Freitag, 27. November 2015

BIBLIOTHEKSDIENST 49 (2015) H.10-11

http://www.degruyter.com/view/j/bd.2015.49.issue-10-11/issue-files/bd.2015.49.issue-10-11.xml

Aus dem Inhalt: Behrens, Renate: Bericht aus der 68. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme am 21. und 22. April 2015 in Wien (Stand: April 2015).S.978–994 (frei zugänglich)

Peters, Isabella: Soziale Netzwerke für Wissenschaftler: Anreize und Mehrwerte schaffen für die wissenschaftliche Kommunikation. S.1000-1009 (kostenpflichtig)

Soziale Netzwerke sind prototypische Plattformen des Social Webs und zeichnen sich durch den Social Graph, das sichtbare Beziehungsnetzwerk der Nutzenden, aus. Forschende nutzen immer häufiger Soziale Netzwerke für die wissenschaftliche Arbeit, da die auf den Plattformen bereitgestellten Funktionen die Routinen erleichtern und beschleunigen. Insbesondere solche Sozialen Netzwerke weisen eine hohe Nutzerzahl auf, die einen breiten Funktionsumfang bieten und das Interagieren und Austauschen, Publizieren und Verbreiten und Sich-Präsentieren ermöglichen. Aktivitäten auf Sozialen-Netzwerk-Plattformen tragen zudem zur Verbesserung der wissenschaftlichen Kommunikation bei und schlagen sich z. B. in erhöhten Zitationszahlen nieder.

Herrmann, Christian: Multioptionale Recherchemöglichkeiten als Herausforderung für die Dokumentation historischer Sammlungen am Beispiel der Bibelsammlung der Württembergischen Landesbibliothek. S.1010-1026 (kostenpflichtig)

Historische Sammlungen sind von Interesse, wenn sie umfangreich, vielfältig, wirkungsgeschichtlich repräsentativ, gut zugänglich und dokumentiert sind. Bibeln prägen Kultur und Sprache, bilden in komprimierter Form konfessionelle, politische und gesellschaftliche Anliegen und Entwicklungen ab, verbinden Text und Bild sowie Primärquelle und Beigaben. Bei der Dokumentation sind neben dieser komplexen Struktur noch exemplarspezifische Merkmale wie Provenienzen, Einbände, Kolorierungen zu berücksichtigen. Hinzu kommen Gattungen von Bibeln wie Bilder- und Missionsbibeln.

Sprung, Norbert: Qualitätsmanagement in Öffentlichen Bibliotheken. S.1027–1043 (kostenpflichtig)

Bibliotheken stehen vor vielen Herausforderungen, denen eine stetig wachsende Zahl von Bibliotheken mit einem strategischen Management und einer kundenorientierten Verbesserung ihrer Dienstleistungen entgegenwirken wollen. In diesem Zusammenhang beschäftigt man sich im deutschen Bibliothekswesen seit 20 Jahren mit dem Thema Qualitätsmanagement. Inzwischen sind viele Projekte entstanden, in denen unterschiedliche Qualitätsmanagement-Modelle zur Anwendung kommen. Die Betrachtung dieser Modelle und der Projekte soll Aufschluss darüber geben, welches Modell sich für die Bibliotheken als zukunftsweisend gezeigt hat und sich besonders für eine bestimmte Bibliotheksart und -größe eignet.

Rauchmann, Sabine: 7. Bremer eBook-Tag. S.1044–1052 (kostenpflichtig)

Seit 2006 richtet der Bibliotheksdienstleister Missing Link den Bremer eBook-Tag aus. Auf der diesjährigen Veranstaltung stellten Bibliothekare, Verlagsvertreter und Buchhändler ihre Erfahrungen mit der nutzergestützten (EBS) und der nutzergesteuerten (PDA) Erwerbung von E-Books vor. Weiterhin präsentierten drei Verlage ihre E-Book-Strategie. Der vorliegende Beitrag bietet einen Überblick über die Veranstaltung und fasst die Vorträge zusammen.

