017

Der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) hat den Fachbericht Länderanalysen unter dem Titel "Entwicklung von Forschungsdateninfrastrukturen im internationalen Vergleich" als Ergebnis der internationalen Monitoring-Aktivitäten veröffentlicht. In einer Vorbemerkung schreiben die Verfasser, die ARBEITSGRUPPE INTERNATIONALE ORIENTIERUNG, dass "(sich) als genereller Befund ... eine Ungleichheit und Ungleichzeitigkeit der Informationsinfrastrukturentwicklungen sowohl in den Staaten Europas als auch weltweit festhalten (lässt). Ebenso kann das internationale Umfeld als dynamisch bezeichnet werden – wobei hier vor allem die Technologieentwicklung im engeren Sinn sowie die Weiterentwicklung von Forschungsmethoden (einschließlich der Veränderung von Wissenschaftlernetzwerken/Community-Strukturen, Publikationskulturen etc.) äußerst rasch voranschreiten. ... Fraglich ist hingegen, ob der Bereich der digitalen wissenschaftlichen Infrastrukturen hier mithält. Wenige Länder gehen das Thema Forschungsdaten aktiv an, nicht immer wird die Bedeutung von Infrastrukturpolitik für die Qualität und Nachhaltigkeit digitaler Forschungsprozesse erkannt und nicht überall werden Wissenschaft und Datensouveränität zusammengedacht. ... In nicht wenigen Ländern dominieren Einzelprojektförderung, Selbstorganisationsprozesse aus der  Forschung heraus oder marktförmige Lösungen. In jedem  Falle sind Initiativen einer politischen Steuerung aufwendig und auch risikobehaftet. 
Wissenschaftliche Informationsinfrastrukturvorhaben müssen auf Dynamik eingestellt sein, um nicht zu scheitern". Länderdossiers behandeln im Folgenden Staaten wie Australien, Kanada, die Niederlande und das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland.  

forschung: Das Magazin der Deutschen Forschungsgemeinschaft 2/2017

http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_magazin/wissenschaft_oeffentlichkeit/forschung_magazin/2017/forschung_2017_02.pdf

Aus dem Inhalt:

Peter Strohschneider. „Ja“zum neuen UrhWissG! 

Rüdiger Heimlich zum Thema Wüstenforschung

Christian Montag zum Thema Internetsucht

Ute Krämer zum Thema Kontaminierungen mit Schwermetallen

Migration und Flucht – Perspektiven der Forschung / Teil 2 

Niendorf/Brenne/Günther zum Thema 3-D-Druck

Querschnitt (durch die Wissenschaft) 

Livingston Online

http://livingstoneonline.org/

Livingstone Online is a digital museum and library dedicated to the British missionary and explorer David Livingstone. Launched in 2004, the project is an ongoing international collaboration between distinguished scholars and institutions, made possible with funding from the National Endowment for the Humanities. This extensive and skillfully designed website includes no fewer than 15,000 digitized images and 7,000 digitized transcripts, along with critical essays. The result is a website that tells the story of Livingstone's life while illuminating realities about British imperialism, African colonialism, and Victorian medicine, among other topics. Visitors less familiar with the story of David Livingstone may want to start with the Life and Times section, which features detailed essays accompanied by select primary documents. Visitors may also explore the extensive manuscript collection in the In His Own Words section, which includes the explorer's famous 1857 manuscript, "Missionary Travels and Researches in South Africa", along with diaries, maps, and letters. Recently added to this collection are Livingstone's 1870 and 1871 Field Dairies, the later made available thanks to spectral imaging technology.

via The Scout Report -- Volume 23, Number 29

Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg

Eine Forschungsstelle, die sich dem Thema der Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma in historischer Perspektive widmen wird, hat an der Universität Heidelberg ihre Arbeit aufgenommen. Die Einrichtung der Forschungsstelle Antiziganismus geht auf einen Staatsvertrag zurück, den der Landesverband Baden-Württemberg im Verband Deutscher Sinti und Roma und das Land Baden-Württemberg im November 2013 geschlossen haben. Die neue Einrichtung wird aus Mitteln des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums finanziert. Die Forschungsstelle beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen zu Ursachen, Formen und Folgen des Antiziganismus in den europäischen Gesellschaften vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Übergreifend sollen zudem interdisziplinäre Untersuchungen im Kontext der Rassismus-, Gewalt- und Inklusionsforschung durchgeführt werden. Angestrebt werden dabei Kooperationen mit verschiedenen Wissenschaftsbereichen innerhalb der Universität sowie mit Partnern an anderen Forschungseinrichtungen. 

