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Montag, 27. Juni 2016

Bildung in Deutschland 2016

„Bildung in Deutschland“ erscheint alle 2 Jahre als umfassende und empirisch fundierte Bestandsaufnahme des deutschen Bildungswesens: von der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung über die allgemeinbildende Schule und die non-formalen Lernwelten im Schulalter, die berufliche Ausbildung und Hochschulbildung bis hin zur Weiterbildung im Erwachsenenalter. Der vorliegende 6. Bildungsbericht führt die Berichterstattung über bereits in den vorherigen Berichten dargestellte Indikatoren zum deutschen Bildungswesen fort und präsentiert gleichzeitig neue Indikatoren. Im Rahmen einer vertiefenden Analyse wird insbesondere der Situation von Menschen mit Migrationshintergrund im Bildungssystem nachgegangen. Der Bildungsbericht für Deutschland richtet sich an alle Akteurinnen und Akteure des Bildungswesens in Politik, Verwaltung und Praxis ebenso wie an die interessierte Öffentlichkeit. Die Mitglieder der Autorengruppe Bildungsberichterstattung vertreten die folgenden Einrichtungen:

Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), Deutsches Jugendinstitut (DJI), Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), Soziologisches Forschungsinstitut an der Georg August Universität Göttingen (SOFI) und Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Mit der Federführung des Berichts ist das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) betraut gewesen.

Bildung in Deutschland 2016: Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung und Migration

Eine Besonderheit des nationalen Bildungsberichts für Deutschland ist das Schwerpunktthema. In einem eigenen Kapitel wird jeweils ein - über einzelne Bildungsbereiche hinausgehendes - bildungspolitisch aktuelles und für die Bildungspolitik relevantes Thema vertieft. Die Schwerpunkte der Bildungsberichte seit 2006 werden unter http://www.bildungsbericht.de/de/schwerpunktthemen beleuchtet.

Dobrindt verspricht WLAN in allen ICE-Zügen noch 2016

"Laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt wird es noch in diesem Jahr kostenlosen WLAN-Zugang in allen ICE-Zügen geben, auch in der 2. Klasse. Das sieht eine Vereinbarung zwischen dem Verkehrsministerium, der Deutschen Bahn und der Bahnindustrie vor, die gestern auf dem „Zukunftsforum Schiene Digital“ unterzeichnet wurde. Zudem werde man auf die Mobilfunknetzbetreiber einwirken, künftig alle ICE-Strecken mit mobilem Breitband zu versorgen. Dazu haben sie sich im Rahmen der Frequenzversteigerung 2015 („Digitale Dividende II“) verpflichtet....[weiter] https://netzpolitik.org/2016/dobrindt-verspricht-wlan-in-allen-ice-zuegen-noch-2016/

Vier neue Leibniz-Einrichtungen werden gefördert

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat am 24.06.2016 beschlossen, vier Einrichtungen in die gemeinsame Förderung der Leibniz-Einrichtungen aufzunehmen: das Institut für Ost- und Südosteuropaforschung in Regensburg sowie drei Geisteswissenschaftliche Zentren in Berlin und Leipzig. Zusammen haben diese Einrichtungen einen jährlichen Mittelbedarf von knapp 12 Mio. Euro. Der Entscheidung liegen entsprechende Empfehlungen des Wissenschaftsrates zugrunde, der die Einrichtung evaluiert und Voten des Senats der Leibniz-Gemeinschaft in seine Empfehlung einbezogen hat.

Das Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft untersucht die menschliche Sprachfähigkeit im Allgemeinen und deren Ausprägung in Einzelsprachen; die Erforschung von biologischen, kognitiven und sozialen Faktoren der menschlichen Sprachfähigkeit soll das Verständnis grundlegender Strukturen, des Erwerbs und der Verarbeitung von Sprache verbessern (http://www.zas-berlin.de/). Das Zentrum Moderner Orient befasst sich interdisziplinär und in historisch-vergleichender Perspektive mit dem Nahen Osten, Afrika, Zentralasien, Süd- und Südostasien. Schwerpunkt der Forschung ist die Interaktion überwiegend islamisch geprägter Gesellschaften sowie deren Beziehungen mit den nicht-islamischen Nachbarregionen (https://www.zmo.de/).