Wittenauer, Volker / Neumann, Marlene: Von der Bibliothek zum Lernort – Ganzheitliche Konzepte für studentische Lernräume. S.1053–1063 (kostenpflichtig)

Bibliotheken als intensiv genutzte Lernorte stehen heutzutage vor besonderen Herausforderungen. Um Studierende ganzheitlich in ihrem Lernen und Arbeiten zu unterstützen, sind Konzepte notwendig, die traditionelle bibliothekarische Kernkompetenzen mit innovativen Services verknüpfen. Die Badische Landesbibliothek richtet ihr Service-Portfolio seit einigen Jahren gezielt an den Bedürfnissen studentischer Nutzer aus. Sie bietet ein breit gefächertes Angebot, das sowohl räumliche als auch soziale Komponenten der Lernortgestaltung berücksichtigt.

Weßels, Paul: 20 Jahre Neubau – 50 Jahre unter eigenem Dach – 400 Jahre Geschichte. S.1064–1073 (kostenpflichtig)

Die Landschaftsbibliothek in Aurich ist eine der kleinsten geisteswissenschaftlichen Bibliotheken Niedersachsens mit einer 400-jährigen Tradition. Entstanden ist sie um 1600 als Handbibliothek des Administratorenkollegiums der ostfriesischen Landstände. Nach dem Verlust der ostfriesischen Fürstenbibliothek 1746 verkörpert sie heute die Tradition staatlichen Buchbesitzes im äußersten deutschen Nordwesten. Mit dem langsamen Wandel der Ostfriesischen Landschaft zu einem höheren Kommunalverband für Kultur, Wissenschaft und Bildung wurde seit dem 19. Jahrhundert aus der vorwiegend juristisch orientierten Handbibliothek eine allgemeine geisteswissenschaftliche Bibliothek mit dem Schwerpunkt auf dem Fach Geschichte. Erst 1965 – also vor 50 Jahren – konnte die Bibliothek der Ostfriesischen Landschaft ein eigenes Gebäude beziehen, 1995, – also vor 20 Jahren – wurde ein zeitlos moderner, mehrfach prämierter An- und Neubau bezogen. Im Juni 2015 wurde der architektonische Wert dieses Gebäudes erneut unterstrichen, als die Landschaftsbibliothek bei einer Abstimmung der Architektenkammer Niedersachsen unter den 20 bisher prämierten Objekten die meiste Zustimmung erhielt. Der Bestand der Landschaftsbibliothek wird durch das Land Niedersachsen sichergestellt, sie ist Mitglied im GBV und bietet alle Möglichkeiten einer modernen Bibliothek.

Plieninger, Jürgen: Suche nach Open Educational Resources. S.1074–1077 (frei zugänglich)

"Open Educational Resources – oder kurz OER genannt – sind freie Bildungsmaterialien, die sehr heterogen ausfallen können. Sie können sich zwischen einer Bilddatei, beispielsweise einer Grafik und einem Onlinekurs (MOOC = Massive Open Online Course) bewegen. Der Bezug zu Bibliotheken liegt auf der Hand: Einrichtungen mit einem Bildungsauftrag, ganz gleich ob Öffentliche oder Wissenschaftliche Bibliothek, haben eine Affinität zu Bildungsmaterialien. Da im Zuge von Open Access (OA) schon viele Erfahrungen mit Produktion, Erschließung und Speicherung bei Bibliotheken vorliegen – warum sollte dies nicht erneut eine Aufgabe sein, die Bibliotheken gut zu Gesicht steht? Der Unterschied zu Open Access liegt ja letztlich nur darin, dass diese Materialien einen direkten Bezug zu einer Verwendung in einem pädagogischen Zusammenhang haben, was bei Open Access nur vermittelt der Fall ist. Der didaktische Zweck sollte also einigermaßen auf der Hand liegen und nicht weit hergeholt werden. Auch in der Lizenzierung gleichen sich OER und OA, es sind auch hier wieder vor allem Creative Commons (CC)-Lizenzen im Einsatz." J. Plieninger behandelt in seinem Beitrag die Suche nach OER und zeigt im nächsten Heft Dienstleistungen auf, die Bibliotheken rund um Open Educational Resources anbieten könnten.

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