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Montag, 20. August 2018

Archivar in der größten Bibliothek des Nahen Ostens: Der Schatzmeister

"Life is what happens while you are busy making other plans", sang John Lennon. 1980 war das, da ist Stefan Litt elf Jahre alt. Er wächst in der DDR auf, Ost-Berlin. Und das Lied wird zu seinem Song. Pläne hat er 1980 noch keine, höchstens Teenagerträume. Aber dann, am Ende des Jahrzehnts, als die Mauer fällt und es auf einmal nur noch ein Deutschland gibt, passiert, was Lennon gesungen hatte. Litt ist damals Student in Jena, drittes Semester, wissenschaftlicher Gerätebau. Eine trockene Materie für Tüftler.
Litt schwärmt aber für Geschichte, fremde Sprachen, schmeißt in Jena hin, beginnt an der FU Berlin Judaistik und Geschichte zu studieren - und liest im Herbst 1990 eine Annonce in der "Berliner Zeitung", die alles verändert. Die Israelitische Synagogen-Gemeinde Adass Jisroel bietet Hebräisch-Intensivsprachkurse in der Kurt-Tuckolsky-Straße an. Litt lernt die Sprache - und sie zu lieben.
Heute, fast 30 Jahre später, ist der große Mann mit der kleinen Brille und der sonoren Stimme, dem man seine Berliner Kindheit immer noch ein wenig anhört, Archivar an der israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem, dort zuständig für die deutschen Bestände und Kurator für allgemeine Geisteswissenschaften. Die Jobbeschreibung müsste wohl lauten: "Schatzmeister". ... [mehr] http://www.spiegel.de/kultur/literatur/israel-nationalbibliothek-mit-nachlaessen-von-franz-kafka-stefan-zweig-und-else-lasker-schueler-a-1221930.html

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