Montag, 20. August 2018

Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber und Stadtarchiv Stuttgart vereinbaren Archivierung von Unterlagen zur NS-Erinnerungskultur

Die Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber und das Stadtarchiv Stuttgart haben eine Vereinbarung über die Archivierung von Unterlagen zur NS-Erinnerungskultur unterzeichnet. Mit der Vereinbarung wird zugleich ein Rahmen gesetzt für die mit ehrenamtlich Forschenden abzuschließenden Verträge. Die Idee dazu ist aus der Zukunftskonferenz der Stuttgarter Stolperstein-Initiativen im Juli 2016 hervorgegangen. Sie wurde von Roland Müller, dem Leiter des Stadtarchivs, zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stolperstein-Initiativen sowie der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber entwickelt. Die Vereinbarung trägt der Tatsache Rechnung, dass ehrenamtlich Forschende in den vergangenen zwanzig Jahren wertvolle Beiträge zur NS-Geschichte Stuttgarts geleistet haben. Die von ihnen recherchierten, wertvollen historischen Unterlagen wird das Stadtarchiv professionell verwahren, erschließen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Auch sollen die zusammengetragenen Originaldokumente zeitnah für die historische Bildungsarbeit digitalisiert werden.  

The 60 Best and Worst International Covers of Lolita / Emily Temple. In: Lit Hub Daily August 20, 2018

In 1958, Nabokov wrote to his new American publisher, Walter J. Minton at Putnam, about the cover for his forthcoming novel, Lolita. “What about the jacket?” he wrote.
After thinking it over, I would rather not involve butterflies. Do you think it could be possible to find today in New York an artist who would not be influenced in his work by the general cartoonesque and primitivist style jacket illustration? Who would be capable of creating a romantic, delicately drawn, non-Freudian and non-juvenile, picture for LOLITA (a dissolving remoteness, a soft American landscape, a nostalgic highway—that sort of thing)? There is one subject which I am emphatically opposed to: any kind of representation of a little girl.
Minton sent Nabokov some sent him some drafts. Nabokov rejected them all.
“I have just received the five designs and I quite agree with you that none of them is satisfactory,” he wrote. “I want pure colors, melting clouds, accurately drawn details, a sunburst above a receding road with the light reflected in furrows and ruts, after rain. And no girls. If we cannot find that kind of artistic and virile painting, let us settle for an immaculate white jacket (rough texture paper instead of the usual glossy kind), with LOLITA in bold black lettering.”
In the end, he sort of got that—with green instead of white, and he was satisfied well enough. As many have pointed out, Lolita is an exceptionally difficult book to design for. In the 60 years since its American publication (and 63 since its original appearance), many of tried, and almost all of them have failed. Certainly most of the below covers run contrary to Nabokov’s original wishes.
Below, you’ll find 60 cover treatments of Lolita from all over the world, organized into wide, baggy categories of “best” and “worst.” For my own personal taste I can make no excuses. All of these were actually published (there have been lots of casual redesigns and fan art over the years, but those are for another day). I found many of the covers using Nabokov scholar and translator Dieter E. Zimmer’s Covering Lolita, but others came from the deep reaches of the Internet. I’ve tried to be as accurate as possible with dates and publishing houses, but as I’m sure you know, the Internet can never be fully trusted on these things.

THE BEST:

lolita first edition 
Published by Olympia Press, Paris, 1955

I know that the first French edition of Lolita is famously boring and even famously ugly, but I’ve always sort of liked it. The color is a pleasing olive green and the cover as a whole looks erudite and understated—the latter of which contrasts nicely with the contents.

american first edition lolita 
Published by Putnam, New York, 1958
 
The original US edition isn’t anything special, especially by today’s standards. But it does the job, and it’s not hysterical or over-sexualized, and I don’t hate it. It announces the book as the high-class literary marvel that it is. ... [mehr] https://lithub.com/the-60-best-and-worst-international-covers-of-lolita/

Kommentar von Rafael Ball zu DEAL und der "guten alten Fernleihe"

