Follower

Freitag, 24. März 2017

Landeskulturbericht NRW 2017 - Rund um das Buch

Das Land Nordrhein-Westfalen hat durch das federführende Ministerium für Familie, Jugend, Kultur und Sport den bundesweit einzigen Landeskulturbericht herausgegeben und kommt für den Bereich „Rund um das Buch“ für den Zeitraum 2010 – 2014 zu ernüchternden Zahlen. So nahm die Zahl der Buchhandlungen, bewirkt durch den Amazon-Effekt, um 23,1% auf 846 ab. Die Zahl der öffentlichen Bibliotheken ging um 6,6% auf 1.551 zurück, die Zahl der Bibliotheken in kirchlicher Trägerschaft sogar um 7,3% auf 1.276.

Weitere Trendmeldungen lauten: Beschäftigte minus 12,5% (2014: 2.448) – verfügbare Medien minus 4,2% (2014: 23,5 Millionen) – Zahl der Entleihungen minus 6,5% (2014: 72,8 Millionen) – physische Besuche minus 6,7 Prozent (2014: 25,6 Millionen). Für öffentliche Bibliotheken wurden nominal 5,4% mehr ausgegeben (2014: 207,3 Millionen Euro). Die Zahl der Verlage stieg um 27,5 % auf 478.

Preis der Leipziger Buchmesse 2017

Der Preis der Leipziger Buchmesse geht in diesem Jahr an die Schriftstellerin Natascha Wodin für das autobiographische Buch über ihre Mutter "Sie kam aus Mariupol", an die Sachbuchautorin Barbara Stollberg-Rilinger für ihre Biographie "Maria Theresia" und an die Übersetzerin Eva Lüdi Kong für "Die Reise in den Westen".

Publikation der NEMO-Jahrestagung erschienen und online

Vom 10. bis 12. November 2016 fand im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe die Jah­restagung des Netzwerks Europäischer Museumsorganisationen (NEMO) zum Thema „Money matters: The Economic Value of Museums“ statt. Jetzt ist die Publikation zur Tagung mit Beiträgen zu Spill­Over­Effekten, innovativen Finanzierungsmo­dellen von Museen und neuen Kooperationsformen erschienen.  Die Publikation steht online zum Download zur Verfügung.

Urban Memory Infrastructure der New York Public Library

Was 2011 als kleine digitale Experimentiereinheit 'NYPL Labs' in der New York Public Library begann, entwickelte sich zu einer Ideenschmiede, die erprobt, wie die Bestände der Bibliothek digital nutzbar gemacht werden können. Ein Team aus Technikern, Bibliothekaren und Designern arbeitet u.a. an urbanen Erinnerungs-Infrastrukturen. Die umfangreichen Bestände wurden in nutzbare Daten verwandelt und mit Landkarten, Fotos, Speisekarten und Erinnerungen aus der Bürgerschaft angereichert. So entstand eine Reihe von vielschichtigen Projekten, die einen neuen Zugang zur urbanen Umgebung von Straßen, Gebäuden und Gesellschaft gewähren.

Staatsbibliothek zu Berlin erhält Förderung für den Ausbau des Bücherbestands

Die Staatsbibliothek zu Berlin erhält finanzielle Unterstützung des Bundes in Höhe von 7,75 Millionen Euro. Bei dieser Förderung für den Ausbau des Bücherbestands handelt es sich um eine Einmalzahlung. Mit dem Geld sollen einerseits die historischen Sammlungen ergänzt werden. So kann sich die Staatsbibliothek nun eine Bach-Kantate leisten, die sie schon länger erwerben wollte. Andererseits werden die Lücken in der modernen Wissenschaftsliteratur geschlossen und die Digitalisierung vorangetrieben.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 22.03.2017

http://os.helmholtz.de/bewusstsein-schaerfen/newsletter/archiv/newsletter-61-vom-22032017/

Aus dem Inhalt:

Wert der Friedrich-Schiller-Universität Jena für Thüringen

Für jeden Euro Landesmittel, den der Freistaat Thüringen in die Friedrich-Schiller-Universität Jena investiert, entsteht Wirtschaftsleistung im Wert von 2,50 Euro in der Region. So lautet, kurz gefasst, das Resultat der umfangreichen Untersuchungen des Consulting-Unternehmens „DIW Econ“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin. Diese zusätzliche Wirtschaftsleistung erzeugt die Jenaer Universität als Arbeitgeber, Ausbilder und Investor. Sie ist somit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region und trägt damit nachdrücklich zu einer sehr guten Beschäftigungslage bei.

Die unabhängige Studie zur regionalökonomischen Bedeutung der Universität Jena belegt, dass die Universität und ihre über 18.000 Studierenden einen bedeutenden Anteil an der Wirtschaftsleistung, Beschäftigung und dem Steueraufkommen in Thüringen haben. Diese Effekte entstehen zum einen durch die Leistungen der Universität selbst, aber auch indirekt durch die Nachfrage der Universität nach regionalen Vorleistungen, z. B. Handwerkern, und die Konsumausgaben der Studierenden sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


Im Jahr 2013 beliefen sich die direkten und indirekten Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte der Uni Jena (ohne Klinikum) auf insgesamt 274 Mio. Euro und 5.262 Erwerbstätige im Freistaat, fassen die Studien-Autoren zusammen. Dadurch verbesserte sich auch die regionale Kaufkraft, so dass eine erhöhte Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen entstand. Diese regte über sog. „induzierte Effekte“ eine zusätzliche Wertschöpfung in Höhe von 79,1 Mio. Euro an, die mit weiteren 1.770 Erwerbstätigen verbunden ist. Allein das zusätzliche Steueraufkommen in Thüringen, das auf die FSU zurückzuführen ist, beläuft sich auf insgesamt 46,5 Mio. Euro.

Die wichtige Rolle der Universität Jena im Freistaat geht über die unmittelbaren, monetär vergleichsweise leicht quantifizierbaren Effekte hinaus. Sie produziert Innovationen und technologischen Fortschritt. Allerdings lassen sich die Auswirkungen der Forschungs- und Lehraktivitäten der Universität Jena im Rahmen des regionalen Innovationssystems nur näherungsweise quantifizieren. Eine vereinfachte Modell-Rechnung, die das von der Universität geschaffene Wissen als Produktionsfaktor wie Arbeit und Kapital behandelt, kommt zu folgendem Ergebnis: 2013 hat das „Wissenskapital“ als Produktionsfaktor einen Beitrag von knapp 528 Mio. Euro zum Bruttoinlandsprodukt geleistet. Davon wurden knapp 40 Prozent in der Region um Jena wirksam, was etwa 209 Mio. Euro entspricht.

Die Studie ist im Internet zu finden unter: http://diw-econ.de/wp-content/uploads/2017/03/DIW-Econ_Uni-Jena_v2.0.pdf 

via https://idw-online.de/de/news670122