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Montag, 1. Oktober 2018

Georgien: Kleines Land mit großer literarischer Tradition / Thomas Maier In: Volksstimme 24.09.2018

Es war Anfang des 14. Jahrhunderts, als in Europa für den Raum östlich vom Schwarzen Meer und südlich des großen Kaukasus erstmals der Name "Georgien" auftauchte.
Die historische Weltkarte von damals findet sich im Literaturmuseum in Tiflis. Dort dokumentiert eine hübsche Ausstellung, wie sich an der Schnittstelle zwischen Orient und Okzident im Laufe der Jahrhunderte unter den zahlreichen Völkern autonome Territorien herausbildeten.
Bis heute ist Georgien mit seinen knapp vier Millionen Menschen ein Vielvölkerstaat mit zahlreichen Sprachen geblieben - die Georgier selbst besitzen aber eine weltweit einzigartige Sprache mit 33 kunstvoll geschwungenen Buchstaben, die bis ins dritte Jahrhundert nach Christus zurückverfolgt werden kann.
"Nichts ist so georgisch wie das Alphabet", pflegt der Schriftsteller Aka Morchiladze, der bekannteste Autor des Landes, trocken zu sagen. Dank der Sprache hat das Land, das ewiger Spielball der Großmächte von den Persern über die Mongolen bis zu den Russen war, seine Identität bewahrt.
Als Außenposten im oströmischen Reich wurde das Land schon im vierten Jahrhundert christianisiert - der heilige Georg sollte später in Georgien ein Nationalheiliger werden. Da es im Ostchristentum keine offizielle Kirchensprache gab, wurde schon sehr früh in die eigene Sprache übersetzt.
So kann Georgien, das sich selbst Sakartwelo nennt, auf eine fast 1500-jährige Geschichte an literarischer Tradition zurückblicken. Als Höhepunkt in der georgischen Blütezeit gilt Schota Rustawelis Gedichtband "Der Recke im Tigerfell" aus dem 12./13. Jahrhundert, das zum Nationalepos werden sollte. ... [mehr] https://www.volksstimme.de/buch/georgien-kleines-land-mit-grosser-literarischer-tradition/1537783902000

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