Das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) sowie das Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) betreiben interdisziplinäre Osteuropaforschung. Während das GWZO Geschichte und Kultur des Raumes zwischen Ostsee, Schwarzem Meer und Adria vom Frühmittelalter bis zur Gegenwart erforscht (http://research.uni-leipzig.de/gwzo/), befasst sich das IOS schwerpunktmäßig mit der geschichts- und wirtschaftswissenschaftlichen, transnational und vergleichend ausgerichteten Erforschung insbesondere Südosteuropas und des Gebiets der ehemaligen Sowjetunion (http://www.ios-regensburg.de/).

Die Leibniz-Gemeinschaft umfasst gegenwärtig 88 außerhochschulische Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen. Die Forschungseinrichtungen sind auf Forschungsfeldern tätig, welche eine langfristig angelegte Bearbeitung erfordern, in der Regel interdisziplinär ausgerichtet sind und sich wegen ihres Umfangs, ihrer langfristigen Anlage oder ihrer Inhalte nicht für die typische Universitätsforschung eignen. Die Infrastruktureinrichtungen erbringen für die hochschulische und außerhochschulische Forschung wissenschaftliche Informations- und Serviceleistungen. Bund und Länder fördern die Leibniz-Einrichtungen 2016 mit rund 1,2 Mrd. Euro.

Das Historische Lexikon Bayerns: 10 Jahre Landesgeschichte im Netz

Vor zehn Jahren ging das Historische Lexikon Bayerns (HLB) an den Start und stellt seitdem wissenschaftlich fundierte Informationen zur bayerischen Geschichte in Form von Sachartikeln online frei zur Verfügung. Unter der Internetadresse http://www.historisches-lexikon-bayerns.de finden die Besucher nicht nur ein beständig wachsendes Angebot, sondern auch eine Webseite, die zum Jubiläum technisch sowie optisch auf den neuesten Stand gebracht wurde.

Das HLB ist ein Kooperationsprojekt der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB), der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Konferenz der Landeshistoriker an den bayerischen Universitäten. Rund 1.000 Artikel, 4.000 Abbildungen und eine breite Themenpalette, die von A wie Adel bis Z wie Zeitungs- und Pressewesen reicht - über 50.000 Besucher greifen mittlerweile im Monat auf das Online-Angebot zu. Thematisch liegt der Schwerpunkt des Nachschlagewerks momentan auf den Epochen Weimarer Republik, Spätmittelalter und Zeitgeschichte nach 1945. Dabei soll es aber nicht bleiben: Die Erweiterung des Angebots ist bereits geplant.

460.000 Titel aus der russischen Kulturgeschichte digital

Seit dem 21.6.2016 bietet die Bayerische Staatsbibliothek in ihrem Ostlesesaal Zugriff auf fast eine halbe Million digitalisierter Werke zur russischen Geschichte aus der Russischen Präsidentenbibliothek. Die Präsidentenbibliothek Boris Jelzin (Президентская библиотека имени Б. Н. Ельцина) in St. Petersburg wurde 2009 als rein digitale Bibliothek gegründet. Sie hat den Status einer dritten Nationalbibliothek in Russland und dient der Bereitstellung und Verbreitung von Materialien zur russischen Kulturgeschichte. Seit ihrer Gründung hat die Bibliothek 460.000 Titel aus russischen Bibliotheken und Archiven digitalisiert, jedes Jahr kommen etwa 50.000 Werke neu hinzu. 130.000 davon stellt sie frei über das Internet zur Verfügung (http://www.prlib.ru).

Unter den digitalen Sammlungen der Präsidentenbibliothek befinden sich solche zu aktuellen Themen, wie z.B. zum russischen Wahlsystem, zu internationalen Beziehungen, etwa zu Russland – Bayern, zu einzelnen historischen Persönlichkeiten und vieles mehr. Sogar historisch interessante Filme sind dort zu finden, wie die Dokumentation der letzten Minuten vor dem Abflug Gagarins. Zudem sind aktuelle Publikationen der Russischen Präsidentenbibliothek verfügbar. Im Rahmen der langjährigen Kooperationsbeziehungen beider Bibliotheken bietet die BSB München im Ostlesesaal an einem einzelnen PC Zugang zu dem gesamten digitalisierten Bestand der Präsidentenbibliothek.

via OstBib: Quellen für Osteuropa (http://ostbib.hypotheses.org/1022)

