Dienstag, 17. April 2018

Pulitzer-Preise 2018

Die drei Journalisten, die mit Berichten in der „New York Times“ und im „New Yorker“ die Affäre um Filmproduzent Harvey Weinstein aufdeckten, sind mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Das verkündete Dana Canedy im Namen der Jury an der Columbia University in New York am 16.04.2018. Jodi Kantor und Megan Twohey sowie Ronan Farrow hatten mit ihren Berichten im Oktober 2017 die #MeToo-Bewegung losgetreten, in der sich Opfer sexueller Übergriffe zu Wort meldeten. Die Bewegung breitete sich in den Monaten darauf auf andere Branchen und in andere Länder aus.

In den weiteren der 14 journalistischen Pulitzer-Kategorien wurden große, aber auch im Ausland weniger bekannte amerikanische Medien ausgezeichnet. Die „New York Times“ gewann mit der „Washington Post“ in der Sparte „National“ für deren Berichterstattung zur russischen Einflussnahme im amerikanischen Wahlkampf und Verbindungen zum damaligen Kandidaten Donald Trump. Auch die Berichterstattung über die geplante Mauer an der Grenze der Vereinigten Staaten mit Mexio („Arizona Republic“), die Heroin-Epidemie in Ohio („Cincinnati Enquirer“) und Dylan Roof, der in einer Kirche in Charleston neun Afroamerikaner erschoss („GQ“), wurden ausgezeichnet. Auch der Rapper Kendrick Lamar (30) ist mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Lamar erhalte die renommierte Ehrung für sein 2017 veröffentlichtes Album „Damn“. Lamar ist der erste Rapper, der den Preis erhält, und der erste Musiker, der nicht aus der Klassik oder dem Jazz kommt.

Der Preis für den besten Roman ging an Andrew Sean Greer für sein Buch „Less“, als bestes Theaterstück wurde Martyna Majoks „Cost of Living“ ausgezeichnet. Jack E. Davis wurde für sein Geschichtsbuch „The Gulf“ geehrt, Caroline Fraser für ihre Biografie „Prairie Fires“. Frank Bidart bekommt den Pulitzer-Preis für seinen Gedichtband „Half-light“, James Forman Jr. für sein Sachbuch „Locking Up Our Own“.

Die Pulitzer-Preise wurden in diesem Jahr zum 102. Mal vergeben. 14 der 21 Preiskategorien sind journalistischen Arbeiten vorbehalten, die restlichen Literatur, Musik und Theater. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist. Gestiftet wurden die Preise einst vom ungarisch-amerikanischen Zeitungsverleger Joseph Pulitzer (1847-1911). Gewinner bekommen eine Urkunde und 10.000 Dollar (etwa 8900 Euro) bei einem festlichen Mittagessen in einigen Wochen. Die Pulitzer-Preise gelten als die höchste Auszeichnungen der Medienbranche.


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