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Dienstag, 4. Juni 2019

Dokumentensammlung zum Holocaust: DFG übergibt englischsprachige Auftaktbände in Yad Vashem

An symbolträchtiger Stätte unternimmt die DFG einen weiteren Schritt, um das heutige Wissen über den Holocaust weltweit für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Delegation der größten deutschen Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungseinrichtung für die Wissenschaft in Deutschland wird in der Gedenkstätte Yad Vashem nahe Jerusalem die soeben erschienenen ersten beiden Bände der bislang umfangreichsten englischsprachigen Dokumentensammlung zum Holocaust an Repräsentantinnen und Repräsentanten der israelischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft übergeben. Die Übergabe ist eingebettet in ein Symposium, zu dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Israel, Deutschland, Österreich, Großbritannien und den USA im „World Holocaust Remembrance Center Yad Vashem“ zusammenkommen. Mit dem Erscheinen und der Übergabe der ersten englischsprachigen Bände geht die bislang umfassendste und repräsentativste Sammlung und wissenschaftliche Aufarbeitung von Dokumenten zur Judenverfolgung und -ermordung durch das nationalsozialistische Deutschland in eine neue Phase: Die deutschsprachige Version wird bereits seit 2004 von der DFG gefördert; sie ist auf 16 Bände angelegt, von denen bislang zwölf erschienen sind, und soll im kommenden Jahr abgeschlossen werden.
Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Holocaust-Dokumentensammlung in mehrfacher Hinsicht bedeutsam: Die meisten Dokumente werden hier zum ersten Mal erschlossen und zugänglich gemacht; zudem führt sie viele zwar bereits bekannte, aber bislang nur verstreut publizierte Zeugnisse zusammen. Die Auswahl der Dokumente konzentriert sich dabei nicht auf die Täterseite, sondern widmet sich zu einem großen Teil den Opfern. Schließlich wird der Holocaust in seiner gesamten geografischen Ausdehnung erfasst und abgebildet, nicht zuletzt in den Ländern Ost- und Südosteuropas. 


Ausführliche Informationen zum Editionsprojekt „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945“ finden sich auf dessen Webseite unter: http://www.edition-judenverfolgung.de
 
via https://idw-online.de/de/news716754

Tübinger Geschichte interaktiv erleben: Neuer Multimedia-Stadtführer im Rathaus

Im Rahmen einer Forschungskooperation zwischen dem Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) und der Stadt Tübingen entstand ein interaktives Multimedia-Tool, das Boris Palmer, OB der Universitätsstadt, jetzt vorgestellt hat. An dem sogenannten Tübinger Tisch, einer Billardtisch-großen Multitouch-Installation, können sich Interessierte im Rathausfoyer die Highlights der Stadt nun intuitiv und interaktiv erschließen und IWM-Forschende weitere Erkenntnisse über die perfekte Usability sammeln.

via https://idw-online.de/de/news716854

Neues Online-Archiv für Dokumente über NS-Verfolgte

Das neue Online-Archiv der Arolsen Archives stellt circa 13 Millionen Dokumente mit Informationen über 2,2 Millionen NS-Verfolgte zur Verfügung. Seit dem 21.05.2019 ist das Archiv, das in Partnerschaft mit Yad Vashem entwickelt wurde, frei zugänglich (https://collections.arolsen-archives.org/search/).

BMBF: eHeritage. Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes

Das Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zielt auf die Digitalisierung von wissenschaftlich relevanten (hauptsächlich) dreidimensionalen Objekten des kulturellen Erbes. Ausgeschlossen von der Förderung sind textbasierte zweidimensionale Objekte, also Buchbestände. Bibliotheken sind in den Fördermittelrichtlinien jedoch explizit als potentielle Antragssteller benannt. Projektskizzen sind bis zum 31. Juli 2019 online einzureichen. 

https://bibliotheksportal.de/2019/05/27/bmbf-eheritage/

FFA vergibt 2,4 Millionen Euro für sechs Filmprojekte und fünf Drehbücher

Die FFA-Kommission für Produktions- und Drehbuchförderung hat in ihrer jüngsten Sitzung insgesamt 2.417.000 Euro vergeben. Mit 2.310.000 Euro wird die Herstellung von sechs neuen Filmen gefördert. Die Entstehung von vier Drehbüchern und eine Drehbuchfortentwicklung werden mit 107.000 Euro unterstützt.
Die Förderungen im Detail:
Produktionsförderung
LEANDER HAUSSMANNS STASIKOMÖDIE
Produktion: UFA Fiction GmbH
Regie: Leander Haußmann
Drehbuch: Leander Haußmann
Förderung: 560.000 Euro Ost-Berlin, Anfang der 80er-Jahre: Der systemtreue Ludger wird von der Stasi angeheuert, um die oppositionelle Künstlerszene im Prenzlauer Berg auszuhorchen. Doch als er sich in die geheimnisvolle Nathalie verliebt, muss er sich zwischen einem Leben als gefeierter Underground-Poet und seiner Karriere als Stasiagent entscheiden.
DIE MUCKLAS … UND WIE SIE ZU PETTERSSON UND FINDUS KAMEN
Produktion: Tradewind Pictures GmbH
Regie: Ali Samadi Ahadi
Drehbuch: Thomas Springer
Förderung: 500.000 Euro
Im Spinoff der erfolgreichen Kinderfilm-Reihe wird erzählt, wie die lustigen und manchmal leicht destruktiven Mucklas, die bei Pettersson und Findus unter dem Küchenfußboden wohnen, überhaupt dort hingekommen sind.

