Follower

Donnerstag, 31. Juli 2014

Wissenschaft unter neuen Rahmenbedingungen - Baden-Württemberg finanziert den Ausbau einer innovativen Informationsinfrastruktur

In einer Pressemitteilung vom 29.07.2014 hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Würtemberg darauf hingewiesen, dass die Landesregierung in seiner Sitzung der Bereitstellung von Mitteln der Zukunftsoffensive III in Höhe von 3,7 Millionen Euro zur Finanzierung des Ausbaus einer leistungsfähigen und innovativen Informationsinfrastruktur für die wissenschaftlichen Einrichtungen in Baden-Württemberg zugestimmt hat.

In den letzten Jahren hat die Entwicklung digitaler Medien zu einer zunehmenden Vernetzung von Informations- und Forschungsinfrastruktur geführt. Wissenschaftler müssen mit den neuesten Methoden und der dafür nötigen Infrastruktur arbeiten können, um u. a. die Absolventen der Hochschulen voll ausgestattet mit den für das 21. Jahrhundert erforderlichen Fertigkeiten in ein erfolgreiches Berufsleben entlassen zu können. Der Zugang zu Datenbanken, E-Journals und weiteren elektronischen Medien sowie die Nachhaltigkeit und Nachnutzung wissenschaftlicher Daten wird neben der Geräteausstattung ein immer wichtigerer Faktor für Forschungs- und Innovationsprozesse. Das Wissenschaftsministerium hat die Fachdiskussion aufgegriffen und Handlungsoptionen entwickelt, die für die nationale und internationale Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Forschung und Lehre in Baden-Württemberg wichtig sind. Zentral sind dabei fünf Handlungsfelder:

Lizenzierung elektronischer Informationsmedien: Forschung und Lehre hängen in ihrer Qualität in zunehmendem Maße von einem schnellen, umfassenden und direkten Zugang zu den weltweit verfügbaren Informationen (wissenschaftliche Publikationen, Datenbanken und Software) ab. Wenn digitale Medien nur lizenzpflichtig bereit gestellt werden können, sollen die Lizenzen konsortial für alle Hochschulen im Land verhandelt und beschafft werden.

Digitalisierung: Digitalisierung ermöglicht, zeit- und ortsunabhängig mit dem kulturellen historischen Erbe zu arbeiten und dank der internationalen Vernetzung dieses Erbe immer wieder in neue Kontexte einzubetten. Digitalisierung ist ein wesentlicher Beitrag zur Beschleunigung der Forschung, zur Setzung neuer Forschungsimpulse und zur Erschließung historischen Materials.

Open Access: Open Access zielt auf eine für die Nutzer freie Zugänglichkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsergebnissen ab. In Baden-Würtemberg sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, den internationalen Umgestaltungsprozess des wissenschaftlichen Publikationswesens als herausgehobener Akteur zu ermöglichen, zu fördern und aktiv mitzugestalten, um die Wahrnehmung der Forschungsergebnisse aus Baden-Württemberg weltweit zu erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes nachhaltig zu sichern und zu steigern.

Forschungsdatenmanagement: Forschungsdaten sind oftmals einmalig und unwiederbringlich. Um - gerade auch im Hinblick auf die gewünschte und zunehmende Interdisziplinarität von Natur-, Geistes- und Lebenswissenschaften - Erhalt und Rekonstruktion sowie Nachvollziehbarkeit von Daten zu ermöglichen, ist ein Übergang von Forschungsdaten aus persönlichen in institutionelle oder öffentliche Domänen notwendig. Handlungsbedarf besteht in den Bereichen: Nachhaltige Sicherung, Erschließung und Bereitstellung, Nachnutzung sowie langfristige Bewahrung von Daten. Angegangen werden sollen die Entwicklung von Standards, rechtliche Regelungen (insbesondere Datenschutz) und die Vermittlung von Kompetenzen des professionellen und nachhaltigen Umgangs mit Forschungsdaten in der Lehre.

Virtuelle Forschungsumgebungen: Bei Virtuellen Forschungsumgebungen handelt es sich um flexible Infrastrukturen, die es Forschern erlauben, die Potentiale elektronischer Medien und Technologien für das gemeinschaftliche Arbeiten zu nutzen und daraus auch neue Forschungsmethoden und -gegenstände zu entwickeln. Als integrative Plattformen haben sie das Ziel, alle Schritte des Forschungsprozesses von der Projektidee über die Datensammlung und Auswertung bis zur Veröffentlichung und Nachnutzung zu unterstützen. Die Virtuellen Forschungsumgebungen stehen noch am Anfang der Entwicklung (nach der Pressemitteilung vom 29.07.2014).