Eigentlich hatte ich ja entschieden, das Thema Open Access und die Verhandlungen mit den drei großen Verlagen aus Naturwissenschaft, Technik und Medizin nicht mehr zu kommentieren und erst dann wieder aufzugreifen, wenn abschließende Ergebnisse vorzuweisen sind. Allerdings sind nun die Verhandlungen in Deutschland – oder besser gesagt, die Treffen der Parteien zur gegenseitigen Mitteilung ihrer erklärten und unverrückbaren Ziele – zumindest mit dem Verlag Elsevier beendet worden – und zwar von Seiten der Wissenschaft und der Bibliothekare. Das hat nun eine ganz neue Dimension und deshalb müssen wir uns in der Community wieder ernsthafte Gedanken darüber machen, was es bedeuten könnte: Schon vor mehr als einem halben Jahr übertitelte die FAZ einen Beitrag zu diesem Thema mit „Ein Nervenkrieg geht in die nächste Runde“ (22. Januar 2018).
Und tatsächlich gewinnt man immer mehr den Eindruck, als handele es sich bei den DEAL-Verhandlungen mehr um einen „Krieg“ als um professionelle Verhandlungen über Konditionen und Preise. Ich möchte nicht urteilen, wer denn wem den Krieg erklärt haben könnte, aber das Spiel mit dem Feuer, das an vielen Stellen dieser Welt geradezu en vogue ist, scheinen auch die Wissenschaftsallianz in Deutschland und die ihr zuarbeitenden Bibliothekare nicht zu fürchten. Offensichtlich aber haben nicht alle Stakeholder in diesem hochgefährlichen Spiel die Konsequenzen wirklich vor Augen, werden doch die Anzeichen eines echten Kontrollverlusts immer deutlicher. Denn erstmals enden Verträge und Zugriffe auf Elsevier-Titel werden abgeschaltet. Lange genug hat ein Unternehmen geliefert, ohne dafür bezahlt worden zu sein.
Was bedeutet das nun für Wissenschaft und Bibliotheken? Ist das die Feuerprobe für die Reaktivierung der guten alten Fernleihe? Werden Forscherinnen und Forscher nun wieder in Bibliotheken Formulare ausfüllen, um ihre Papers zu erhalten, natürlich ausgedruckt und über die Hauspost?
Oder wurde und wird gar ein Großteil der Elsevier-Journale samt ihrer Inhalte von der Wissenschaft gar nicht mehr benötigt für erfolgreiches Forschen? Wenn ja, was folgt daraus für das wissenschaftliche Publizieren und die Aufgabe von Bibliotheken? War die bisherige Literaturversorgung also völlig unnötig?
Oder werden die abgeschalteten Zugriffe jetzt substituiert durch die Nutzung illegaler Plattformen, deren Nutzungsempfehlung selbst vereidigten Beamten keine Gewissenskonflikte zu verursachen scheint? Wird das Ausreizen der Illegalität im Zeitalter akzeptierter Lügen und Betrügereien jetzt auch in der seriösesten aller Branchen, dem Bibliothekswesen, salonfähig? Ich mag es mir kaum vorstellen.
Beide Alternativen wären weder für Verlage noch für die Bibliotheken schmeichelhaft. Aber das eigentlich dicke Ende könnte noch kommen: Dann nämlich, wenn die Substitutionsangebote des Document Delivery für die fehlenden Onlinezugriffe auf Elsevier-Inhalte gar nicht genutzt werden, während in Wissenschaft und Forschung weiter erfolgreich gearbeitet, gelesen und publiziert wird. Dann nämlich wären weder die Versorgung mit Inhalten noch das Verhandeln von Open-Access-Verträgen eine Aufgabe von Bibliotheken. Und all jene Bibliothekare, die sich jetzt so weit aus dem Fenster gelehnt haben, hätten dann ein echtes Legitimierungsproblem.
Ich wünsche uns allen, dass die Fernleihbestellungen in die Höhe schießen und Wissenschaftler landauf landab darüber klagen, dass sie nun ohne Elsevier-Zugriffe nicht mehr forschen können.
Sie sehen, der Nervenkrieg geht tatsächlich in die nächste Runde und es bleibt zu hoffen, dass es nur die Nerven sind, die hier Schaden nehmen.
Denn schon steht das nächste aufregende Thema vor der Tür: Im ersten Beitrag der vorliegenden Ausgabe der Library Essentials geht es nämlich um „Predatory Journals“ von Raubverlagen. Aber das ist schon wieder eine neue Geschichte.
Herzlich
Ihr Rafael Ball 

