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Freitag, 27. Februar 2015

EFI-Jahresgutachten 2015 zum Urheberrecht

In ihrem aktuellen Jahresgutachten kritisiert die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), von der die Bundesregierung in den Themenbereichen Bildung, Forschung und Innovation beraten wird, das bestehende Urheberrecht als zu wenig innovationsorientiert und fordert zudem die Einführung einer „allgemeinen Wissenschaftsschranke“. Das komplette Jahresgutachten, das auch Themen wie neue Entwicklungen in der Wissenschafts- und Forschungspolitik, die deutsche Hightech-Strategie, die Digitale Agenda der Bundesregierung, Moocs als Innovation im Bildungsbereich (= Massive Open Online Courses, das sind Kurse mit meist sehr großen Teilnehmerzahlen, die online angeboten werden und interessierten Nutzern offen stehen) sowie additive Fertigung ("3-D-Druck") behandelt, steht als PDF-Dokument unter http://www.e-fi.de/fileadmin/Gutachten_2015/EFI_Gutachten_2015.pdf zum Abruf bereit.

Zum Themenbereich Urheberrecht meint die Expertenkommission: Aus volkswirtschaftlicher Sicht können weitreichende Schutzrechte nachteilig sein, wenn sie kreative Nutzer einschränken und somit die Schaffung neuer Werke durch Nutzer verhindern. Sie empfiehlt daher, kreativen Nutzern größere Freiräume zu geben. So sollten Umgestaltungen von Werken erlaubt sein, sofern sie einen ausreichenden inneren Abstand zum Original wahren und nicht kommerziell sind. Die Expertenkommission bemängelt, dass die bestehenden Regelungen im Urheberrecht sehr komplex gehalten sind und damit der Rechtsakzeptanz in breiten Schichten der Bevölkerung entgegenstehen. Ein Großteil der Internetnutzer weiß nicht, welche Angebote im Internet legal und welche illegal sind.

Um den Zugang zu Wissen zu erleichtern, fordert die Expertenkommission die Einführung einer „allgemeinen Wissenschaftsschranke“. Derzeit bestehende Barrieren beim Zugang zu Wissen könnten damit reduziert werden. Eine praxistaugliche Neuregelung würde Wissenschaftlern und Studierenden unter anderem den digitalen Zugang zu Forschungsergebnissen in Zeitschriften und anderen Medien erleichtern.

Informationsportal windmonitor.de

Das Fraunhofer IWES behandelt auf der neugestalteten Website http://www.windmonitor.de Schwerpunktthemen der Windenergie in Deutschland und der Welt. Der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Windmonitor bietet der interessierten Fachöffentlichkeit online kostenlose Informationen zur Technik- und Kostenentwicklung der Windenergie und ermöglicht u. a. Politik, Forschung, Investoren, Herstellern und Betreibern eine objektive Sicht auf die On- und Offshore-Windenergienutzung. Die öffentlich kommunizierten Informationen über Entwicklung, Status und technische sowie betriebswirtschaftliche Erkenntnisse können Politik und Investoren als Basis für ihr weiteres Vorgehen dienen.

ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften legt Strategie für die nächsten Jahre vor

Bibliotheken stehen durch den digitalen Wandel vor großen Herausforderungen. Klassische Bereiche der Bibliotheksarbeit wie die Volltextversorgung auf Papier treten in den Hintergrund, während die digitale Bereitstellung von Informationen für Wissenschaft und Forschung immer wichtiger wird. Die ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften in Köln und Bonn trägt diesen Veränderungen Rechnung und hat nun eine neue Strategie mit der Perspektive für das Jahr 2020 veröffentlicht. Wichtige Ziele darin sind die Ausweitung des digitalen Angebotes, das Ausbauen der Dienstleistungen im Bereich von Open Access sowie die Intensivierung der anwendungsorientierten Forschung bei der ZB MED.

Grundlage für die Entwicklung der neuen Strategie war eine große Markt- und Zielgruppenstudie, deren Ergebnisse gerade veröffentlicht wurden. Darin wurden drei große Produktgruppen für die Services der ZB MED definiert: „Suchen & Finden“, „Verarbeiten & Aufbereiten“ und „Publizieren & Verbreiten“. Außerdem erhielt die ZB MED durch die Studie detaillierte Informationen über die eigene Zielgruppe: wissenschaftlich Forschende, Bibliothekarinnen und Bibliothekare sowie Lehrende als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ebenso wie Studierende in den Lebenswissenschaften.

Strategie ZB MED 2020 - Den digitalen Wandel aktiv mitgestalten: http://www.zbmed.de/fileadmin/user_upload/Profil/PDFs/Strategie_ZB_MED_2020.pdf

Fritz J. Raddatz im Alter von 83 Jahren gestorben

Ein Nachruf auf den Literaturkritiker und Schriftsteller ist auf den Seiten des Deutschland-Funks zu finden (http://www.deutschlandfunk.de/fritz-j-raddatz-gestorben-streitbarer-unruhestifter.1818.de.html?dram:article_id=312748). Ein Beitrag auf Börsenblatt online würdigt ebenfalls das Schaffen von Fritz J. Raddatz.

Die "Schedelsche Weltchronik" multimedial

In der Reihe "Schätze der Bayerischen Staatsbibliothek" präsentiert die BSB München herausragende Stücke auch multimedial im Rahmen von kurzen Filmen. Aktuelles Highlight ist die "Schedelsche Weltchronik", das Hauptwerk der Ausstellung "Welten des Wissens - Die Bibliothek und Weltchronik des Nürnberger Arztes Hartmann Schedel (1440-1514)". Das Video erläutert anschaulich Details des kostbaren, brilliant kolorierten Handexemplars von Hartmann Schedel - überragendes Zeugnis deutscher Buchdruckkunst aus dem Jahr 1493 und mit 1809 Holzschnitten das am umfangreichsten illustrierte Buch des 15. Jahrhunderts (https://www.youtube.com/watch?v=UKwvI3w16pQ).

Donnerstag, 26. Februar 2015

Codex Vaticanus B ist online zugänglich

Der Codex Vaticanus B (oder "1209") ist seit Mitte Februar 2015 online zugänglich (http://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.gr.1209). Der Codex ist im vierten Jahrhundert während oder nach der Regierungszeit des Kaisers Konstantin entstanden. Der Pergamentband enthält die (fast) vollständige Bibel des Alten und des Neuen Testaments auf Griechisch. Der Vaticanus B und sein etwa gleichzeitig entstandener Bruder, der Codex Sinaiticus, sind die ältesten erhaltenen Textsammlungen ihrer Art. Der Sinaiticus allerdings ist auf vier Bibliotheken bzw. Orte verteilt - seine Blätter befinden sich in der British Library, der Russischen Nationalbibliothek, der UB Leipzig sowie in kleinen Teilen im Katharinenkloster auf dem Sinai. Die vier Aufbewahrungsorte haben sich aber zu einer Digitalisierung zusammengefunden: Seit 2009 ist dieser Codex bereits virtuell im Web vereint und einsehbar (http://www.codexsinaiticus.org/de).

VolkswagenStiftung fördert Forschung in den Unisammlungen von Heidelberg und Halle

Im Rahmen der Förderinitiative „Forschung in Museen" unterstützt die VolkswagenStiftung unter anderem zwei Forschungsprojekte in Unisammlungen. Dabei handelt es sich zum einen um die Papyrussammlung der Universität Heidelberg, deren zahlreiche Dokumente Einblicke in den Alltag der frühislamischen Welt des 7. und 8. Jahrhunderts bieten. Diese bisher wissenschaftlich nicht erschlossenen Papyrusdokumente werden in dem auf drei Jahre angelegten Projekt „Zeugnisse einer multikulturellen Gesellschaft: Papyri zum Zusammenleben von Christen und Muslimen im früharabischen Ägypten“ entziffert, übersetzt und ausführlich historisch und linguistisch kommentiert. Ziel ist ein Editionsband Heidelberger Papyri aus früharabischer Zeit, zudem sollen die Ergebnisse in eine Open-Access-Datenbank eingehen. Außerdem soll die Erwerbs- und Sammlungsgeschichte der antiken Archive nachgezeichnet werden. Als weiteres Ergebnis ist in Kooperation mit der Sammlung des Ägyptologischen Instituts und dem Universitätsmuseum eine Ausstellung über das Zusammenleben von Christen und Muslimen in früharabischer Zeit geplant.

Das zweite geförderten Vorhaben geht der Frage nach, wie Amphibien und Reptilien auf Veränderungen des Klimas reagiert haben. Funden aus dem Geiseltal, von denen über zehntausend Stücke in einer Sammlung des Zentralmagazins Naturwissenschaftliche Sammlungen der Universität Halle-Wittenberg lagern, datieren etwa 45 Millionen Jahre zurück in den Zeitraum des „warmen Mittleren Eozäns“. Sie sollen nun nach neuesten wissenschaftlichen Methoden beschrieben, möglichst exakt altersbestimmt, untersucht und katalogisiert werden und in eine Datenbank einfließen.