ES IST ZU DEINEM BESTEN
Produktion: Koryphäen Film GmbH
Regie: Marc Rothemund
Drehbuch: Hans Rath
Förderung: 500.000 Euro
Die Schwäger Arthur, Bernhard und Yussuf haben ein Problem mit ihren potentiellen Schwiegersöhnen, einem linken Weltverbesserer, einem Taugenichts mit Drogenkontakten und einem in die Jahre gekommenen Aktfotografen. Ohne Wissen ihrer Frauen und Töchter versuchen die „Super-Schwäger“, die ungeliebten Heiratskandidaten mit vereinten Kräften abzusägen.

GOTT, DU KANNST EIN ARSCH SEIN
Produktion: UFA Fiction GmbH
Regie: André Erkau
Drehbuch: Katja Kittendorf, Tommy Wosch
Förderung: 450.000 Euro
Tragikomödie nach einer wahren Geschichte: Die 16-Jährige Steffi erfährt, dass sie Krebs hat und kaum noch ein Jahr zu leben hat. Jetzt kann sie nicht mit auf die Klassenfahrt nach Paris, wo sie das erste Mal mit ihrem Freund Justus schlafen wollte. Sie läuft davon und findet in dem Zirkusjungen Steve einen Autofahrer für ihre Reise nach Frankreich. Ein Roadtrip mit Höhen und Tiefen beginnt.

BRASCH (AT)
Produktion: Zeitsprung Pictures GmbH
Regie: Andreas Kleinert
Drehbuch: Thomas Wendrich
Förderung: 200.000 Euro
Biopic über den Dichter, Filmregisseur, Theaterautor und deutsch-deutsches Enfant terrible Thomas Brasch, dessen Leben eng verknüpft mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts ist und der mit seiner Gier nach Dasein, seiner Lebenskraft und Sinneslust zu gewaltig für die Konventionen der Zeit war und ist.

MARTIN SUPER
Produktion: Florianfilm GmbH
Regie: André Schäfer
Drehbuch: André Schäfer
Förderung: 100.000 Euro
Dokumentarfilm über den Schweizer Bestsellerautor Martin Suter, dessen Thema das kriminelle Potential unserer Gesellschaft ist und dessen Helden zwischen Business Class und Hoffnungslosigkeit changieren. Indem der Film die Grenzen zwischen inszenierten Szenen und Dokumentation verwischt, lässt er den Schriftsteller in seine eigene literarische Welt eintauchen.

Drehbuchförderung
BAYALA – VON ELFEN UND DRACHEN
Autorin: Vanessa Walder
Förderung: 25.000 Euro
Animationsfilm über das Elfenmädchen Marween, das die seltenen Pegasus-Einhörner retten möchte, und sich dafür mit dem Elfenjungen Kishay auf den gefährlichen Weg zum Elfenkönig macht.

EINSTEIN
Autoren: Constantin Lieb und Jürgen Neffe
Förderung: 25.000 Euro
Biopic über Albert Einstein, in dem auch dessen theoretische Welt zum Teil der Bildsprache wird und sie so für Zuschauer ohne physikalisches oder mathematisches Vorwissen direkt erfahrbar macht.

RONJAS WÖLFE
Autorin: Aleksandra Kumorek
Förderung: 25.000 Euro
Vier Kinder retten einem Wolfsbaby das Leben und ziehen es wie einen Hund auf. Am Ende des märchenhaften Kinderfilms besteht Wölfin Ronja sogar die Hundeprüfung.

HIDDENSEE DAS JAHRHUNDERT
Autorin: Annekatrin Hendel
Förderung: 20.000 Euro Ein Jahrhundert Deutschland aus Insel-Perspektive. Der Dokumentarfilm beschreibt die Geschichte Hiddensees von den goldenen 1920er bis in die 2020er. Dokumentaraufnahmen, Gespräche mit Protagonisten und Archivmaterial werden ergänzt durch eine fiktionale Ebene: das Marionettenspiel.
Drehbuchfortentwicklung
DER LETZTE SÄNGER DER WALE
Autor: Reza Memari
Förderung: 75.000 Euro
Der rebellische Buckelwal-Teenager Vincent mag nicht singen, aber nur mit seiner Stimme kann er die Welt vor dem Urzeit-Monster Leviathan retten. So muss der junge Wal seinen ganzen Mut aufbringen und sich auf eine abenteuerliche Reise in die Tiefsee begeben, um sich und die eigene Stimme zu entdecken.


HathiTrust

Auf fortext.net gibt es einen Beitrag zur „HathiTrust Digital Library“ (via Archivalia):
„Die HathiTrust Digital Library ist eine Online-Volltextdatenbank, die Primär- wie Sekundärliteratur bedeutender US-amerikanischer Forschungs- und Universitätsbibliotheken und Forschungsinstitutionen zur Verfügung stellt.“
via https://archivalia.hypotheses.org/99874

Montag, 3. Juni 2019

Verbrannte Orte - Online-Karte zu den Schauplätzen der Bücherverbrennungen

An über 90 Orten fanden in Deutschland im Frühjahr 1933 Bücherverbrennungen statt. Dabei beschränkten sich diese nicht nur auf den 10. Mai 1933, der heute zumeist mit dem Begriff „Bücherverbrennung“ assoziiert wird. Auch vorher und nachher fanden, beispielsweise nach Plünderungen, Bücherverbrennungen statt.
An kaum einem Ort wird heute an diese Ereignisse erinnert. Das Projekt „Verbrannte Orte“ hat sich zum Ziel gesetzt, diese Orte zu dokumentieren, in einer Online-Karte zu verzeichnen und Hintergrundinformationen zur jeweiligen Bücherverbrennung zu geben. Mit interaktiven Panoramen und Großformataufnahmen werden die Orte in ihrem heutigen Erscheinungsbild gezeigt. Betrachten wir diese Orte anders, wenn wir wissen, was dort passiert ist? Weitere Informationen unter verbrannte-orte.de