via Library Essentials Editorial 6-2018

ta'puq mach: 'Der kleine Prinz' erscheint in klingonischer Übersetzung

Den Kinderbuch-Klassiker 'Der kleine Prinz' gibt es demnächst auch auf "Außerirdisch": Star-Trek-Sprachexperte Lieven L. Litaer hat die weltberühmte Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry jetzt unter dem Titel "ta'puq mach" ins Klingonische übersetzt: "Ich bin dabei so genau wie möglich am Originaltext geblieben", sagte der 38-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Das Buch werde im Oktober beim Verlag in Farbe und Bunt erscheinen und künftig bei seinen jährlichen Klingonisch-Sprachkursen als Literaturlektüre eingesetzt.
"Das Interesse am Klingonischen wächst", sagte Litaer. Sein Sprach-Training "qepHom" (Kleines Treffen) im November, das auf 50 Teilnehmer begrenzt ist, sei bereits fast ausgebucht: Auch "Star Trek"-Fans aus Schweden und Kanada hätten sich angemeldet. Viele lernten auch online: Bei Facebook gebe es eine Lerngruppe mit 1.000 Teilnehmern. Die Kunstsprache umfasse mittlerweile rund 4.000 Wörter, die vom US-amerikanischen Sprachwissenschaftler Marc Okrand geschaffen wurden.
Jedes Jahr kommen neue Wörter dazu. Dieses Jahr waren es über 120. "Ein Großteil wurde für den 'Kleinen Prinzen' erschaffen", sagte Litaer, der das Projekt schon 2004 begonnen hatte. "Es hat so lange gedauert, weil mir viele Vokabeln gefehlt haben." Für Worte wie Schaf oder Rose mussten Begriffe erst gefunden werden.Um lernen zu können, stehen in dem Buch jeweils auf einer Seite der deutsche und auf der gegenüberliegenden Seite der klingonische Text. Litaer schätzt, dass weltweit 20 bis 30 Menschen fließend Klingonisch sprechen – eine Sprache mit vielen Zungenbrechern und Kehlkopflauten. 'Der kleine Prinz' ist bereits in rund 300 Sprachen und Dialekte übersetzt worden. "Da dachte ich, dass das Klingonische nicht fehlen dürfte", erzählt der Architekt.

via https://www.heise.de/newsticker/meldung/ta-puq-mach-Der-kleine-Prinz-erscheint-in-klingonischer-Uebersetzung-4141348.html

DATLife (Demography of Aging across the Tree of Life)

"DATLife (Demography of Aging across the Tree of Life) is a curated data source for the comparative analysis of mortality and fertility across animals. In this context, “curated” means that the quality of information is assessed and recorded in the database. All information in DATLife is checked carefully, eventually recalculated, and continuously updated. DATLife contains only published data. For each data type, the study location, the study duration, and the end date of the study are recorded.

DATLife data are open access, free use, under the condition that DATLife is cited as the source. Please use the following format: DATLife – The Demography Across the Tree of Life – database. Max-Planck Institute for Demographic Research (Germany). Available at www.datlife.org. (data downloaded on [date]) 

DATLife holds the following population-level information
1. Age-specific mortality, mostly published as “life tables” or “age structures.” Currently, the database holds original data as published, with complete lifetables calculated using standard assumptions

2. Age-specific fertility
3. Stage-specific mortality means for our purposes survival at a specific stage at which the exact ages are unknown. Typical examples of stage-specific survival data are annual juvenile and annual adult survival of animals.
4. Maximum observed lifespan is an extreme value of an individual in a given population. To facilitate quality assessment, we include the number of individual lifespans known within a study group, and whether the maximum observed lifespan was from an animal that was dead or alive.
5. Age at maturity. Although this age is frequently recorded in other compilations of data (Pantheria database, Animal Diversity Web), there are many fundamentally different definitions of the “age at sexual maturity.” Here, the original publications were retrieved and the exact data category is determined."

Archivar in der größten Bibliothek des Nahen Ostens: Der Schatzmeister

"Life is what happens while you are busy making other plans", sang John Lennon. 1980 war das, da ist Stefan Litt elf Jahre alt. Er wächst in der DDR auf, Ost-Berlin. Und das Lied wird zu seinem Song. Pläne hat er 1980 noch keine, höchstens Teenagerträume. Aber dann, am Ende des Jahrzehnts, als die Mauer fällt und es auf einmal nur noch ein Deutschland gibt, passiert, was Lennon gesungen hatte. Litt ist damals Student in Jena, drittes Semester, wissenschaftlicher Gerätebau. Eine trockene Materie für Tüftler.
Litt schwärmt aber für Geschichte, fremde Sprachen, schmeißt in Jena hin, beginnt an der FU Berlin Judaistik und Geschichte zu studieren - und liest im Herbst 1990 eine Annonce in der "Berliner Zeitung", die alles verändert. Die Israelitische Synagogen-Gemeinde Adass Jisroel bietet Hebräisch-Intensivsprachkurse in der Kurt-Tuckolsky-Straße an. Litt lernt die Sprache - und sie zu lieben.
Heute, fast 30 Jahre später, ist der große Mann mit der kleinen Brille und der sonoren Stimme, dem man seine Berliner Kindheit immer noch ein wenig anhört, Archivar an der israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem, dort zuständig für die deutschen Bestände und Kurator für allgemeine Geisteswissenschaften. Die Jobbeschreibung müsste wohl lauten: "Schatzmeister". ... [mehr] http://www.spiegel.de/kultur/literatur/israel-nationalbibliothek-mit-nachlaessen-von-franz-kafka-stefan-zweig-und-else-lasker-schueler-a-1221930.html

Gedankenexperiment: Was geschähe mit dem Buchmarkt, wenn die Buchpreisbindung wegfiele?

Wir schreiben das Jahr 2030. Vom Schock, als vor zehn Jahren die Preisbindung für Bücher aufgehoben wurde, hat sich der Buchmarkt mittlerweile wieder erholt. Die verbliebenen Verlage, der Geschenke-, Schreib- und Buchwarenhandel, sowie die Vereinigung der Bahnhofskioske melden erstmals wieder steigende Umsätze. Branchenexperten sprechen bereits von einer Renaissance des Buches und bezeichnen den Beinahe-Zusammenbruch des Marktes in 2020 als ein längst überfälliges und reinigendes Gewitter, als einen dringend notwendigen Aderlass für einen ballastfreien Neuanfang.
Die Pleitewelle, der knapp 50 Prozent der Verlage und zwei Drittel des stationären Buchhandels zum Opfer gefallen sind, hat auch den Bildungsdünkel und die überfrachteten Kulturdebatten, die dem Medium Buch seit jeher anhafteten, mit ausgelöscht. Befreit vom antiquierten Bildungsballast konnte das Lesen von Büchern in den letzten Jahren einen enormen Imagewandel verzeichnen und erreicht neuerdings wieder Zielgruppen, die seit Generationen keine einzige Seite mehr gelesen haben.
In Bussen und Bahnen sieht man mittlerweile immer mehr Menschen, die tatsächlich ein Buch in den Händen halten und darin lesen, statt mit verklärtem Bick auf Handhelds und durch Smart-Glasses zu starren. Das liegt zum einen daran, dass billige Unterhaltungsliteratur, die nach wie vor über 80 Prozent des Buchmarktes ausmacht, endlich auch das kostet, was sie wert ist und somit wieder für alle Bevölkerungsschichten erschwinglich ist. Romane sind statt für 20 Euro jetzt für durchschnittlich 99 Cent oder alternativ zehn Payback-Punkte zu haben. Um der gestiegenen Nachfrage zu begegnen, hat die Thalia-Douglas-Bahnhofskiosk AG ihre Verkaufsflächen in den letzten zwei Jahren um über 200.000 qm erweitert. In den Hauptbahnhöfen von Metropolen wie Berlin, Frankfurt, Hamburg und München sind die modernen 24/7-Filialen mittlerweile rund um die Uhr geöffnet.
Generell hat die Aufhebung der Buchpreisbindung dem Buch völlig neue Absatzkanäle eröffnet. Für viel Aufmerksamkeit hat zum Beispiel die Entscheidung der Edeka-Gruppe gesorgt, die begehrten Treuepunkte durch Treuebücher zu ersetzen. Ab einem Einkauf von 10 Euro gibt es an der Lebensmittelkasse einen Fitzek-Backlisttitel und ab 20 Euro einen Elfen-Roman von Bernhard Hennen dazu. Ganz neu und nur so lange der Vorrat reicht: Von August bis Oktober wird es ab 50 Euro Einkaufswert sogar einen Longlist-Titel des Deutschen Buchpreises zu jedem Einkauf mit dazu geben. Bereits jetzt gilt die Edeka-Treuebücher-Aktion als die erfolgreichste Zugabe-Aktion in der Firmengeschichte des Lebensmittelhandels. Im Netz werden einzelne Edeka-Treuebücher bereits zu Spitzenpreisen gehandelt. Für Edeka Marketing-Vorstand Joachim Ländle ist dies ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Buch quer durch alle Bevölkerungsschichten immer noch eine hohe Attraktivität besitzt. „Die Treuebücher sind um ein Vielfaches begehrter, als zum Beispiel Bratpfannen oder Kugelgrills“, so Ländle. Durch den Erfolg der Aktion beflügelt, plant die Edeka-Gruppe bereits die Gründung eines eigenen Verlages. Erste Gespräche mit einer Münchener Literaturagentur, die ihren gesamten Autorenstamm bei Edeka einbringen will, haben bereits stattgefunden. ... [mehr] https://buchrevier.com/2018/08/18/bibliotopia/