Donnerstag, 27. Juli 2017

BIBLIOTHEKSDIENST 51 (2017) H.7

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Aus dem Inhalt: 

Alma im Österreichischen Bibliothekenverbund: Werkstattbericht / Bettina Kann

2013 fiel im Österreichischen Bibliothekenverbund die Entscheidung, das Bibliothekssystem Aleph-500 durch ein neues, den gestiegenen Anforderungen vor allem in der Verwaltung elektronischer Medien besser entsprechendes System abzulösen. Aus dem Ausschreibungsverfahren ging Exlibris mit Alma als Sieger hervor. Mit Beginn 2016 startete das Projekt „Alma im Österreichischen Bibliothekenverbund“ mit dem Ziel, im März 2018 mit dem Verbundsystem und dreizehn Lokalsystemen produktiv zu gehen. Spezielle Herausforderungen des Umstiegs sind der gleichzeitige Wechsel des Datenformats von MAB-2 auf MARC-21, ein effizienter Parallelbetrieb zwischen Alma und Aleph und die Überführung der zentralen Dienstleistungen der OBVSG. 

GND und ORCID: Brückenschlag zwischen zwei Systemen zur Autorenidentifikation / Sarah Hartmann, Heinz Pampel

Die Uneindeutigkeit von Personennamen erschwert im Rahmen der bibliothekarischen Erschließung die eindeutige Zuordnung von Autorinnen und Autoren zu ihren Werken. Bibliotheken im deutschsprachigen Raum adressieren das Problem der Mehrdeutigkeit von Namen durch den Einsatz der Gemeinsamen Normdatei (GND). Die internationale Initiative ORCID (Open Researcher and Contributor ID) verfolgt das gleiche Ziel. Akteur ist hier jedoch die einzelne Wissenschaftlerin oder der einzelne Wissenschaftler. Das Projekt „ORCID DE – Förderung der Open Researcher and Contributor ID in Deutschland“1 hat sich, dank der Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), unter anderem zum Ziel gesetzt, einen Brückenschlag zwischen den beiden Systemen – GND und ORCID – zu schaffen, um damit die Datenqualität beider Systeme wechselseitig zu erhöhen. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über ORCID und das Projekt ORCID DE. Dabei wird insbesondere auf die angestrebte Verlinkung von GND und ORCID eingegangen. 

Die Bibliothek mit den Augen der Nutzer sehen. Ethnografische Forschungsmethoden im praktischen Einsatz / Britta Wildemann

Die Aufenthaltsqualität wird in Bibliotheken ein zunehmend wichtiger Faktor. Zudem haben sich die Anforderungen von Bibliotheksnutzern in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Es lässt sich feststellen, dass die Einrichtungen verstärkt als Lern-, Arbeits- und Aufenthaltsorte genutzt werden. Darauf müssen Bibliotheken reagieren. Mit welcher Methode können die Nutzererwartungen und -wünsche identifiziert werden? 

Das Exlibrisportal der Stadtbibliothek Mönchengladbach und die Sammlung Dr. Gernot Blum / Daniel Theveßen

Nach der Schenkung einer der größten Exlibris-Sammlungen Deutschlands an die Stadtbibliothek Mönchengladbach wurde diese über drei Jahre hinweg mit Hilfe einer Datenbanksoftware digitalisiert. Seit Juli 2016 steht mit dem „Exlibrisportal Mönchengladbach“ die erste deutsche Kleingrafik-Datenbank mit mehr als 55.000 Datensätzen und knapp 17.000 Abbildungen im Internet zur Verfügung. Damit bietet sich eine Chance der Verortung und Aufarbeitung zahlloser Exlibrisbestände in öffentlicher und privater Hand. 

Gesamthochschulbibliotheken und Klassifikationsentwicklung im Spannungsfeld zwischen Kooperation und lokalen Bedürfnissen / Maximilian Lowisch

Dieser Beitrag beschreibt die Entwicklung der Gesamthochschulbibliothekssystematik (GHBS) als Aufstellungssystematik der Gesamthochschulbibliotheken (GHBs) in Nordrhein-Westfalen (NRW) seit den 1970er Jahren bis heute. Dabei werden zunächst mittels Literaturauswertung und Archivmaterial entscheidende Entwicklungspunkte kursorisch bis zum Ende der gemeinsamen Pflege der Systematik im Jahre 2004 dargestellt. Die Einflüsse lokaler Interessengruppen sowie technischer Veränderungen auf die kooperative Klassifikationsentwicklung werden betrachtet. Die Untersuchung wird durch Experteninterviews erweitert. Konzeption und Auswertung der Interviews bedienen sich der qualitativen Inhaltsanalyse nach Gläser und Laudel und des Ressourcenabhängigkeitsansatzes (RDT). Aus Experteninterviews und Literaturauswertung wird sich eine heute nur noch nachrangige Bedeutung der Klassifikationsentwicklung sowie ein Mangel an Aufsichts- und Sanktionierungsmaßnahmen gegenüber den GHBs ergeben.  

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