Mittwoch, 30. Mai 2018

ABI-Technik 38 (2018) H.1

https://www.degruyter.com/view/j/abitech.2018.38.issue-1/issue-files/abitech.2018.38.issue-1.xml

Aus dem Inhalt:

Roboter in Bibliotheken und die flexible Ordnung von Sammlungen / Roland Früh

Ein Teil der traditionellen Arbeit wird in naher Zukunft von Maschinen, oder ‚Applikationen‘ übernommen und es wird diskutiert, ob die Menschheit von der gewonnenen Zeit profitiert oder sich überflüssig macht. Digitale Applikationen und Roboter werden auch in Bibliotheken Aufgaben übernehmen, aber wie werden wir Roboter tatsächlich antreffen? Der Text fasst die Ergebnisse aus Studien des Forums LIKE am Max Planck Institut Luxemburg und Diskussionen mit Fachspezialisten für RFID-Technologie zusammen und stellt mögliche Geräte für Bibliotheken vor. Welche Vorteile eine Automatisierung für die Benutzung hat, zeigt zuletzt das Fallbeispiel der Dynamischen Ordnung in der Kunstbibliothek Sitterwerk in St. Gallen. 

Handling von Offsetting-Verträgen – ein MPDL-Werkstattbericht / Michael Schlachter; Adriana Sikora

Offsetting-Verträge sind ein konkretes Instrument der Open-Access-Transformation. Der vorliegende Artikel gibt einen Einblick in die Arbeit mit den bestehenden Offsetting-Verträgen der Max Planck Digital Library. Von der Identifikation berechtigter Artikel bis zu Reporting und Rechnungsbearbeitung werden alle Prozesse, Arbeitsabläufe, Herausforderungen und Probleme, die bei der praktischen Umsetzung dieser neuartigen Pilot-Vereinbarungen entstehen, dargestellt und die Notwendigkeit einer Automatisierung der Prozesse wird aufgezeigt. 

Einführung eines Virtual Bookshelf für die HSG-Lehrbuchsammlung – ein Praxisbericht / Sandra Buob; Matthias Nim

Für die Verbesserung der Sichtbarkeit von E-Books gibt es bereits verschiedene sogenannte Blended Shelfs, die E-Books und Printbücher gleichzeitig anzeigen können. Mittels Touchscreen-Funktionen lässt sich der Bestand durchsuchen, eingrenzen und genauer ansehen. Im Rahmen eines Projektes an der Universitätsbibliothek St. Gallen (HSG) wurde zu Beginn des Herbstsemesters 2017 ein solches Rechercheinstrument für die Lehrbuchsammlung entsprechend den eigenen Bedürfnissen realisiert. Mit diesem Praxisbericht soll gezeigt werden, welche Überlegungen, „Stolpersteine“ und Lösungen dieses Projekt begleitet haben. 

Learning from Digital Library Evaluations: The Europeana Case - Aus Evaluationen digitaler Bibliotheken lernen: Das Fallbeispiel Europeana / Juliane Stiller; Vivien Petras

Im vorliegenden Artikel analysieren wir Evaluationsstudien der digitalen Bibliothek Europeana von 2009 bis heute. Unter Berücksichtigung von Saracevic’ Evaluationsframework für digitale Bibliotheken werden die Studien nach ihren Konstrukten, Kontexten, Kriterien und Methodologien kategorisiert. Die Analyse konzentriert sich auf Studien, die Dienstleistungen oder einzelne Komponenten von Europeana evaluieren, und zeigt Lücken in der Evaluation bestimmter Aspekte von Europeana auf. Schließlich werden Strategien diskutiert, um ein Evaluationsarchiv zu entwickeln, welches sowohl der Langzeitarchivierung dient als auch Vergleiche von Evaluationsergebnissen unterstützt. 

