In Folge des Zweiten Weltkrieges fehlen der Sächsischen Landesbibliothek
– Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) heute mehr als 200.000
Bücher, Handschriften und Karten. Diese sind zum Teil während des
Angriffs auf Dresden 1945 vernichtet worden. Der größere Teil ist
zwischen Mai 1945 und Mai 1946 nach Russland verbracht worden. Bis heute
ist der Verbleib vieler Werke ungeklärt. Nun, 70 Jahre nach Kriegsende, sind neun wertvolle Schriften aus der
Reformationszeit wieder aufgetaucht. Sebastian Walther, Direktor des
Museums Alte Pfefferküchlerei in Weißenberg bei Bautzen, hat sie
zufällig auf dem Dachboden des Museums entdeckt. Zum Museumsbestand
gehörten sie nicht, fündig wurde er dagegen im digitalen Katalog der
Kriegsverluste der SLUB. Es handelt sich um neun so genannte Predigt-
oder Erbauungsschriften aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert. Heute [am 05.12.2019] hat
Sebastian Walther die Bücher im Rahmen einer Pressekonferenz wieder an
die SLUB übergeben.
Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte die damalige Sächsische Landesbibliothek
rund 7.400 solcher Predigt- und Gebetbücher. Seit 1945 gelten knapp 24
Prozent von ihnen als Kriegsverluste.
Die Werke, insbesondere die handschriftlichen Vermerke, werden nun
digitalisiert und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Darüber
hinaus widmen sich Expert*innen der SLUB der lückenlosen Erforschung der
Provenienzen.
via https://blog.slub-dresden.de/beitrag/2019/12/05/gluecksfund-auf-dem-dachboden-wertvolle-schriften-aus-der-reformationszeit-im-museum-alte-pfefferkuec/
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