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Dienstag, 24. Oktober 2017

Erstellung eines Quelleninventars zur deutschen Kolonialzeit

Seit Juli dieses Jahres läuft an der Fachhochschule Potsdam das Projekt „Erstellung eines Inventars einschlägiger Quellen und Verwahrorte zur deutschen Kolonialzeit“. Konkret ist ein frei zugängliches Webportal geplant, das sich zugleich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die interessierte Öffentlichkeit sowohl in Deutschland als auch speziell in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Kolonien richtet. Erklärtes Ziel ist es, an einem zentralen Ort strukturierte Informationen über vorhandenen Originalquellen aus dieser Zeit nutzbringend zusammenzuführen und anschaulich darzustellen. 

Aus diesem Grund haben die Projektbearbeiter an der FH Potsdam eine Umfrage an Archive, Bibliotheken und Museen in Deutschland gerichtet, um weitere einschlägige Informationen in Erfahrung zu bringen.

"Open Access - eine sehr kurze Einführung" anlässlich der gestern gestarteten Open Access Week

Von Peter Suber

US-Original
http://www.earlham.edu/~peters/fos/brief.htm
Von Peter Suber nach den Grundsätzen von "Open Access" freigegeben.
Übersetzungsentwurf: Klaus Graf


"Open Access"-Publikationen (OA-Publikationen) liegen digital, online, kostenfrei und frei von den meisten urheberrechtlichen und Lizenz-Beschränkungen (permission barriers) vor. Ermöglicht wird dies durch das Internet und die Zustimmung des Urhebers oder Rechteinhabers.

In den meisten Fächern bezahlen wissenschaftliche Zeitschriften die Autoren nicht, welche daher OA unterstützen können, ohne Einkünfte zu verlieren. In dieser Hinsicht unterscheiden sich Wissenschaftler von den meisten Musikern oder Filmproduzenten, weshalb die Kontroversen über OA für Musik und Filme die Frage der Forschungsliteratur nicht tangieren.

OA ist vollständig vereinbar mit dem Qualitätsprinzip des "Peer Review", und alle wichtigen OA-Initiativen betonen die Bedeutung des Qualitätsprinzips. Nicht nur die Autoren stellen ihre Arbeit kostenfrei zur Verfügung, sondern auch die meisten Zeitschriftenherausgeber und Gutachter.

OA-Veröffentlichungen sind nicht kostenfrei in dem Sinne, dass es nichts kostet, sie zu erstellen, wenngleich sie kostengünstiger produziert werden können als konventionelle Forschungsliteratur. Es stellt sich nicht die Frage, ob wissenschaftliche Studien kostenfrei produziert werden können, sondern ob es bessere Wege der Finanzierung gibt als die Leser bezahlen zu lassen und Zugangsbeschränkungen einzurichten. Die Geschäftsmodelle für die Finanzierung hängen davon ab, wie OA gewährleistet wird.

Dafür gibt es zwei grundlegende Instrumente: OA-Zeitschriften und OA-Archive (Eprint-Server, Repositorien).

  • OA-Archive unterliegen nicht dem "Peer Review", sondern machen einfach ihre Inhalte frei weltweit zugänglich. Sie können unbegutachtete Preprints (Vorabveröffentlichungen vor der Drucklegung), begutachtete Postprints oder beides enthalten. OA-Archive können von Institutionen wie Universitäten oder von Fächern wie Physik oder den Wirtschaftswissenschaften unterhalten werden. Autoren können ihre Preprints dort einstellen, ohne jemand um Erlaubnis zu fragen, und eine überwiegende Mehrheit der Zeitschriften gestattet auch das Einstellen der Postprints. Wenn solche Archive sich an das Metadata-Harvesting-Protokoll der Open Archives Initiative (OAI) halten, ist Interoperabilität gegeben und Nutzer können die Inhalte auffinden, ohne zu wissen, welche Archive existieren, wo sie sich befinden und was sie enthalten. Es gibt inzwischen Open Source Software, um solche, dem OAI-Standard genügenden Archive einzurichten und zu unterhalten, und weltweit gibt es eine breite Akzeptanz für die Nutzung dieser Software. Die Kosten der Archive sind vernachlässigbar: Man benötigt nur etwas Server-Platz und ein wenig Techniker-Zeit zur Betreuung.

  • OA-Zeitschriften unterliegen einem "Peer Review" und machen nach dieser Begutachtung den akzeptierten Beitrag weltweit frei zugänglich. Die entstehenden Kosten beziehen sich auf den "Peer Review", die redaktionelle Tätigkeit und den Server-Platz. OA-Zeitschriften finanzieren sich in ähnlicher Weise wie private Fernsehsender und Radiostationen. Wer den Inhalt verbreiten möchte, zahlt die Produktionskosten, so dass der Zugang für alle, die über die passenden Empfangsgeräte verfügen, unentgeltlich ist. Übertragen auf OA heisst dies: Oft erhalten die Zeitschriften Unterstützung von den Universitäten, die den Netzplatz bereitstellen, oder den sie tragenden wissenschaftlichen Gesellschaften. Es kann aber auch bedeuten, dass Zeitschriften bei akzeptierten Artikel Publikationsgebühren erheben, die vom Autor oder seinem Geldgeber (etwa dem Arbeitgeber, z.B. der Universität, einer Stiftung oder einem Forschungsunterstützungsfond) aufgebracht werden müssen. Üblicherweise verzichten OA-Zeitschriften auf die Bezahlung dieser Gebühren, wenn dies eine unzumutbare Härte bedeuten würde. OA-Zeitschriften mit institutioneller Unterstützung erheben im allgemeinen keine solche Publikationsgebühren. OA-Zeitschriften können die Kosten reduzieren, indem sie Einkünfte aus anderen Publikationen, aus Werbung, bezahlten Premiumdiensten oder anderen Nebeneinkünften zuschiessen. Institutionen und Konsortien können Ermäßigung der Publikationsgebühren vereinbaren. Manche OA-Verleger verzichten auf Publikationsgebühren bei Forschern, die Institutionen angehören, die eine auf jährlicher Basis Mitglied sind. Es ist eine Menge Kreativität und Ideenreichtum gefragt, wenn es darum geht, die Kosten von "Peer Review"-Zeitschriften aufzubringen, und wir sind weit davon entfernt, alle Möglichkeiten bereits ausgeschöpft zu haben.
Eine längere Einführung auf Englisch und weiterführende Links findet man in Peter Subers "Open Access Overview": http://www.earlham.edu/~peters/fos/overview.htm

Vorlesestudie 2017

55 Prozent aller Eltern lesen ihren Kindern in den ersten zwölf Monaten nicht regelmäßig vor − in 28 Prozent der Familien ist das sogar innerhalb der ersten drei Jahre nicht der Fall. Das sind die zentralen Ergebnisse der repräsentativen Vorlesestudie 2017, die die Stiftung Lesen, die "Zeit" und die Deutsche Bahn Stiftung heute [am 24.10.2017] in Berlin vorgestellt haben. ... [mehr] https://www.boersenblatt.net/artikel-vorlesestudie_2017.1393101.html

Vorlesestudie 2017: Vorlesen - aber ab wann?

Vorbild Corbyn? Was die deutsche Sozialdemokratie von Jeremy Corbyns Labour Party lernen kann – und was nicht

von Henning Meyer

Die letzten Wahlen haben gezeigt: die Sozialdemokratie in Europa steckt in einer Krise. Allerdings hat die Labour Party mit ihrem Vorsitzenden Jeremy Corbyn bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im Juni 2017 ein achtbares Ergebnis erzielt. Warum scheint Labour die einzige Ausnahme zu sein? ... [mehr] http://www.ipg-journal.de/rubriken/soziale-demokratie/artikel/vorbild-corbyn-2369/

Ulysses S. Grant Papers at the LoC

On May 17, 1877, former president Ulysses S. Grant and his wife Julia departed from Philadelphia on an extended trip. Other former presidents traveled after retiring from public office, but none journeyed as far as Grant did. He and Julia spent the next two years traveling around the world meeting members of high society and the general public, while Grant engaged in unofficial diplomacy for the United States and acquired more first-hand knowledge of foreign lands and people than any American of his time. Materials documenting Grant’s post-presidential travels are represented in the Ulysses S. Grant Papers at the Library of Congress, which are now available online. ... [mehr] http://blogs.loc.gov/loc/2017/10/new-online-ulysses-s-grant-papers/

The Definitive Way to Organize Your Books: An Illustrated Guide

Tom Gauld has some very good ideas about how to organize a reading life, from home library to bookstore ... [Infographic] http://lithub.com/the-definitive-way-to-organize-your-books-an-illustrated-guide/

UB Leipzig ist Bibliothek des Jahres 2017

Mit der Universitätsbibliothek (UB) Leipzig wird laut Jury eine Bibliothek ausgezeichnet, "die kontinuierlich auf allen wichtigen Bibliotheksfeldern Innovationen hervorbringt und Methoden der digitalen Welt nutzt, um ihre Zugänglichkeit offline wie online kontinuierlich zu verbessern." Die Bibliothek wurde einstimmig aus dem Bewerberfeld ausgewählt. ... [mehr] https://www.boersenblatt.net/artikel-ub_leipzig_ist_bibliothek_des_jahres_2017.1392804.html