Dienstag, 20. August 2019

Arolsen Archives: Passagierlisten von Auswanderern online

Nachdem das Hitler-Regime besiegt war, wollte eine große Zahl der Holocaust-Überlebenden sowie der befreiten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter Europa verlassen. Neben Amerika standen Kanada und Australien ganz oben auf der Liste der erhofften Emigrationsziele. Wer fand eine neue Heimat in Übersee? Wann und auf welchen Schiffen verließen die Menschen das in Trümmern liegende Europa? Um Angehörigen diese Fragen schnell und einfach beantworten zu können, haben die Arolsen Archives zusammen mit Ancestry Passagierlisten online veröffentlicht. Darin lassen sich Informationen über rund 1,9 Millionen Menschen recherchieren, die nach 1945 nicht in ihre Heimatländer zurückkehren wollten oder konnten. […]
Siehe https://arolsen-archives.org/news/neu-im-online-archiv-passagierlisten/

Online-Archiv von Arolsen Archives: https://collections.arolsen-archives.org/search/
Online-Archiv von Ancestry: https://www.ancestry.com/cs/alwaysremember


via https://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=49753

Klassik Stiftung soll zum „Thinktank“ werden

Politischer, digitaler und mit mehr Privatgeldern ausgestattet: So stellt sich die neue Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar, Ulrike Lorenz, die Zukunft ihrer Institution vor. Die Stiftung – eine der größten Kulturstiftungen Deutschlands – könne zu einem „Thinktank“ für Politik und Gesellschaft werden. Die 1963 in Gera geborene Lorenz kündigte zudem an, Digitalisierung zur Chefsache zu machen und mit einem neuen Beratungsgremium aus Wirtschaft und Gesellschaft mehr Spendengelder etwa von Privatunternehmen für die Stiftung generieren zu wollen.

Staatsgalerie Stuttgart gibt Raubkunst zurück

Nach fast 80 Jahren werden zwei Zeichnungen aus der Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart an die Erben des ursprünglichen Besitzers zurückgegeben. Die beiden Werke gehörten nach Angaben des Museums zur Sammlung des jüdischen Juristen Michael Berolzheimer (1866-1942). Gemeinsam mit seiner Familie hatte er Deutschland unter dem Druck des Nationalsozialismus im Sommer 1938 verlassen und war in die USA emigriert. Seine Kunstsammlung ließ er zurück, sie wurde 1938 und 1939 in München versteigert. Bei den Zeichnungen handelt es sich um Werke des schwäbischen Spätromantikers Theodor Christoph Schüz (1830-1900) und des niederländischen Malers und Radierers Samuel van Hoogstraten (1627-1678).

Die 20 Nominierten für den Deutschen Buchpreis stehen fest

Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse, dieses Jahr am 14. Oktober, zeichnet die Stiftung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen "Roman des Jahres" mit dem Deutschen Buchpreis aus.
Sieben von Jahr zu Jahr wechselnde Juroren wählen unter den von den Verlagen eingereichten und eventuell auch nachgeforderten Romanen zunächst 20 aus, am 17. September wird dann die Shortlist mit sechs Titeln bekannt gegeben. Der Preisträger erhält 25.000 Euro, die übrigen fünf Autoren der Shortlist erhalten jeweils 2.500 Euro.
Die 20 nominierten Autorinnen und Autoren und ihre Titel sind:
  • Nora Bossong, Schutzzone (Suhrkamp, September 2019)
  • Jan Peter Bremer, Der junge Doktorand (Berlin Verlag, September 2019)
  • Raphaela Edelbauer, Das flüssige Land (Klett-Cotta, August 2019)
  • Andrea Grill, Cherubino (Paul Zsolnay, Juli 2019)
  • Karen Köhler, Miroloi (Carl Hanser, August 2019 - lesen Sie hier eine Rezension)
  • Miku Sophie Kühmel, Kintsugi (S. Fischer, August 2019)
  • Angela Lehner, Vater unser (Hanser Berlin, Februar 2019 - lesen Sie hier eine Rezension)
  • Emanuel Maeß, Gelenke des Lichts (Wallstein, Februar 2019)
  • Alexander Osang, Die Leben der Elena Silber (S. Fischer, August 2019)
  • Katerina Poladjan, Hier sind Löwen (S. Fischer, Juni 2019 - lesen Sie hier eine Kurzrezension)
  • Lola Randl, Der Große Garten (Matthes & Seitz Berlin, März 2019)
  • Tonio Schachinger, Nicht wie ihr (Kremayr & Scheriau, September 2019)
  • Norbert Scheuer, Winterbienen (C.H.Beck, Juli 2019)
  • Eva Schmidt, Die untalentierte Lügnerin (Jung und Jung, März 2019)
  • Sasa Stanisic, Herkunft (Luchterhand, März 2019 - lesen Sie hier ein Autorenporträt und hier eine Rezension)
  • Marlene Streeruwitz, Flammenwand. (S. Fischer, Mai 2019 - lesen Sie hier eine Rezension)
  • Jackie Thomae, Brüder (Hanser Berlin, August 2019 - lesen Sie hier ein Porträt der Autorin)
  • Ulrich Woelk, Der Sommer meiner Mutter (C.H.Beck, Januar 2019 - lesen Sie hier eine Rezension)
  • Norbert Zähringer, Wo wir waren (Rowohlt, März 2019)
  • Tom Zürcher, Mobbing Dick (Salis, März 2019)
via https://www.spiegel.de/kultur/literatur/deutscher-buchpreis-die-20-nominierten-fuer-die-literaturauszeichnung-stehen-fest-a-1282744.html

