Donnerstag, 3. Mai 2018

Das Deutsche Historische Institut Warschau wird 25

Die Gründung des DHI Warschau geht auf einen Briefwechsel zwischen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem damaligen polnischen Ministerpräsidenten Jan Krzysztof Bielecki vom November 1991 zurück, in dem beide Seiten betonten, dass es ihren Interessen und Wünschen entspreche, in naher Zukunft Forschungseinrichtungen in Deutschland und Polen zu errichten, die sich mit der Erforschung der Geschichte des jeweiligen Nachbarlandes und deren europäischen Bezügen befassen. Neben den bereits bestehenden Deutschen Historischen Instituten in Rom, Paris, London und Washington sollte nun die erste derartige Einrichtung auf dem Gebiet des ehemaligen Ostblocks entstehen. Im Mai 1993 nahm ein fünfköpfiges Team unter dem Gründungsdirektor des DHI Warschau Prof. Dr. Rex Rexheuser die Arbeit im 17. Stock des Warschauer Palastes für Kultur und Wissenschaft auf. Im Juli 1994 organisierte das Institut seine erste öffentliche Veranstaltung.
Im Jahr 2002 zog das DHI von seinem ursprünglichen Standort an seinen jetzigen Sitz, das repräsentative Palais Karnicki an der Ujazdowskie-Allee im Zentrum Warschaus.

Das DHI Warschau ist Teil der Max Weber Stiftung, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird. Dank seiner vielfältigen Beiträge zur Geschichte Polens, zur Geschichte der deutsch-polnischen Verflechtungen im europäischen und internationalen Kontext sowie zur vergleichenden europäischen Geschichte ist das DHI Warschau mittlerweile fest in der akademischen Landschaft der beiden Länder und darüber hinaus verankert. Es ist Zentrum für deutsche historische Grundlagenforschung in Polen und Anlaufstelle für deutsche und europäische Historikerinnen und Historiker, die in polnischen Archiven und Bibliotheken arbeiten.

Das DHI Warschau organisiert internationale Konferenzen, Workshops und öffentliche Vorträge, vergibt Stipendien und publiziert vier Buchreihen sowie Bücher außerhalb dieser Reihen. Seine Gesamtbibliografie beläuft sich bis dato auf über 150 Titel. Außerdem beherbergt es eine Forschungsbibliothek mit mehr als 87.300 Bänden zur Geschichte Deutschlands und Polens sowie zur jüdischen und deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Seit dem Winter 2017/2018 ist das Institut durch seine neuen ständigen Außenstellen auch in Vilnius und Prag präsent und baut somit sein regionales Forschungsprogramm aus.


via https://idw-online.de/de/news693531

Keine Kommentare: