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Montag, 26. Juni 2017

Einsteins Briefe für 190.000 Euro versteigert

Briefe des deutsch-amerikanischen Physikers Albert Einstein (1879 - 1955) sind in Israel für umgerechnet rund 190 000 Euro versteigert worden. Das Auktionshaus Winner’s in Jerusalem veröffentlichte die acht verkauften Briefe des weltberühmten Wissenschaftsgenies auf seiner Webseite. Die meisten der Schreiben aus den Jahren 1951 bis 1954 sind an den US-Physiker David Bohm gerichtet und beschäftigen sich unter anderem mit der Frage der göttlichen Schöpfung und der Situation in Israel. 

Einen der mit Schreibmaschine geschriebenen und handsignierten Briefe an Bohm hat der israelische Illusionist Uri Geller (70) gekauft. Bohm habe 1973 an einer Londoner Universität Gellers „paranormale“ Fähigkeiten wissenschaftlich getestet. Einstein riet Bohm in dem Brief davon ab, in den jüdischen Staat zu kommen: „Israel ist intellektuell lebendig und interessant, aber hat nur sehr beschränkte Möglichkeiten.“ Dennoch habe Bohm später am Technion in Haifa unterrichtet. Einstein selbst hatte in den Jahren nach der Staatsgründung 1948 ein Angebot abgelehnt, Israels Staatspräsident zu werden.

Den höchsten Verkaufspreis erzielte bei der Versteigerung am Dienstag mit mehr als 75.000 Euro ein anderer Brief an Bohm, in dem Einstein unter anderem schreibt: „Falls Gott die Welt erschaffen hat, dann war es offenbar nicht seine erste Sorge, uns ihr Verständnis leicht zu machen.“ Doch er schreibt an anderer Stelle auch über alltäglichere Themen: „Was mich am meisten beeindruckt hat, war die Instabilität Ihres Bauches, ein Problem, mit dem ich selbst viel Erfahrung habe.“

via dpa

Ausschreibung "Freier Informationsfluss in der Wissenschaft - Open Access"

Mit der Digitalen Agenda 2014 – 2017 sowie ihrer Open Access (OA) Strategie will die Bundesregierung den ungehinderten Informationsfluss in der Wissenschaft verbessern. Im Zuge dessen fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung in seiner aktuellen Ausschreibung Konzepte, die sich Herausforderungen in diesem Zusammenhang widmen bzw. die Verbreitung von OA stärken. Staatliche und private Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie Stiftungen und Vereine können in den folgenden Themenbereichen Einzel- bzw. Verbundvorhaben beantragen:
(i) Ansätze zur Verbesserung der Schaffung, Nutzung, Handhabung, Verbreitung und Sichtbarkeit von Open Access Publikationen, 
(ii) theoretische und praktische Auseinandersetzungen mit frei im Internet zugänglicher Literatur sowie
(iii) Vorhaben die in einem weiteren inhaltlichen Kontext von Open Access angesiedelt sind. Die maximale Fördersumme für bis zu 2jährige Projekte beläuft sich auf 300 000 €, wobei entsprechende Anträge (inkl. Vorhabenbeschreibungen in schriftlicher und digitaler Form) noch bis zum 31. Juli 2017 bei Projektträger VDI/ VDE Innovation + Technik GmbH eingereicht werden können. 

Mehr Informationen zur Ausschreibung gibt es unter https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1369.html. 

Archiv des Leipziger Bibliophilen-Abends geht an das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der DNB

Der Leipziger Bibliophilen-Abend übergibt dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek über 100 Jahre nach seiner Erstgründung 1904 sein historisches Archiv. Die Schenkung bereichert die Sammlung Archivalien und Dokumente zur Buchgeschichte des Deutschen Buch- und Schriftmuseums und schafft eine weitere Quellenbasis für die wissenschaftliche Erforschung der Buchgeschichte und der Bibliophilie als Kulturgeschichte. 

1904 wurde der Leipziger Bibliophilen-Abend als erste bibliophile Vereinigung Deutschlands gegründet und bestand bis 1933. Nach der im Jahr 1991 erfolgten Wiedergründung konnte der Bibliophiel-Abend - aufbauend auf die Erträge 35 Jahre reger und ergebnisreicher Arbeit unter dem Dach der Pirckheimer-Gesellschaft - bald alten Rang und Wert zurückgewinnen. Der Leipziger Bibliophilen-Abend wirkt namentlich durch seine vielfach ausgezeichneten bibliophilen Editionen weit über lokale Grenzen hinaus. 

Das Archiv enthält die seit 1904 herausgegebenen über 300 Drucke sowie umfangreiches Schriftgut zur Geschichte des Vereins im kulturellen und sozialgeschichtlichen Umfeld Leipzigs im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, Recherchen zu seinen ehemaligen Mitgliedern sowie lückenlose Unterlagen zur Tätigkeit des Vereins seit Wiedergründung 1991. 

Im Deutschen Buch- und Schriftmuseum reiht sich das Archiv des Leipziger Bibliophilen-Abends in die Archive weiterer Bibliophilengesellschaften in Deutschland ein, die ihre Archive in den letzten Jahren ebenfalls dem Museum anvertraut haben. Vor allem die Gesellschaft der Bibliophilen (gegründet 1899) und die Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst (gegründet 1911) haben reichhaltiges Material zur Buchgeschichte auf diese Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Reform des Urheberrechts weiter in der Schwebe

Eine Vereinfachung des Urheberrechts für die Wissenschaft wird offenbar in dieser Legislaturperiode nicht mehr verabschiedet. Auf der vorläufigen Tagesordnung der kommenden Sitzungswoche des Bundestags, die die letzte vor der Bundestagswahl ist, taucht das Thema auf jedenfalls nicht mehr auf. Eigentlich sollte die Reform des Urheberrechts nächste Woche verabschiedet werden. ... http://www.tagesspiegel.de/wissen/streit-um-regeln-fuer-die-wissenschaft-reform-des-urheberrechts-weiter-in-der-schwebe/19973734.html

Donnerstag, 22. Juni 2017

UB Leipzig ist Bibliothek des Jahres 2017

Die UB Leipzig erhält den mit 20.000 Euro dotierten nationalen Bibliothekspreis des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) und der Deutschen Telekom Stiftung. Er wird am 24.10.2017, dem "Tag der Bibliotheken", in Leipzig verliehen. Die Preisverleiher betiteln in ihrer gemeinsamen Presseerklärung die UB Leipzig als 'digital autonom, frei zugänglich und innovationsstark'.

Die Auszeichnung "Bibliothek des Jahres" wird in diesem Jahr zum 18. Mal und zum ersten Mal gemeinsam mit der Telekom Stiftung vergeben. Der Wettbewerb stand diesmal unter dem Motto "Innovationen für die digitale Welt". Mit allein 50 Projekten in den vergangenen 15 Jahren arbeitet die UB Leipzig an technologischen Weiterentwicklungen. Als größte Altbestandsbibliothek in den neuen Bundesländern (und außerhalb Berlins) arbeitet die UB Leipzig an der Erschließung ihrer über Jahrhunderte gewachsenen Bestände, vor allem auch digital.

In den vergangenen Jahren hat die UB Leipzig mit EU-Mitteln eine neue technische Infrastruktur geschaffen, die die Bibliothek unabhängig von Monopolprodukten auf dem engen Markt der Bibliothekssoftware macht. Auf Basis von Open-Source-Komponenten und eigenen Weiterentwicklungen sind neu entstanden: "finc" als Suchmaschine für Bibliotheken, "amsl" als Software zur Administration von Lizenzen und "adlr.link" als Plattform für den Fachinformationsdienst der Medien-, Kommunikations- und Filmwissenschaft.

Auch in anderen Bereichen setzt die UB Leipzig konsequent neue Technologien ein und verfolgt Open-Source-Prinzipien und offene Standards. 2016 wurde beispielsweise mit der systematischen Bereitstellung sogenannter interoperabler Daten zu Digitalisaten auf Basis von Linked Data begonnen. Derzeit werden unter anderem moderne Betrachtungssysteme entwickelt, um die Darstellung von Digitalisaten aus komplett unterschiedlichen Quellen unmittelbar nebeneinander zu ermöglichen und so die Digital Humanities zu fördern.

Einzelstücke wie der Codex Sinaiticus - die älteste Bibel der Welt - haben eigene Websites, so auch der berühmte Papyrus Ebers. Für diese 3.500 Jahre alte, vollständig überlieferte medizinische Schriftrolle ist bei der UNESCO der Titel des Weltdokumentenerbes beantragt.

nach der Pressemitteilung der Universität Leipzig vom 22.06.2017

Bibliotheksforum Bayern 11 (2017) H.2

https://www.bibliotheksforum-bayern.de/fileadmin/archiv/2017-2/BFB-2-2017-Webversion.pdf

Aus dem Inhalt:

Musikbibliotheken in Bayern
Zwischen musikalischen Kostbarkeiten und digitaler Musikwissenschaft: Ein aktuelles Porträt der Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek / Jürgen Diet

Von der Musikalischen Volksbibliothek zur größten öffentlichen Musikbibliothek in Deutschland: Die Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek / Bettina Wolff

Bibliotheksverbund Bayern
Bibliotheken – Orte des digitalen Wandels: 16. Verbundkonferenz des Bibliotheksverbunds Bayern / Matthias Groß

Bibliothekspolitik
Der Bayerische Bibliotheksplan als Maßstab für Erlangen? Veranstaltung mit Staatssekretär Bernd Sibler, Erlangens Oberbürgermeister Dr. Florian Janik und FAU-Vizepräsident Dr. Günter Leugering / Anne Reimann und Konstanze Söllner

Digitale Bibliothek
Weg vom „Entweder-oder“ hin zu einer digital-analogen Gesamtstrategie: Interview mit Christoph Deeg / Diana Rupprecht

Facebook in der Bibliothek: Schon seit einigen Jahren ist das Thema Facebook in aller Munde ... / Bettina Winkler

Benutzung
Paradigmenwechsel bei Recherchesystemen durch Semantik und künstliche Intelligenz? Yewno: ein semantischer Discovery Service im Pilotversuch an der Bayerischen Staatsbibliothek / Berthold Gillitzer

Bibliotheksbau
"... nur der Schönheit wegen“: Die Geschichte des Prachttreppenhauses der Bayerischen Staatsbibliothek / Klaus Haller und Annemarie Kaindl

Kurz notiert

Wissenschaftsforscherin Terje Tüür-Fröhlich über Wissenschaftsevaluierung und fehlerhafte Zitationsdatenbanken

Terje, wir kennen uns von zahlreichen Tagungen. Du beschäftigst Dich schon seit längerer Zeit mit Fehlern in Zitationsdatenbanken. Ein Thema, das oft unter den Teppich gekehrt wird, denn diese Datenbanken gelten als objektiv, dienen sie doch der Bewertung von wissenschaftlichen Leistungen. Warum dieses Forschungsthema, und warum "banale" Fehler, was ist an Fehlern "banal"?. ... [mehr] Terje Tüür-Fröhlich antwortet: https://www.heise.de/tp/features/Auch-Pierre-Bourdieu-ist-ein-Indexierungsopfer-3727711.html