Zwei postume Publikationen von Tomas Tranströmer und Lars Gustafsson

Die Stadt Västeras hat die beiden grossen schwedischen Dichter Tomas Tranströmer und Lars Gustafsson verbunden, aber auch eine tiefe Freundschaft, die selbst ein Nobelpreis nicht trüben konnte. Beide besassen sie das poetische Genie, in ihrem Schreiben die Nebel des Daseins zu lichten. Jetzt sind letzte Werke erschienen.
Vor nicht allzu langer Zeit sind zwei grosse schwedische Schriftsteller kurz nacheinander gestorben: der Lyriker und Nobelpreisträger Tomas Tranströmer 2015, der Romancier, Lyriker und Essayist Lars Gustafsson im Jahr darauf. Sie waren Freunde und haben auch übereinander geschrieben. Beide konnten vor ihrem Tod ein letztes Werk noch weitgehend abschliessen. Gustafsson verfasste die «Etüden für eine alte Schreibmaschine», Gedichte über den Rückzug aus der Vita activa. Tranströmer legte mit «Randgebiete der Arbeit» eine vielfarbige Dokumentation seines Lebens vor. Dieses geschickte Arrangement von Erinnerungsstücken, Briefen, Interviews, Entwürfen und Fotografien liest sich wie eine spannende Biografie. Die deutsche Ausgabe ist den Herausgebern Magnus Halldin und Wolfgang Butt, nicht zuletzt aber Monica Tranströmer, der Frau des Dichters, zu verdanken.
Ein markanter Ort in Mittelschweden hat die beiden Dichter verbunden: Västeras, die alte Stadt am Mälarsee. Gustafsson (geboren 1936) ist hier aufgewachsen, und Tranströmer (1931 in Stockholm geboren) hat ebenda 35 Jahre lang als Psychologe gearbeitet. In dessen Werk, das sich gerne dem Meer zuwendet, ist die Provinz Västmanland mit ihren Seen aber wenig präsent, während sie in Gustafssons späten Gedichten und in seinen bekanntesten Romanen, «Nachmittag eines Fliesenlegers» beispielsweise oder «Frau Sorgedahls schöne weisse Arme», einen vielfältig abgestuften Hintergrund bildet.
In Tranströmers Dokumentation tritt Lars Gustafsson mehrfach auf: nicht nur als Briefempfänger, sondern auch als Laudator, so beim Petrarca-Preis, den Tranströmer 1981 in Vicenza erhalten hat. Er pries den Preisträger dort als Utopisten des Augenblicks, der um die bedrohte Balance dieses Augenblicks weiss.
Wie Tranströmer in seinem Textgefüge gefährdete Momente zu unverrückbaren Bildern gerinnen lässt, das sind poetische Wunder von Seite zu Seite. So am Schluss des Gedichts «Goldwespe»: «Aber heute hat mein Blick mich verlassen. / Meine Blindheit ist gewichen. / Die dunkle Fledermaus hat das Gesicht verlassen und schert umher / im hellen Raum des Sommers.» Oder im Zyklus «Schubertiana», der eigentlich in New York angesiedelt ist: «Die fünf Streicher spielen. Ich gehe durch laue Wälder nach Hause, der / Boden federt unter mir, / Ich ringele mich zusammen wie ein Ungeborenes, schlummre, rolle / schwerelos in die Zukunft hinein, spüre plötzlich, dass die Pflanzen / Gedanken haben.» ... [mehr] https://www.nzz.ch/meinung/literarische-perlen-aus-schweden-gustafsson-und-transtroemer-ld.1499545

Reinhard Jirgls Archiv geht nach Marbach

Der Schriftsteller Reinhard Jirgl, Büchner-Preisträger von 2010, übergibt sein Archiv dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. Damit stellt der 66-jährige Jirgl der Forschung seine handschriftlichen Manuskripte und Vorarbeiten zu seinen Werken ebenso zur Verfügung wie einen Commodore C64-5,25 nebst Floppy-Disks. Auf der Grundlage dieser Dokumente lässt sich die Entstehungs-, Veröffentlichungs- und Rezeptionsgeschichte seiner Bücher genau rekonstruieren, wie aus der Mitteilung des DLA hervorgeht. Für seine Manuskripte benutzte Jirgl meist handelsübliche Schreibhefte im DIN A4-Format, die am Fuß der Seiten und auf eingefügten Blättern Ergänzungen zum fortlaufenden Text enthalten.
Nach einem Studium der Elektronik an der Humboldt-Universität arbeitete Jirgl seit 1978 als Beleuchtungstechniker an der Berliner Volksbühne, wo Heiner Müller sein Mentor wurde. Die Publikation seines ersten Erzählwerks "Mutter Vater Roman" lehnte der Aufbau Verlag 1985 aus politischen Gründen ab, kurz nach der Wende konnte es dann 1990 in der Buchreihe "Außer der Reihe" erscheinen. Seit 1996 arbeitet Jirgl als freier Schriftsteller. Der Luchterhand Literaturverlag veröffentlichte 1991 "Im offenen Meer". Seine weiteren Bücher – meist Romane – erschienen im Hanser Verlag: "Abschied von den Feinden" (1995), "Hundsnächte" (1997), "Die atlantische Mauer" (2000), "Genealogie des Tötens. Trilogie" (2002), "Die Unvollendeten" (2003), "Abtrünnig. Roman aus der nervösen Zeit" (2005), "Die Stille" (2009), "Nichts von euch auf Erden" (2013), "Oben das Feuer, unten der Berg" (2016). Im Mittelpunkt der Romane steht die deutsche Geschichte seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, Ort der Handlung ist vorzugsweise Berlin. Besondere Merkmale seiner Erzählprosa sind eine eigene Orthografie und Interpunktion sowie die Darstellung alternativer Ereignisabfolgen.
Reinhard Jirgl wurde mit nahezu allen wichtigen deutschen Literaturpreisen geehrt, darunter der Alfred-Döblin-Preis 1993, der Joseph-Breitbach-Preis 1999, der Literaturpreis der Stadt Bremen 2006 und schließlich 2010 der Georg-Büchner-Preis.
Anfang 2017 erklärte Jirgl, er habe sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, und obwohl er sich weiterhin dem Schreiben widme, wolle er künftig von neuen Publikationen absehen.

via https://www.boersenblatt.net/2019-08-20-artikel-reinhard_jirgls_archiv_geht_nach_marbach-buechnerpreistraeger_gibt_unterlagen_ab.1709670.html

Springer Nature und Hochschulrektorenkonferenz (HRK) laden zur Pressekonferenz am 22.08.2019