Herausforderungen einer Modernisierung im laufenden Betrieb: Die Campusbibliothek der Universität Kassel / Axel Halle

Die Campusbibliothek der Universität Kassel wurde 1981–1988 errichtet. 2006 wurden im Rahmen einer Flächenbedarfsanalyse erhebliche Brandschutzmängel festgestellt. Die Sanierung erfolgt bei laufendem Betrieb in drei Bauabschnitten, deren erster im April 2017 fertiggestellt wurde. Im Planungs- und Sanierungszeitraum wurde ein umfassender organisatorischer und konzeptioneller Transformationsprozess vollzogen. Neben der vollständigen Nutzerselbstbedienung werden qualitativ hochwertige, differenzierte Lernmöglichkeiten geboten. 

Aktives Forschungsdatenmanagement / Heike Neuroth; Claudia Engelhardt; Jochen Klar; Jens Ludwig; Harry Enke

Forschungsdatenmanagement und damit einhergehend Forschungsdatenmanagementpläne nehmen national und international an Bedeutung zu. Nicht nur, dass verschiedene Förderorganisationen wie die National Science Foundation (USA), der Schweizerische Nationalfonds (SNF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie die Europäische Kommission mit Horizon 2020 (H2020) bereits bei Projektanträgen Auskunft über den Umgang mit den nachgenutzten oder erstellten Forschungsdaten verlangen, es beschäftigen sich auch mehr und mehr Initiativen wie zum Beispiel international die Research Data Alliance oder in Deutschland die DINI/nestor-Arbeitsgruppe Forschungsdaten mit dem Thema. International setzt sich dabei mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass es im Umgang mit Forschungsdaten nicht mit einem einmaligen Erstellen eines Forschungsdatenmanagementplans getan ist, sondern dass sich die Pläne aktiv dem Verlauf des Forschungsprozesses anpassen und für verschiedene Bedarfe zur Verfügung gestellt werden müssen. So kann es sinnvoll und notwendig sein, weitere Beteiligte wie zum Beispiel IT-Support oder übergeordnete Datenmanager beim Erstellen und Aktualisieren eines Forschungsdatenmanagementplans zu berücksichtigen. Daher muss ein Werkzeug zur Unterstützung von diesen Plänen über das bloße Ausfüllen von Vorlagen der Förderorganisation hinaus weitere Aufgaben erfüllen und so den gesamten Prozess des Forschungsdatenmanagements unterstützen. Der Research Data Management Organiser (RDMO) ist ein solches Werkzeug, das im Rahmen eines DFG-Projektes entwickelt und mit Hilfe unterschiedlicher Gruppen von Nutzenden getestet wurde. Das RDMO-Tool ist multilingual, flexibel an Community- und Organisationsanforderungen anpassbar und unterstützt verschiedene Aufgaben wie zum Beispiel unterschiedliche Export-Funktionen oder die Erledigung zeitlich gebundener Tasks. In einem DFG-Nachfolgeprojekt, das Ende 2017 gestartet ist, werden in RDMO wichtige Erweiterungen sowohl technischer Art als auch bezogen auf verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit vorgenommen. 

Das neue Lern- und Informationszentrum (LIZ) der Landesbibliothek Oldenburg. Umbau und Neukonzeption des Benutzungsbereichs einer Magazinbibliothek / Corinna Roeder

Im Sommer 2017 wurde das neue Lern- und Informationszentrum (LIZ) der Landesbibliothek Oldenburg eingeweiht. Beim Umbau innerhalb der Kubatur des denkmalgeschützten Bibliotheksgebäudes wurden zwei bisher räumlich getrennte Benutzungsbereiche mit einer neuen Treppenanlage und einem Fahrstuhl über drei Etagen verbunden und zusätzlich um ehemalige Magazinflächen erweitert. In dieser großzügigen, barrierefreien und vielseitig nutzbaren Bibliothekslandschaft sind jetzt sämtliche bibliothekarischen Benutzerservices mit Ausnahme der Leihstelle integriert. Die vorhandene Innenraumgestaltung der Landesbibliothek vom Beginn der 1980er Jahre wurde im neuen LIZ sensibel aufgegriffen und modern interpretiert.

Keine Kommentare: