Freitag, 21. Juli 2017

Erstes Filmstreaming in Öffentlichen Bibliotheken (VÖBB) gestartet

Das Portal „Filmfriend“ wurde gemeinsam vom Projekt „Digitale Welten“ des VÖBB (= Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins) und der filmwerte GmbH (Babelsberg) entwickelt und kann auch durch andere Bibliotheken Deutschlands lizensiert werden. Die Bibliotheksnutzerinnen und -nutzer können sich über ihre Nutzernummer anmelden und über 500 Spielfilme, Dokumentationen, Serien und Kinderfilme ansehen. Das Angebot soll ständig erweitert werden. Weitere Informationen: https://www.filmfriend.de/

IFLA veröffentlicht Bericht zu Entwicklung und Zugang zu Informationen (DA2I)

Am 17. Juli 2017 hat der internationale Verband IFLA seinen Bericht zu Entwicklung und Zugang zu Informationen (DA21) in der New York Public Library im Rahmen des hochrangigen politischen Forums zu nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen vom 10.-19. Juli 2017 vorgestellt. Der Bericht verfolgt die Fortschritte in den Ländern bei der Förderung des Zugangs zu Informationen als Bestandteil der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und ist darauf ausgerichtet, die Sichtbarkeit von Bibliotheken im Kontext der 2030 Agenda der Vereinten Nationen zu erhöhen. Er soll ebenfalls als Lobbyinstrument für Bibliotheken auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene dienen. Der Bericht steht unter https://da2i.ifla.org/sites/da2i.ifla.org/files/uploads/docs/da2i-2017-full-report.pdf als PDF-Dokument zum Abruf zur Verfügung. 

S.R. Ranganathan's Five Laws of Library Science

YouTube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=5XbTxaEnJb8

Indien gedenkt am indischen Librarians‘ Day am 9.08 dem 125. Geburtstag seines berühmten Begründers der Bibliothekswissenschaft S. R. Ranganathan. Der Großvater des Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar hat 1932 die „fünf Gesetze der Bibliothekswissenschaft“ veröffentlicht, die bis heute weltweit unvergessen sind: 1. Bücher sind zum Benutzen da, 2. Jedem Buch seinen Leser, 3. Jedem Leser sein Buch, 4. Die Zeit des Lesers sparen, 5. Eine Bibliothek ist ein wachsender Organismus.

Man muss Hölderlin vor seinen Bewunderern in Schutz nehmen / Denis Scheck

Hölderlin? Der Kult um den „umnachteten Dichter“ im Turm ist schwer erträglich. Aber man muss Hölderlin vor seinen Bewunderern schützen. Denn manchmal erscheint seine Sprache als die einzig mögliche.... [mehr] https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article166755273/Man-muss-Hoelderlin-vor-seinen-Bewunderern-in-Schutz-nehmen.html

Austausch von kriminologischen Literaturdaten vereinbart

Das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) in Trier und die Kriminologische Zentralstelle (KrimZ) in Wiesbaden arbeiten künftig zusammen. Beide Einrichtungen verfügen über Literatur-Datenbanken, die für ihre Fachgebiete von großer Bedeutung sind: PSYNDEX für die Psychologie, KrimLit für kriminologisch-forensische Forschungsfragen. Die präzise Angabe von Autoren, Schlagworten, kurzen Zusammenfassungen und weiteren Informationen ermöglicht es Nutzern, schnell relevante Literatur zu finden. In einem Kooperationsvertrag wurde nun festgehalten, dass das ZPID und die KrimZ Nachweise bedeutender Zeitschriftenartikel austauschen werden. Die Datenbank PSYNDEX enthält neben Nachweisen psychologischer Literatur, auch fachübergreifende Nachweise wie aus der Kriminologie.

Klemperer digital

De Gruyter und der Aufbau Verlag haben eine Lizenzvereinbarung zur Publikation der Klemperer-Tagebücher abgeschlossen. Für beide ist es ein Mammutprojekt und eine Premiere: Bei De Gruyter sollen Victor Klemperers Erinnerungen zum ersten Mal vollständig und ungekürzt in einer Datenbank veröffentlicht werden. Insgesamt mehr als 11.000 Seiten würden digitalisiert werden. Fertig sein soll die Datenbank spätestens Anfang 2019.

Drei Bibliotheken geben über 80 Bücher an Berliner Freimaurerloge zurück

Die in Berlin ansässige Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ (GNML) erhält über 80 vom NS-Regime geraubte Bücher von der UB Leipzig, der Bayerischen Staatsbibliothek und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin zurück. 

Seit 2003 sucht die Bayerische Staatsbibliothek nach NS-Raubgut in ihren Beständen: So erhielt 2007 das Thomas-Mann-Archiv Zürich 78 Bände aus der Bibliothek des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers. Die Förderung durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste trägt seit 2013 sehr dazu bei, Recherchen voranzutreiben und Rückgaben zügig durchzuführen: 2015 gab sie das Plocker Pontifikale, das älteste polnische Pontifikale, an die katholische Kirche in Polen zurück. Vor wenigen Wochen erst restituierte die BSB gemeinsam mit der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns 44 Werke an die Nachkommen des Münchner Orientalisten Prof. Karl Süßheim. 

Die UB Leipzig hat mit Mitteln aus dem Haushalt des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien in einem Projekt von 2009-2011 systematisch nach unrechtmäßig erworbenen oder übernommenen Beständen aus der Zeit von 1933-1973 gesucht. Dabei konnten ca. 5000 Bände mit Verdacht auf NS-Raubgut ermittelt werden. Viele Rückgaben konnten getätigt werden. Eine eigene Datenbank der ermittelten Titel mit ihren individuellen Merkmalen, eine Ausstellung und zahlreiche Restitutionen sind Ergebnisse des Projekts. Die Erforschung der Provenienzen gehört weiterhin zu den ständigen Aufgaben der UB Leipzig. 

Seit gut zehn Jahren arbeitet die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) mit Büchern, die als „Raubgut“ in der Zeit des Nationalsozialismus ihren verfolgten und ermordeten, meist jüdischen Eigentümern weggenommen wurden. Ziel ist die Rückgabe der Bücher an ihre Eigentümer. Bisher konnten über 600 Bücher an Institutionen und an Erben von Privatpersonen zurückgegeben werden.
Die Datenbank http://lootedculturalassets.de/ vermittelt einen Einblick in geklärte und noch ungeklärte Fälle.