Um über "die neuesten Entwicklungen bei ihren Verhandlungen" zu berichten, laden Springer Nature und das Projekt DEAL der HRK zu einer Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin. Die spannende Frage im Vorfeld lautet, ob beide Verhandlungspartner eine Übereinkunft erzielt haben – den zweiten "DEAL" nach dem Vertrag mit Wiley.
Mit dabei im Büro der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) werden sein:
  • Daniel Ropers (Chief Executive Officer, Springer Nature)
  • Frank Vrancken Peeters (Chief Commercial Officer, Springer Nature)
  • Dagmar Laging (Vice President Institutional Sales Europe, Springer Nature)
  • Dr. Frank Sander (Geschäftsführer MPDL Services GmbH)
  • Prof. Dr. Horst Hippler (Sprecher Projektlenkungsausschuss Projekt DEAL, ehem. Präsident HRK)
  • Prof. Dr. Gerard Meijer (Direktor am Fritz-Haber-Institut der MPG, Mitglied DEAL-Verhandlungsgruppe, Chairman der 14. Berliner Open Access Konferenz)
Die deutschen Wissenschaftsorganisationen verhandeln seit 2016 im Rahmen des Projekts DEAL (www.projekt-deal.de) mit den drei größten Wissenschaftsverlagen Elsevier, Springer Nature und Wiley über bundesweite Lizenzverträge für elektronische Fachzeitschriften. Diese beinhalten auch eine Open-Access-Komponente, wie sie etwa im Vertrag mit Wiley ausformuliert wurde. Die Gespräche mit Elsevier wurden bereits vor einigen Monaten ausgesetzt.
Für eine DEAL-Lizenz kommen potentiell mehrere hundert Einrichtungen (z.B. Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Forschungseinrichtungen, Staats- und Regionalbibliotheken) als Teilnehmer in Betracht.

via https://www.boersenblatt.net/2019-08-20-artikel-steht_ein_neuer_deal_-springer_nature_und_hrk_laden_zur_pressekonferenz.1709663.html

Gruselige Empfehlungen online: Woher weiß der das?!

Wie hieß denn noch dieser Filmklassiker von Tarantino, der so durcheinander ist?‘, überlegen wir mit einem Freund. Und schon beim nächsten Einloggen in den Streaming-Dienst steht „Pulp Fiction“ ganz oben. Manchmal ist es geradezu gruselig, was künstliche Intelligenz über uns weiß. Wann und warum wir das so empfinden, damit haben sich Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) beschäftigt. Ihr Fazit: (Zu wenig) Transparenz ist entscheidend. 
Originalpublikation: Helma Torkamaan, Catalin-Mihai Barbu, and Jürgen Ziegler. 2019. How Can They Know That? A Study of Factors Affecting the Creepiness of Recommendations. In Thirteenth ACM Conference on Recommender Systems (RecSys ’19), September 16–20, 2019, Copenhagen, Denmark. ACM, New York, NY, USA, 5 pages.
via https://idw-online.de/de/news720724
 

Landesschriften Graubünden online

Neu steht die rund 2.700 Dokumente umfassende Sammlung von gedruckten Landesschriften Graubünden aus den Jahren 1538 bis 1884 digital zur Verfügung (via Newsletter Kantonsbibliothek Graubünden):
„Die in den Druckschriften behandelten Themen sind vielfältig und betreffen die meisten Bereiche des Lebens der vergangenen Jahrhunderte: Vom Solddienst über Pestzüge und Hungersnot hin zu Handel mit Zöllen, Brücken- und Weggeldern, von Bündnissen mit fremden Mächten über zahllose Konflikte zwischen den Gerichtsgemeinden und zwischen grossen Herren, die im Stil der Zeit „mit betrübtem Herzen und beschwertem Gemüt“ ihre Standpunkte vertraten, bis hin zu Aufenthaltsregelungen für „unverheiratete Weibspersonen“ und Regeln für den Beruf der Hebamme.“
Beispiel einer digitalisierten Landesschrift: Bekanntmachung des Sanitätsraths, betreffend die Kartoffelkrankheit

via https://blog.digithek.ch/landesschriften-graubuenden-online/

Montag, 19. August 2019

Postkartenarchiv des Kunstverlages Brück und Sohn in der Deutschen Fotothek

Einer der ältesten Postkartenproduzenten ist der Kunstverlag Brück und Sohn, der schon 1793 in Meißen gegründet wurde. Ende der 1890er Jahre spezialisierte man sich auf Ansichtskarten. Bis 2007 wurden exakt 33.333 verschiedene Motive herausgegeben, von denen nahezu alle im Familienarchiv bis heute nachzuweisen sind, ein bildhistorisch und fotografisch spannendes Material, das nun größtenteils digital in der Deutschen Fotothek zu finden ist.
Das Negativarchiv des Verlages wurde von der Deutschen Fotothek übernommen. Nun wurden im Rahmen des sächsischen Landesdigitalisierungsprogramms alle erhaltenen Negative aus dem Zeitraum bis 1989 digitalisiert, beschrieben und um die bei Wikimedia Commons verfügbaren Postkartenscans ergänzt. Was man dabei sieht, ist, wie mit den Negativen „getrixt“ wurde: Bildausschnitte wurden verknappt, Farben nachcoloriert, fliegende Frauen einmontiert und auch der Zeppelin über der Meißner Albrechtsburg ist eine Erfindung der Verleger. 
Kulturhistorisch interessant wird das Archiv durch die geografische Vielseitigkeit. Aus immerhin 17 Ländern stammen die klassischen Postkartenmotive, wenn auch der Schwerpunkt in Sachsen liegt. Zu sehen sind vielfach die touristischen Highlights der mehr als 1.300 Orte, seien es Kirchen, Schlösser, Burgen, sei es die sehenswerte Landschaft – alles wurde festgehalten im Wandel der Zeiten und der (Postkarten)-Moden. 

via https://blog.slub-dresden.de/beitrag/2019/08/01/urlaubsgruesse-aus-fast-aller-welt-postkartenarchiv-des-kunstverlages-brueck-und-sohn-jetzt-in-der-d/

Schiller-Textfragment gelangt nach Marbach

"Neulich gelangte ein Zettel von Schillers Hand ins DLA Marbach, ein Textbruchstück oder vielmehr ein Ausschnitt in des Wortes wahrster Bedeutung, handelt es sich doch tatsächlich um einen von einem größeren, beschriebenen Blatt abgeschnittenen Papierstreifen mit einigen Zeilen von Schillers Hand samt der Beglaubigung des ältesten Sohnes, seines Zeichens ein wackerer Oberförster, dass dies auch wirklich die Schriftzüge seines Vaters, des allseits verehrten Dichters seien. Die Nachkommen Schillers betrieben damit geradezu ein Devotionalienwesen, indem sie erhaltene Manuskripte zerschnitten und die Schnipsel, ohne einen Gedanken an das Wehgeschrei späterer Philologen zu verschwenden, an Verehrer des Dichters oder Andenkenjäger weitergaben.
Worum handelt es sich? ... es handelt sich um "Demetrius", Schillers letztes Stück, von dem auch sonst etliche solcher Papierschnipsel bekannt sind, und nun ist auch die Identifikation der Textstelle leicht: Es geht um den berühmten Monolog der Marfa. ....."  (Text nur leicht paraphrasiert)

nach: Helmuth Mojem. "Machtvoll wie himmlische Scharen. Was sich hinter einem Schiller-Textfragment verbirgt, das jetzt nach Marbach gelangt ist." FAZ 14.08.2019.