USB Köln erhält die Bibliothek des Belgischen Hauses

Nachdem das Belgische Außenministerium im Herbst 2015 die Schließung des Belgischen Hauses in Köln bekannt gegeben hatte, regte der ehemalige Generalkonsul Nicolaas Buyck die Übernahme der Bestände durch die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln an. Durch die Übernahme wird die bisherige reiche Sammlung an Literatur zu Belgien und Luxemburg an der USB noch ergänzt. Auch nach Auslaufen der SSG-Förderung Benelux wurde das Sammelgebiet beibehalten und wird weitergepflegt. Im Rahmen ihrer Internationalisierungsstrategie strebt die Universität zu Köln engere wissenschaftliche Beziehungen mit den Benelux-Ländern an. Sie pflegt mit 32 Hochschulen in Belgien internationale Kooperationen und Austauschbeziehungen.

Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen gewinnen Urheberrechtsstreit

Im Rechtsstreit der Reiss-Engelhorn-Museen (rem) in Mannheim gegen die Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland hat das Landgericht Berlin entschieden, dass Fotografien von gemeinfreien Gemälden urheberrechtlich geschützt sind. Stellt ein Autor von Wikipedia solche Fotografien unerlaubt in die Mediendatenbank Wikimedia Commons, die mit Wikipedia verknüpft ist, haftet die Wikimedia Foundation Inc. für diese Urheberrechtsverletzung als Störer. Die Wikimedia Deutschland dagegen soll für die über Wikimedia Commons begangenen Urheberrechtsverletzungen nicht haften, weil sie nur den Link der Muttergesellschaft setze, ohne Einfluss zu haben auf den Inhalt.

Dem Urteil lag ein Streit um den Urheberrechtsschutz für Reproduktionsfotografien von gemeinfreien Gemälden zugrunde. Die Reiss-Engelhorn-Museen sind unter anderem Eigentümer von 17 Gemälden, die von Künstlern geschaffen wurden, die seit mehr als 70 Jahren tot sind. Das Urheberrecht an diesen Gemälden ist erloschen. Einzelne dieser Gemälde werden derzeit in den Reiss-Engelhorn-Museen ausgestellt. In den Räumlichkeiten besteht für Besucher ein Fotografierverbot. Auf Anfrage wird jedoch im Einzelfall eine entsprechende Erlaubnis erteilt. Ein Wikipedia-Nutzer hatte Fotos dieser 17 Gemälde, die der Hausfotograf der Reiss-Engelhorn-Museen für eine Publikation erstellt hatte, eigenmächtig auf Wikimedia Commons hochgeladen, wo nicht nur die fotografierten Gemälde, sondern auch die Fotografien für gemeinfrei erklärt wurden. In der Folge kam es zu zahlreichen ungenehmigten, insbesondere auch gewerblichen Nachnutzungen der Fotografien. Hiermit waren die Reiss-Engelhorn-Museen nicht einverstanden, da ihnen als Inhaber der Urheberrechte an den Fotografien ein Mitbestimmungsrecht über die kostenfreie beziehungsweise - pflichtige Nutzung, insbesondere bei kommerziellen Verwendungen, zustehe. Die Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland vertreten hingegen die Auffassung, dass die Bilder als 1:1-Reproduktionen gemeinfreier Gemälde nicht unter den Lichtbildschutz fielen und daher nicht nur die Gemälde, sondern auch die Fotografien der Gemälde gemeinfrei seien.

Das Gericht hatte in den Urteilsgründen ausgeführt, dass es jedem fotografischen Laien bekannt sei, dass eine farb- und kontrastgetreue, nicht verzerrte Wiedergabe eines Gemäldes in Katalogbildqualität bei zufällig vorgefundenen Beleuchtungsverhältnissen nicht einfach so nur durch spontanes Abknipsen erzielt werden könne. Im Gegenteil erfordere es erheblichen Aufwand, die Ausleuchtung, Ausrichtung und Belichtung des Motivs so zu justieren, dass ein möglichst naturgetreues, detailliertes Foto des Gemäldes mit Tiefen in Details, Farben und Schattierungen, aber ohne störende Spiegelungen und Verzerrungen entsteht.

Wikimedia Deutschland hat eine Erklärung zum Fall Reiss-Engelhorn-Museen in seinem Blog veröffentlicht (http://blog.wikimedia.de/2016/06/21/erklaerung-zum-fall-reiss-engelhorn-museen/).