Die Forschungsstelle Antiziganismus ist am Historischen Seminar der Universität Heidelberg angesiedelt. Neben der Leitung werden ihr zwei in diesem Bereich ausgewiesene Forscher angehören. Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses werden außerdem zwei Promotionsstipendien vergeben. Aufgabe der Forschungsstelle wird es auch sein, Lehrveranstaltungen anzubieten. Mit ihrer Einrichtung reagieren die Initiatoren auf die Tatsache, dass in Deutschland bislang keine eigenständige Forschungsstelle und kein Lehrstuhl zu diesem Forschungsgebiet existiert.

Inquiring Minds: The Unheralded Story of the Card Catalog

The library card catalog was one of the most versatile and durable technologies in history—a veritable road map for navigating a “wilderness of books”—says Peter Devereaux of the Library’s Publishing Office. His new book on the subject, “The Card Catalog: Books, Cards and Literary Treasures,” explores the history of this once-revolutionary system and celebrates literary gems and artifacts from Library of Congress collections. ... [mehr] http://blogs.loc.gov/loc/2017/07/inquiring-minds-the-unheralded-story-of-the-card-catalog/

Montag, 24. Juli 2017

Virtueller Rundgang durch die Internationale Raumstation

Today in History July 21 2017 - Ernest Hemingway

On July 21, 1899, Dr. Clarence Hemingway stepped onto the porch of his Oak Park, Illinois home and blew his cornet to announce the birth of his son, Ernest. During Ernest Hemingway’s boyhood, his family spent much time at their cottage near Walloon Lake in northern Michigan where his father enjoyed hunting and other sports. The love for the great outdoors and the physically active life his father instilled in him remained with Hemingway for the rest of his life. ... [mehr] https://www.loc.gov/item/today-in-history/july-21/#ernest-hemingway

Freitag, 21. Juli 2017

Erstes Filmstreaming in Öffentlichen Bibliotheken (VÖBB) gestartet

Das Portal „Filmfriend“ wurde gemeinsam vom Projekt „Digitale Welten“ des VÖBB (= Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins) und der filmwerte GmbH (Babelsberg) entwickelt und kann auch durch andere Bibliotheken Deutschlands lizensiert werden. Die Bibliotheksnutzerinnen und -nutzer können sich über ihre Nutzernummer anmelden und über 500 Spielfilme, Dokumentationen, Serien und Kinderfilme ansehen. Das Angebot soll ständig erweitert werden. Weitere Informationen: https://www.filmfriend.de/

IFLA veröffentlicht Bericht zu Entwicklung und Zugang zu Informationen (DA2I)

Am 17. Juli 2017 hat der internationale Verband IFLA seinen Bericht zu Entwicklung und Zugang zu Informationen (DA21) in der New York Public Library im Rahmen des hochrangigen politischen Forums zu nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen vom 10.-19. Juli 2017 vorgestellt. Der Bericht verfolgt die Fortschritte in den Ländern bei der Förderung des Zugangs zu Informationen als Bestandteil der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und ist darauf ausgerichtet, die Sichtbarkeit von Bibliotheken im Kontext der 2030 Agenda der Vereinten Nationen zu erhöhen. Er soll ebenfalls als Lobbyinstrument für Bibliotheken auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene dienen. Der Bericht steht unter https://da2i.ifla.org/sites/da2i.ifla.org/files/uploads/docs/da2i-2017-full-report.pdf als PDF-Dokument zum Abruf zur Verfügung. 

S.R. Ranganathan's Five Laws of Library Science

YouTube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=5XbTxaEnJb8

Indien gedenkt am indischen Librarians‘ Day am 9.08 dem 125. Geburtstag seines berühmten Begründers der Bibliothekswissenschaft S. R. Ranganathan. Der Großvater des Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar hat 1932 die „fünf Gesetze der Bibliothekswissenschaft“ veröffentlicht, die bis heute weltweit unvergessen sind: 1. Bücher sind zum Benutzen da, 2. Jedem Buch seinen Leser, 3. Jedem Leser sein Buch, 4. Die Zeit des Lesers sparen, 5. Eine Bibliothek ist ein wachsender Organismus.