Mojem leitet das Cotta-Archiv im DLA Marbach

Fachinformationsdienst Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der HAB Wolfenbüttel

Der Fachinformationsdienst Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft (FID BBI) wird seit Oktober 2017 von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Leipzig aufgebaut. Der FID BBI richtet sich an Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der beteiligten sowie angrenzenden Disziplinen und adressiert ebenso Berufspraktiker des Bibliotheks- und Informationswesens. Der FID wird durch das DFG-Förderprogramm „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“ gefördert und hat zum Ziel, die Literatur- und Informationsversorgung der Hochschulen durch überregionale Angebote und Dienstleistungen für den Spitzenbedarf zu ergänzen.
Es ist geplant, ein Portal für Literatur und Ressourcen der Kernfächer des FID – Buchwissenschaft, Bibliothekswissenschaft und Informationswissenschaft – aufzubauen, das den spezialisierten Informationsbedarf der Disziplinen deckt und nachhaltige Serviceangebote bereitstellt. Geplant sind:
  • Aufbau eines zentralen Nachweisportals auf Basis moderner Retrievaltechnologien mit Bestellfunktion
  • spezialisierter bedarfsorientierter und sowohl international wie auch interdisziplinär ausgerichteter Bestandaufbau der Kernfächer und naher Grenzbereiche der Digital Humanities, historischen Hilfs- und Grundwissenschaften sowie Restaurierungswissenschaften, sofern ein direkter Bezug zu den BBI-Disziplinen besteht
  • Angebote zur Archivierung und Publikation von Forschungsdaten und Dokumenten
  • digitization-on-demand-Services
Für die Konzeption des Nachweisportals wird eng mit der UB Leipzig kooperiert, die mit adlr.link bereits ein zentrales Nachweisinstrument für den FID Kommunikations-, Film- und Medienwissenschaft etabliert hat.

Nino Haratischwili erhält Schiller-Gedächtnis-Preis

Die Theaterregisseurin und Schriftstellerin Nino Haratischwili erhält den Schiller-Gedächtnis-Preis 2019. Das teilte das (baden-württembergische) Kunstministerium am 16.08.2019 mit. Die mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als bedeutendster Literaturpreis des Landes Baden-Württemberg und wird alle drei Jahre verliehen. Die Figuren der 36 Jahre alten Haratischwili «thematisieren Migration und die psychologischen Beschädigungen aus weiblicher Perspektive», hieß es in der Bewertung der Jury. Die Stücke stellten Fragen, ohne moralisierend zu sein. Haratischwili wurde 1983 in Georgien geboren und lebt seit 2003 in Deutschland. Der Preis soll am 14. November in Stuttgart verliehen werden.

Mitteilung der Ministeriums

"Guardian"-Kolumnist Owen Jones auf offener Straße angegriffen

Owen Jones ist eine der profiliertesten linken Stimmen in Großbritannien - nun ist der "Guardian"-Kolumnist vor einem Londoner Pub angegriffen worden. Er spricht von einer Attacke Rechtsextremer. ... [mehr] https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/london-guardian-kolumnist-owen-jones-vor-pub-taetlich-angegriffen-a-1282488.html

Ö1 Morgenjournal | 19 08 2019: Europas modernste Bibliothek entsteht in Oslo

Norwegen ist heuer im Oktober Gastland bei der Frankfurter Buchmesse. Mit Stars wie Jostein Gaarder, Erik Fosnes-Hansen, Maja Lunde und Karl Ove Knausgard werden die Norweger anreisen und mit 250 Büchern in deutscher Übersetzung. „Der Traum in uns“ ist das Motto des Gastlandauftritts und den Traum von einem Leserparadies lässt man gerade auch im eigenen Land Wirklichkeit werden: In Oslo entsteht derzeit gerade die modernste öffentliche Bibliothek Europas. …
Siehe https://oe1.orf.at/artikel/661605/Europas-modernste-Bibliothek-entsteht-in-Oslo

via https://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=49748

USA: Popstar Katy Perry wegen Urheberrechtsverletzung vor Gericht

Onlinemedien zufolge kam eine Jury in Los Angeles zu dem Schluss, dass die US-Sängerin Katy Perry Teile ihres Hits »Dark Horse« aus dem Jahr 2013 von dem Song »Joyful Noise« des christlichen Rappers Marcus Gray kopiert haben soll. Die Höhe des Schadensersatzes hat nun das Gericht zu festzulegen. 
Die Sängerin verteidigte sich mit der Argumentation, bei »Dark Horse« handele es sich um ein komplett originäres Werk. Sie habe den Song den Rappers überhaupt nicht gekannt. Zudem sei der elektronische Beat von »Joyful Noise« so gewöhnlich, dass dieser gar nicht urheberrechtlich geschützt sein könne. 

