Dienstag, 6. Dezember 2016

Ausstellung zum Thema "Stammbücher" in Straßburg

Eine Ausstellung unter dem Titel "'Alter Ego': Freundschaften und Netzwerke vom 16. bis zum 21. Jahrhundert", die das Thema Stammbücher behandelt, zeigt die WLB Stuttgart in Kooperation mit ihrer französischen Partnerbibliothek vom 30. November 2016 bis zum 12. Februar 2017 an der Bibliothèque Nationale et Universitaire in Straßburg.

Stammbücher können auch als "Freundschaftsbücher" bezeichnet werden; sie sind sozusagen die Vorläufer des Poesiealbums und letztlich auch von Social-Media-Angeboten wie Facebook. Ihre Verwendung kam im 16. Jahrhundert an den protestantischen Universitäten Deutschlands auf. Bald aber verbreitete sich die Sitte, Widmungseinträge in Alben zu sammeln, im ganzen deutschsprachigen Raum. Die meist kleinformatigen Büchlein mit ihren vielfältigen Formen der oft sehr kunstvoll gestalteten Widmungsbeiträge, die sich im Laufe der Jahrhunderte den jeweiligen Zeitströmungen anpassten, ermöglichen uns Einblicke in die Beziehungsgeflechte der Stammbuchbesitzer in ihrem persönlichen oder beruflichen Umfeld.

Die Ausstellung bietet eine große Anzahl von Exponaten aus den Beständen der WLB Stuttgart und der BNU Strasbourg und zeigt die ganze Bandbreite des Genres von den frühen Studenten- und Adelsstammbüchern über die Alben von Künstlern, Handwerkern und Frauen bis hin zu heutigen Formen von Freundschaftsbüchern. Sie ist das Ergebnis einer dreijährigen Vorbereitungszeit, basierend auf einem großen Digitalisierungsprojekt, in dessen Rahmen 135 Stammbücher von der WLB digitalisiert wurden (http://digital.wlb-stuttgart.de/sammlungen/ - Handschriften anklicken - Einschränkung in der Liste auf der linken Seite unter "Sammlungen" auf "Stammbücher"). Die Württembergische Landesbibliothek besitzt knapp 200 Stammbücher. Viele dieser kleinformatigen Erinnerungsbücher weisen wertvolle Zusammenhänge mit der württembergischen Kultur- und Landesgeschichte auf. Von besonderem Interesse sind die Stammbücher mit Einträgen von Friedrich Hölderlin, Georg Wilhelm Friedrichn Hegel oder Wilhelm Schickard. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in französischer und deutscher Sprache. 

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