Man muss Hölderlin vor seinen Bewunderern in Schutz nehmen / Denis Scheck

Hölderlin? Der Kult um den „umnachteten Dichter“ im Turm ist schwer erträglich. Aber man muss Hölderlin vor seinen Bewunderern schützen. Denn manchmal erscheint seine Sprache als die einzig mögliche.... [mehr] https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article166755273/Man-muss-Hoelderlin-vor-seinen-Bewunderern-in-Schutz-nehmen.html

Austausch von kriminologischen Literaturdaten vereinbart

Das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) in Trier und die Kriminologische Zentralstelle (KrimZ) in Wiesbaden arbeiten künftig zusammen. Beide Einrichtungen verfügen über Literatur-Datenbanken, die für ihre Fachgebiete von großer Bedeutung sind: PSYNDEX für die Psychologie, KrimLit für kriminologisch-forensische Forschungsfragen. Die präzise Angabe von Autoren, Schlagworten, kurzen Zusammenfassungen und weiteren Informationen ermöglicht es Nutzern, schnell relevante Literatur zu finden. In einem Kooperationsvertrag wurde nun festgehalten, dass das ZPID und die KrimZ Nachweise bedeutender Zeitschriftenartikel austauschen werden. Die Datenbank PSYNDEX enthält neben Nachweisen psychologischer Literatur, auch fachübergreifende Nachweise wie aus der Kriminologie.

Klemperer digital

De Gruyter und der Aufbau Verlag haben eine Lizenzvereinbarung zur Publikation der Klemperer-Tagebücher abgeschlossen. Für beide ist es ein Mammutprojekt und eine Premiere: Bei De Gruyter sollen Victor Klemperers Erinnerungen zum ersten Mal vollständig und ungekürzt in einer Datenbank veröffentlicht werden. Insgesamt mehr als 11.000 Seiten würden digitalisiert werden. Fertig sein soll die Datenbank spätestens Anfang 2019.

Drei Bibliotheken geben über 80 Bücher an Berliner Freimaurerloge zurück

Die in Berlin ansässige Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ (GNML) erhält über 80 vom NS-Regime geraubte Bücher von der UB Leipzig, der Bayerischen Staatsbibliothek und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin zurück. 

Seit 2003 sucht die Bayerische Staatsbibliothek nach NS-Raubgut in ihren Beständen: So erhielt 2007 das Thomas-Mann-Archiv Zürich 78 Bände aus der Bibliothek des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers. Die Förderung durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste trägt seit 2013 sehr dazu bei, Recherchen voranzutreiben und Rückgaben zügig durchzuführen: 2015 gab sie das Plocker Pontifikale, das älteste polnische Pontifikale, an die katholische Kirche in Polen zurück. Vor wenigen Wochen erst restituierte die BSB gemeinsam mit der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns 44 Werke an die Nachkommen des Münchner Orientalisten Prof. Karl Süßheim. 

Die UB Leipzig hat mit Mitteln aus dem Haushalt des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien in einem Projekt von 2009-2011 systematisch nach unrechtmäßig erworbenen oder übernommenen Beständen aus der Zeit von 1933-1973 gesucht. Dabei konnten ca. 5000 Bände mit Verdacht auf NS-Raubgut ermittelt werden. Viele Rückgaben konnten getätigt werden. Eine eigene Datenbank der ermittelten Titel mit ihren individuellen Merkmalen, eine Ausstellung und zahlreiche Restitutionen sind Ergebnisse des Projekts. Die Erforschung der Provenienzen gehört weiterhin zu den ständigen Aufgaben der UB Leipzig. 

Seit gut zehn Jahren arbeitet die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) mit Büchern, die als „Raubgut“ in der Zeit des Nationalsozialismus ihren verfolgten und ermordeten, meist jüdischen Eigentümern weggenommen wurden. Ziel ist die Rückgabe der Bücher an ihre Eigentümer. Bisher konnten über 600 Bücher an Institutionen und an Erben von Privatpersonen zurückgegeben werden.
Die Datenbank http://lootedculturalassets.de/ vermittelt einen Einblick in geklärte und noch ungeklärte Fälle.