Dokumente:

via http://www.urheberrecht.org/news/6245/

EuGH zur Veröffentlichung der »Afghanistan-Papiere«

Im Rechtsstreit der Bundesrepublik Deutschland gegen die hinter der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) stehende Funke-Mediengruppe über die Veröffentlichung vertraulicher Unterlagen zum Afghanistankrieg hat der EuGH entschieden, dass »die Informationsfreiheit und die Pressefreiheit außerhalb der in der Urheberrechtsrichtlinie vorgesehenen Ausnahmen und Beschränkungen keine Abweichung von den Urheberrechten rechtfertigen«. Bei militärischen Lageberichten müsse das nationale Gericht jedoch vor allem prüfen, ob die Voraussetzugen für ihren urheberrechtlichen Schutz erfüllt seien, bevor es prüft, ob ihre Nutzungen unter diese Ausnahmen oder Beschränkungen fallen könne (Az.: C-469/27 »Afghanistan-Papiere«  - Veröffentlichung in ZUM bzw. ZUM-RD folgt).
Die WAZ hatte mit »VS - nur für den Dienstgebrauch« markierte Papiere online zum Abruf gestellt. Die Dokumente dienten zur Unterreichtung des Parlaments über den Afghanistankrieg. Sie zeigen den Kriegsverlauf von 2005 bis Sommer 2012. Mit der Publizierung wollte die WAZ den »Verlauf der Auslandseinsätze dokumentieren«. Durch die Dokumente sei ersichtlich, dass - entgegen den immer wiederkehrenden Behauptungen einiger Politiker - schon lange nicht mehr von einer »Friedensmission« geredet werden könne. Die Klage stützte das Bundesverteidigungsministerium auf eine Verletzung des urheberrechtlichen Veröffentlichungsrechts gem. § 12 UrhG sowie der Rechte aus § 16 und § 19 a UrhG.
Laut EuGH sei angesichts der Modalitäten des Leaks zumindest »nicht ausgeschlossen«, »dass eine solche Nutzung von der in der Urheberrechtsrichtlinie vorgesehenen Ausnahme für Berichterstattungen über Tagesereignisse erfasst ist«. 
Der BGH hatte dem EuGH mit Beschluss vom 1. Juni 2017 Fragen zur Abwägung zwischen dem Urheberrecht und den Grundrechten auf Informations- und Pressefreiheit vorgelegt (ZUM 2017, 753; vgl. Meldung vom 1. Juni 2017). Nun muss er zunächst prüfen, ob die streitgegenständlichen militärischen Lageberichte urheberrechtlichen Schutz genießen. 

Dokumente:

Institutionen:

via http://www.urheberrecht.org/news/6244/

Hidden Details of the New York Public Library


Noted historians serve as your personal audio guide through a virtual walking tour of the New York Public Library. Find out about hidden details of the famed NYC building as these expert reveal the history behind the Winnie the Pooh toys, the Rose Main Reading Room, the iconic lion statues Patience and Fortitude, the Stephen A. Schwarzman building, the Milstein Division, the map collection, the book train and more.

via https://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=49737

Originalunterschriften von Daimler und Bosch

Diverse städtische Ämter sind derzeit dabei, ihren Aktenbestand zu digitalisieren. Im Stadtmessungsamt Stuttgart ist man dabei auf Dokumente gestoßen, die die Originalunterschriften von Gottlieb Daimler, Wilhelm Maybach, Robert Bosch oder Ferdinand Porsche tragen. Bei den Dokumenten handelt es sich um vermessungstechnische Zeichnungen der Privathäuser und Villen der Unternehmerpersönlichkeiten.
Rund 6000 Grundstücksakten, zum großen Teil in gebundener Form, lagern in der Kronenstraße 20, dem Sitz des Stadtmessungsamts. Sie alle sollen mittels Spezialscannern bis 2021 digitalisiert werden. Nach dem Scannen werden die Originale mit der digitalen Kopie nochmals abgeglichen: Dabei ist man auf die Unterschriften gestoßen. Eine der sogenannten Messurkunden aus dem Jahr 1895 etwa zeigt den Motorschuppen auf dem Privatgrundstück von Gottlieb Daimler in der Cannstatter Taubenheimstraße. In dem Schuppen soll Daimler gemeinsam mit seinem Konstrukteur Wilhelm Maybach am ersten Verbrennungsmotor getüftelt und damit den Grundstein für die Entwicklung der Automobilbranche gelegt haben. Seinerzeit mussten solche Urkunden noch persönlich unterzeichnet werden, und so findet sich am rechten Rand des Dokuments handschriftlich der Name Gottlieb Daimler. Die fälligen Gebühren für die Urkunde wurden seinerzeit nach Angaben des Amtsleiters noch in Goldmark beglichen.
Auf einem weiteren Exponat aus dem Jahr 1905 findet sich neben den Messdaten über sein Haus auch die Unterschrift Maybachs. Auch Robert Bosch unterzeichnete die Vermessungsdaten seiner Villa in der Heidehofstraße noch persönlich, ebenso wie Ferdinand Porsche, der 1923 die Maße seiner Autogarage zwischen den Wohnflügeln der Villa Porsche im Feuerbacher Weg dokumentieren ließ, in der er den sogenannten KdF-Wagen, einen Vorläufer des späteren VW-Käfer, entwickelte.
Daimler, Bosch und Porsche haben laut Siebers bereits Interesse an den Exponaten signalisiert. Die Originale gibt das Stadtmessungsamt aber nicht aus der Hand. Wenn die Digitalisierung abgeschlossen ist, könnten die Originaldokumente ins Stadtarchiv ausgelagert und dort Wissenschaftlern, aber auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. 

Stuttgarter Zeitung 15.08.2019

Plädoyer für ein Museum der Missionshistorie

Angesichts bedrohter katholischer Völkerkunde-Sammlungen schlägt die Museumsexpertin Ulrike Gilhaus (Münster) die Errichtung eines zentralen missionsgeschichtlichen Museums vor. Sie sei überzeugt, dass es vielen katholischen Orden nicht aus eigener Kraft gelingen werde, eine gute Lösung für ihre breit gefächerten Sammlungen und Nachlässe zu finden. Dazu seien oft weder die erforderliche große Expertise noch die Finanzkraft vorhanden. Gilhaus, Leiterin des LWL-Museumsamts für Westfalen, sprach sich für ein Engagement der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) aus.
Aktueller Anlass für Gilhaus' Appell ist die Schließung des Forums der Völker im westfälischen Werl. Es brauche auch deshalb ein Zusammenwirken mit der Bischofskonferenz, weil zwischen Orden und Bistümern Zielkonflikte sichtbar geworden seien, die gute Lösungen bisher verhindert hätten. Die Bistümer betrachteten die Sammlungen als reine Ordensangelegenheiten. Es fehle am Bewusstsein für ein gemeinsames Erbe. Die Franziskaner in Werl müssen ihr Haus mit rund 14.000 Objekten verkaufen, weil sie den Standort des Klosters noch in diesem Jahr aufgeben. Nachdem ein Rettungsversuch des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe im Zusammenspiel mit dem Bistum Paderborn scheiterte, will jetzt ein privater Investor das Museum kaufen und dort ein Tagungszentrum für Wirtschaftspartner aus Entwicklungs- und Schwellenländern einrichten. Nach Gilhaus' Angaben seien viele weitere Sammlungen von Auflösung bedroht. In Deutschland gibt es rund achtzig missionsgeschichtliche Sammlungen. Im Bereich der katholischen Kirche befinden sich diese weitgehend in der Hand der Orden, die missioniert haben.