Das Fachkonzept zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Infrastruktur in Baden-Württemberg trägt den Titel "E-Science - Wissenschaft unter neuen Rahmenbedingungen" und ist als PDF-Dokument unter http://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/Remote/mwk/066_pm_anlage_e-science_web.pdf abrufbar.

WLB Stuttgart: Zusammenstellung der Digitalisate

Auf ihrer Seite Digitale Sammlungen präsentiert die Württembergische Landesbibliothek Stuttgart <24> ausgewählte retrodigitalisierte Objekte aus ihrem Bestand (Alte und Wertvolle Drucke, Bibeln, Bibliothek für Zeitgeschichte, Graphische Sammlungen und Handschriften, Werke Friedrich Hölderlins, Karten und Musikalia sowie Württembergica).

Neue Ausgabe des RGZM-Jahrbuchs erscheint Open Access

Seit 2014 erscheint das Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) im Open Access. Nachdem die Bände 58 (2011) und 57 (2010) digitalisiert wurden, ist der neue Band 59 (2012) erstmals zeitgleich mit der Printausgabe erschienen (http://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/jahrb-rgzm/issue/archive).

Das Jahrbuch des RGZM ist eine jährlich erscheinende archäologische Fachzeitschrift. 1953 gegründet, wird das Jahrbuch mit einer Druckauflage von etwa 900 Exemplaren im hauseigenen Verlag produziert. Ein Jahrgang umfasst in der Regel zwei Bände sowie den Jahresbericht über die Tätigkeit des RGZM. Aufgenommen werden umfangreichere, grundlegende archäologische Beiträge zu den Forschungsschwerpunkten des Institutes.

Mittwoch, 30. Juli 2014

Technoseum Mannheim erhält 5.500 Exponate von SWR und DRA

Im Technoseum Mannheim entsteht eine der bedeutendsten Sammlungen zur Rundfunk- und Mediengeschichte in Deutschland. Südwestrundfunk (SWR) und Deutsches Rundfunkarchiv (DRA) überlassen dem Museum ihre gesamten historischen Objekte. Zu den rund 5.500 Exponaten gehören alte Rundfunkempfänger, Mikrofone sowie ein komplett erhaltenes Rundfunkstudio aus den 1960er Jahren. Die Objekte werden wissenschaftlich bearbeitet und im Rahmen von Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert.

Die SWR-Bestände umfassen etwa 3.800 Objekte, die aus den Anfangszeiten des SDR und SWF stammen und bis weit in die 1990er Jahre der Nachfolgeanstalt SWR reichen. Darunter befinden sich komplette Produktions- und Sendetechnikanlagen, zahlreiche Plattenspieler, Mikrofone und Rundfunkempfänger sowie ein komplet erhaltenes Rundfunkstudio aus den 1960er Jahren.

Zudem erhält das Museum auch 1.700 Objekte aus dem Bestand des Deutschen Rundfunkarchivs in Frankfurt am Main und Potsdam-Babelsberg. Die DRA-Bestände reichen bis in die 1910er Jahre zurück und umfassen vor allem Endgeräte wie Rundfunkempfänger und Fernseher, darunter auch Geräte aus DDR-Produktion.

Newsletter der Stadtbibliothek Stuttgart zur Informationskompetenz

Die Stadtbibliothek Stuttgart stellt in ihrem Newsletter 07/2014 Portale und Anbieter vor, die lieferbare Medien verschiedenster Art verzeichnen und diese zur Bestellung per Post oder als Download bereitstellen.

Jahresbericht der Bayerischen Staatsbibliothek für 2013 veröffentlicht

Seit 2011 berichtet die Bayerische Staatsbibliothek in ihrem neu gestalteten Jahresbericht regelmäßig über die Entwicklung der Bibliothek im vorangegangenen Jahr. Der Jahresbericht für 2013 steht unter http://www.bsb-muenchen.de/fileadmin/imageswww/pdf-dateien/bsb/bsb_jb_2013.pdf zum Abruf bereit.

Münchener Kodex digital zugänglich

Als ältestes erhaltenes Evangeliar in ungarischer Sprache (1466) ist der so genannte "Münchener Kodex" das Kernstück der ungarischen Handschriftensammlung der Bayerischen Staatsbibliothek (Cod.hung. 1). Er kann als das sprachhistorische Denkmal der Ungarn-Forschung gelten. Das Werk steht der Forschung nicht nur in der Ausgabe von Szabó T. Ádám, sondern auch als digitales Faksimile frei über das Internet zur Verfügung (http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0008/bsb00087531/images/).