Dienstag, 23. August 2016

Bibliotheksforum Bayern (BFB) 2/2016

Digitale Ausgabe im Volltext:
https://www.bibliotheksforum-bayern.de/index.php?id=140 

Aus dem Inhalt:

Bibliotheken in Bayern
Informationswelten gestalten, digital und ganr real: 15. Verbundkonferenz des Bibliotheksverbunds Bayern / Matthias Groß

Groß berichtet über die 15. Verbundkonferenz des BVB, die am 25. November 2015 im  Goethe-Forum München stattfand.

Digitale Bibliothek
Nutzerumfrage zur Franken-Onleihe: Resultate der Online-Befragung der Verbundbibliotheken / Marlene Neumann

Digitale Lücken büßen: E-Medien in der Fernleihe, Teil 1 / Berthold Gillitzer

Nach einer allgemeinen Betrachtung der Fernleihe und ihres potentiellen Nutzens widmet sich B. Gillitzer dem Thema Digitale Medien in der Fernleihe. "Die meisten digitalen Informationen stehen ... nicht im Open Access zur Verfügung, so dass ...rechtliche – in diesem Zusammenhang vertragliche – Begrenzungen, aber auch technische Hürden, bei E-Journals und E-Books für Jahre diese zweite Stufe der Ressourcen-Teilung, die Fernleihe verhindert haben. Für E-Ressourcen verfügen Bibliotheken oftmals nur über eine Zugriffslizenz, sie besitzen die Dokumente nicht in der Weise, in der sie die gedruckten Bücher oder Zeitschriften ihres Bestands besitzen. Deshalb greift hier auch das Urheberrecht nicht, das sowohl die Leihe von Büchern regelt wie auch den Versand von Kopien durch die Bibliotheken. Zunächst kamen die elektronischen Medien vor allem als parallele elektronische Ausgaben auf den Markt, e-only-Angebote gab es bei den Bibliotheken kaum. Die Fernleihe wurde aus den Printversionen bedient, was wenig zeitgemäß erscheinen mag, aber immerhin die angesprochene limitierte Informationsfreiheit gewährleistete. ... Konkret heißt das, dass über nunmehr viele Jahre lizenzierte elektronische Medien schlicht von der Fernleihe ausgeschlossen waren. Über die üblichen Bestellportale, lokal oder regional, waren sie gar nicht zugänglich. Wenn sich ein Nutzer dennoch, in Kenntnis eines konkreten Artikels oder E-Books, über seine Heimatbibliothek zu einer formlosen Bestellung durchgearbeitet hatte, musste diese jedoch abgelehnt werden. Niemand kann bemessen, wie groß die Lücke in der wissenschaftlichen Informationsversorgung dadurch tatsächlich war und teilweise noch ist, aber sicher ist, dass sie in den vergangenen Jahren immer größer wurde und vor allem im Bereich der E-Books auch noch immer wächst. Immer wieder wurde und wird die Fernleihe als ein eher veralteter Service der Bibliotheken dargestellt, weil sie nicht dem Paradigma des sofortigen Zugriffs, unabhängig von Ort und Zeit, folgt und scheinbar auf veralteten Formen der Bibliotheksnutzung beruht. Der Gedanke greift aber zu kurz, weil er das Grundanliegen, nämlich die Ressourcenteilung zum Zweck der Informationsversorgung einer Gesellschaft übersieht. Durch die Anwendung von Modellen für einen sofortigen Zugriff, die sich stärker an Vorbildern der freien Wirtschaft orientieren (pay-per view, patron driven aquisition usw.), konnten und können Bibliotheken denselben Zweck nicht erreichen, schon weil diese Modelle strukturell nicht auf dieses Ziel angelegt sind. Die genauere Betrachtung der Fakten legt also folgenden Schluss nahe: Die Fernleihe ist nicht veraltet. In der im digitalen Zeitalter entstehenden Lücke der Informationsversorgung zeigt sich vielmehr die Bedeutung der Fernleihe. Zugleich zeigt sich allerdings auch, dass diese Fernleihe nicht bleiben kann, wie sie in den letzten 50 Jahren war. Die Integration der digitalen Medien in die Strukturen des Leihverkehrs ist nicht nur eine drängende Aufgabe im Sinne der Fortentwicklung eines bibliothekarischen Spezialservices, sondern eine wichtige Aufgabe für das Bibliothekswesen überhaupt, wenn es weiter ein Grundpfeiler der  Informationsversorgung in der Gesellschaft bleiben möchte."
 
Erschließung
Geschafft! Der Umstieg auf das internationale Katalogisierungsregelwerk RDA: Der dritte Meilenstein im Projekt Internationalisierung der Erschließungsstandards ist umgesetzt / Gabriele Meßmer

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