epd 13.08.2019 
  

Sonntag, 18. August 2019

Studie über Deutschland als Gastland für ausländische Studierende

Deutschland ist weltweit das beliebteste nicht-englischsprachige Gastland für ausländische Studenten. Nur an den Universitäten der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Australiens waren zuletzt mehr Ausländer eingeschrieben als hierzulande. Das berichtet eine soeben publizierte Studie, die der Deutsche Akademische Austauschdienst zusammen mit Hochschulforschern aus Hannover durchgeführt hat. Deutschland löst danach mit seinen gut 250.000 Studierenden, die ihre Studienberechtigung im Ausland erworben haben, Frankreich auf Platz vier der meistbesuchten Universitätssysteme ab.
Im Jahr 2016 haben demnach fast 252.000 sogenannte Bildungsausländer – ausländische Studierende, die nicht in Deutschland ihr Abitur gemacht haben – an deutschen Hochschulen studiert, etwa 16.000 mehr als ein Jahr zuvor und gut 6000 mehr als in Frankreich. Die Zahlen sind auch in den Folgejahren weiter gestiegen. Im Wintersemester 2017/2018 waren 282.000 internationale Studenten in Deutschland eingeschrieben. Auch die Zahl der ausländischen Wissenschaftler an deutschen Hochschulen ist stark gestiegen. Nach Angaben des DZHW (= Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung) hat sie sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Vor allem chinesische Studenten zieht es nach Deutschland. Sie führten 2018 mit 37.000 an deutschen Hochschulen eingeschriebenen Männern und Frauen die Liste an, vor Indien (17.300), Österreich (11.100), Russland (10.800), Italien (8900) und Syrien (8600).
Zur Motivation ausländischer Studierender, nach Deutschland zu kommen, verweist die Studie auf eine bereits früher veröffentlichte Befragung aus dem Jahr 2016. Dort bezeichneten es drei Viertel als „zutreffend“ oder „voll und ganz zutreffend“, dass sie sich aufgrund der Qualität der Hochschulausbildung für ein Studium in Deutschland entschieden hätten. Mehr als 80 Prozent gaben an, dass sie Freunden und Bekannten aus ihrem Herkunftsland Deutschland als Studienort weiterempfehlen würden.
Der Bericht erwähnt aber auch die Möglichkeit, dass sich manche ausländische Studierende aus finanziellen Gründen für ein Studium in Deutschland entschieden haben könnten. Im Vergleich zu angelsächsischen Ländern ist es gebührenfrei (außer in Baden-Württemberg) und die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind vergleichsweise niedrig. Auf der anderen Seite seien aber auch deutsche Studierende „hochgradig mobil“. Etwa ein Drittel aller deutschen Studierenden absolviere während des Studiums einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt.

Baden-Württemberg rutscht im bundesweitem Bildungsranking ab

Baden-Württemberg hat sich bei der Bildung im Vergleich zu anderen Bundesländern verschlechtert. Rang sechs belegt das Land dieses Jahr im "INSM-Bildungsmonitor" und liegt damit zum ersten Mal seit Beginn der jährlichen Auswertung 2004 nicht auf einem der ersten vier Plätze. Die Studie wird vom Institut der deutschen Wirtschaft im Auftrag der arbeitgebernahen "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) erstellt und ist am 15.08.2019 in Berlin vorgestellt worden.
Insgesamt hat sich Baden-Württemberg laut der Untersuchung im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert, verglichen mit 2013 sogar deutlich. Zu den Problemen in Baden-Württemberg gehörten eine unterdurchschnittliche Ganztagsbetreuung, überdurchschnittlich viele leistungsschwache Schüler in den Klassen vier und neun, überdurchschnittlich viele Schulabbrecher sowie Probleme bei der Integration ausländischer Schüler.

Schumannhaus in Leipzig wird Mitte September wieder eröffnet

Das Leipziger Schumannhaus rückt in seiner neuen Dauerausstellung das Künstlerpaar Clara und Robert Schumann in den Fokus. Vom 14.09.2019 an kann der Besucher nachvollziehen, wie sich die beiden Musiker gegenseitig inspirierten und gleichberechtigt agierten. Dabei wird Clara Schumann, deren Geburtstag sich am 13. September zum 200. Mal jährt, als europäische Spitzenkünstlerin des 19. Jahrhunderts geehrt.
Clara und Robert Schumann heirateten 1840 und lebten in den ersten vier Ehejahren im heutigen Schumannhaus östlich des Leipziger Stadtzentrums. Die neue Ausstellung thematisiert die unterschiedlichen Arbeits- und Lebensbedingungen der beiden Künstler, der Spagat zwischen Konzertreisen, konzentrierten Arbeiten und familiären Pflichten. Im Paarmuseum soll die eheliche Schaffensgemeinschaft mit Wandel der Rollen beleuchtet werden. Leipzig feiert den 200. Geburtstag  von Clara Schumann in diesem Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen. Höhepunkt des Festjahres "Clara  19" sind die Festwochen vom 12. bis 29. September.

epd   

Virtuelle Ausstellung über documenta und Bauhaus geht online

Eine neue virtuelle Ausstellung im Internet beschäftigt sich mit Gemeinsamkeiten der Kunstausstellung documenta und der Kunstschule Bauhaus. "Wie viel Bauhaus steckt in der documenta? Eine Spurensuche" lautet der Titel der Schau, die am 15.08.2019 online ging und nun frei zugänglich ist. Es handele sich um eine "wachsende virtuelle Ausstellung" und die erste Schau dieser Art des documenta-Archivs.
Die Ausstellung ist eigens für das Internet kuratiert worden, und sie wird schrittweise erweitert. Sie geht der Frage nach, auf welche Weise sich Bauhaus-Konzepte in die documenta-Idee eingeschrieben haben. Gezeigt werden neun längere und vierzehn kürzere Multimedia-Beiträge. Thematisiert wird beispielsweise die Beteiligung von Bauhaus-Künstlern an documenta-Ausstellungen. Kuratorin der Online-Schau ist die Leiterin den documenta-Archivs, Birgit Jooss. Abrufbar ist die Ausstellung unter http://www.documenta-bauhaus.de
Im Mai 2019 war in Kassel die physische Ausstellung "bauhaus | documenta. Vision und Marke" des documenta-Archivs und der Uni Kassel gestartet. Sie ist noch bis zum 08. September 2019 in der Neuen Galerie in Kassel zu sehen. Anlass des Projekts, zu der auch die Online-Ausstellung gehört, ist das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum.

dpa 15.08.2019

JA: Israelische Nationalbibliothek – »Kafka ist überall zu Hause«

Der Archivar Stefan Litt über bisher unveröffentlichte Dokumente, die Handschrift des Schriftstellers und das Jubiläumsjahr 2024.
Das Interview unter https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/kafka-ist-ueberall-zu-hause/

via https://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=49732

Die Presse: Fotografie feiert ihr 180-jähriges Jubiläum

Am 19. August 1839 stellte Louis Jacques Mandé Daguerre in der französischen Akademie der Wissenschaften seine Errungenschaft vor: den Daguerreotype, die erste Kamera. …
Siehe https://diepresse.com/home/kultur/kunst/5675426/Fotografie-feiert-ihr-180jaehriges-Jubilaeum

via https://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=49735

Samstag, 17. August 2019

Googles Suchmaschine: Probleme beim Indexieren - Google erklärt sich

Das Herz von Google ist die Datenbank mit Informationen über Milliarden Webseiten, die durchsucht werden, sobald eine Anfrage in der Suchmaschine gestellt wird. Genau mit dieser Datenbank hat es seit April Probleme gegeben. Gleichzeitig geriet Google News immer wieder ins Stocken, aktuelle Nachrichten liefen nicht ein. Zudem gab es anscheinend Probleme mit der öffentlichen Kommunikation. Nun erklärt das Unternehmen die Probleme und die weitere Vorgehensweise.
Google hat kurzzeitig einen Teil seiner Daten "verloren". Und wenn das Herz schon Aussetzer hat, schmerzt auch noch der Kopf – ein von der Datenbank unabhängiger Bug sorgte nahezu gleichzeitig für weitere Ausfälle. Die News wurden nicht aktualisiert, wie der "Search Engine Roundtable" erst vergangene Woche wieder berichtete. Bereits im April waren derartige Probleme aufgetaucht. Beim Rendern haben manche URLs den Googlebot auf andere Seiten geleitet. Dieses Problem war laut Google völlig unabhängig von der Datenbank. ... [mehr] https://heise.de/-4495409

Als Charles Dickens mit dem Zug verunglückte / Wieland Freund. In: WELT 15.08.2019

Am 9. Juni 1865 sitzt Charles Dickens im Zug nach London. Dann fehlen auf einer Brücke die Gleise, der Zug stürzt ab. Dickens bleibt unverletzt, er hat ein anderes Problem: Im Zug ist sein größtes Geheimnis. Am Nachmittag des 9. Juni 1865 rattert Charles Dickens auf London zu. Aus Frankreich kommend – er ist zuletzt sehr häufig in Frankreich gewesen, im Januar, im März, Ende April und zuletzt seit Ende Mai –, hat er in Folkestone einen sogenannten Tidal bestiegen, einen jener Züge, deren Fahrplan sich noch nach den Gezeiten richtet.
Natürlich sitzt Dickens (53) in einem Erste-Klasse-Abteil, gemeinsam mit der Schauspielerin Ellen genannt Nelly Ternan (26) und Mrs. Ternan, Nellys Mutter. Mit an Bord ist auch das Manuskript des erst seit Mai in den üblichen Fortsetzungen erscheinenden Romans „Unser gemeinsamer Freund“, in dem Nelly Ternan als kapriziöse Bella Wilfer eine nicht nur schmeichelhafte Rolle spielt.
Und vermutlich herrscht auch an diesem Nachmittag in Dickens’ Abteil eher dicke Luft. Anders lässt sich der von Nelly überlieferte Satz „Lasst uns an den Händen fassen und als Freunde sterben“ kaum erklären.
Charles Dickens (1812 - 1870)
Charles Dickens (1812 - 1870)
Quelle: Getty Images
Der Satz fällt um kurz nach drei auf der Eisenbahnbrücke über den Beult, während der Tidal entgleist, weil da plötzlich gar keine Gleise mehr sind. Lok, Tender und ein Gepäckwagen schießen über die Schwellen, der Waggon mit Dickens, Nelly und Mrs. Ternan bleibt noch irgendwie an der Brücke hängen, viele der folgenden Waggons jedoch stürzen in den Fluss.
Eine Verkettung menschlicher Fehler – falsch übermittelte Abfahrtszeiten, falsche Abstände bei den Telegrafenmasten, an denen sich ein Bauarbeiter mit Signalflagge orientiert – haben den Zug mit hoher Geschwindigkeit in eine Baustelle rasen lassen. Zehn Insassen sterben. 40 tragen Verletzungen davon.
Dickens, unverletzt, aber gichtkrank, verlässt das Abteil durch das Fenster. Eine zeitgenössische Illustration zeigt ihn sogleich bei den Opfern, denen er seinen Brandy und einen Hut voll Wasser reicht.
Ganz gewiss hat er einen Schock erlitten – eine Reaktion, über die sich die mobilisierte Gesellschaft gerade zum ersten Mal Gedanken macht. Jedenfalls mag er an den schrecklichen Unfall bald schon nicht mehr erinnert werden. „Ich möchte nicht während der gerichtlichen Untersuchung aussagen müssen“, teilt er wenig später brieflich mit. „Ich würde … wahrscheinlich nur zu mir selber sprechen können.“
Daran allerdings ist nicht der Schock alleine Schuld. Und Nelly Ternan fehlt auch nicht umsonst auf den Bildern, die den mitfühlenden Dickens bei den bedauernswerten Opfern zeigen. In Wahrheit zerrt man sie, leicht an Arm und Hals verletzt, eilig aus dem Zug, wobei sie auch noch Teile ihres Schmucks einbüßt, und schafft sie fort, bevor die Presse Wind bekommt.
Denn natürlich verbindet sie und Dickens, den berühmtesten Schriftsteller der Welt, keine platonische Freundschaft, wie Dickens stur behauptet; natürlich hat er seine Frau Catherine auch nicht wegen häuslicher Differenzen verstoßen; und natürlich ist er zuletzt auch nicht einfach so alle vier Wochen nach Frankreich gereist. Stattdessen hat er, nach allem, was sich heute noch erschließen lässt, Nelly in höchster viktorianischer Not dorthin geschafft.
Tatsächlich taucht Nelly erst mit dem Zugunglück von Staplehurst überhaupt erst wieder auf – die drei Jahre davor liegen für die Dickens-Forschung im Dunkeln. Wahrscheinlich aber ist, dass Dickens’ und Nelly Ternans gemeinsamer Sohn wenige Wochen vor dem Zugunglück in einem Versteck in Frankreich gestorben ist.
Dickens übrigens kletterte nach dem Unglück noch einmal in das zerstörte Abteil und rettete sein Manuskript. „Unser gemeinsamer Freund“ wird der letzte Roman sein, den er vollendet, und vielleicht geht es nicht einfach so um lauter falsche Identitäten darin. 

via https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article198553287/Actionszenen-der-Weltliteratur-Charles-Dickens.html

Wim Wenders hält Friedenspreis-Laudatio auf Salgado

Regisseur Wim Wenders (73) wird die Laudatio auf den diesjährigen Friedenspreisträger Sebastião Salgado halten. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt bekannt.
Wenders hatte den brasilianischen Fotografen im Jahr 2014 mit dem oscarnominierten Dokumentarfilm "Das Salz der Erde" porträtiert. Der 75-jährige Salgado erhält die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung am 20. Oktober in der Frankfurter Paulskirche. Dort wird der Preis traditionell zum Abschluss der Buchmesse verliehen.

  • Wenders hatte den brasilianischen Fotografen im Jahr 2014 mit dem oscarnominierten Dokumentarfilm "Das Salz der Erde" porträtiert.
    Der 75-jährige Salgado erhält die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung am 20. Oktober in der Frankfurter Paulskirche. Dort wird der Preis traditionell zum Abschluss der Buchmesse verliehen.

  • Wenders hatte den brasilianischen Fotografen im Jahr 2014 mit dem oscarnominierten Dokumentarfilm "Das Salz der Erde" porträtiert.
    Der 75-jährige Salgado erhält die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung am 20. Oktober in der Frankfurter Paulskirche. Dort wird der Preis traditionell zum Abschluss der Buchmesse verliehen.


    Indien: Internet-Sperre in Kaschmir dauert an – mit dramatischen Folgen

    Nach anderthalb Wochen ohne Internetzugang oder andere Telekommunikationsmöglichkeit wird die Lage im indischen Teil Kaschmirs immer problematischer. Das beschreiben Reporter, die nun immer wieder Berichte senden, nachdem die Situation anfangs völlig unübersichtlich war.
    Sie beschreiben eine Region, in der nicht nur das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt ist – mit teilweise dramatischen Konsequenzen. So erklärte ein Apotheker in der Stadt Srinagar Reportern der New York Times, dass er den Menschen rät, nicht krank zu werden. Denn es könne sein, dass er keine Medikamente hat, um ihnen dann zu helfen.
    "Wir haben das Internet für alles genutzt", zitieren sie den Apotheker. Er habe nicht nur für seine Filiale auf diesem Weg Nachschub bestellt, sondern auch Anfragen abgelegener Apotheken erfüllt. Aber jetzt, "können wir nichts mehr machen". In den Geschäften geht demnach das für Diabetiker lebenswichtige Insulin aus, genauso wie Babynahrung. Bargeld sei rar, weil Banken geschlossen und Geldautomaten ohne Internetverbindung nicht funktionsfähig seien. Lokale Zeitungen haben ihre Publikation eingestellt, berichtet The Hindu.
    Das indische Online-Magazin The Wire berichtet von einer hochschwangeren Frau, die ohne Kommunikationsmöglichkeit mit ihrem Mann zu Fuß 17 Kilometer in ein Krankenhaus laufen musste und dort ihr Baby verlor. Ihre Familie warteten noch darauf, es zu begrüßen, während das Ehepaar nicht wieder nach Hause kommt.
    Die indische Regierung hatte Anfang August den Internetzugang und weitere Kommunikationsverbindungen in dem Bundesstaat Jammu und Kaschmir gekappt. Damit und mit der massiven Aufstockung der Militärpräsenz in diesem indischen Teil Kaschmirs wollte sie wohl Unruhen vorbeugen, die nach einer umstrittenen Entscheidung befürchtet wurden: Nach Beginn des totalen Blackouts begann die Regierung in Neu Delhi damit, der Region ihren verfassungsmäßig garantierten Sonderstatus zu entziehen. Prominente Politiker der Region waren außerdem vorab inhaftiert worden. ... [mehr] https://heise.de/-4497766

    Knausgård und Schalansky zu Gast in Tübingen

    Die Schriftsteller Karl Ove Knausgård (Norwegen) und Judith Schalansky sind Gast der Tübinger Poetik-Dozentur von 1. bis 6. Dezember 2019. Die literarische Veranstaltungsreihe findet zum 33. Mal statt, teilte die Universität Tübingen mit. Der Eintritt zu den öffentlichen Vorlesungen der deutschen Autorin und des norwegischen Schriftstellers ist frei. Die Tübinger Poetik-Dozentur ist ein Projekt der Stiftung Würth.

    Investitionsprogramm der Thüringer Landesregierung für Digitalisierungsvorhaben

    Um Öffentlichen Bibliotheken bei ihrer Aufgabenerfüllung zukunftsweisende Handlungsspielräume zu geben, hat der Landesverband Thüringen im Deutschen Bibliotheksverband e.V. gemeinsam mit der Thüringer Landesregierung ein Investitionsprogramm für Digitalisierungsvorhaben auf den Weg gebracht. Das Ziel: Die Weiterentwicklung der Bibliotheken zu „hybriden“ Orten unterstützen.

    https://www.bibliotheken-thueringen.de/foerdermittel.html

    Im Trend: Öffentliche Bücherschränke

    An verschiedenen Orten Kölns und anderen Städten Deutschland sind seit einigen Jahren öffentliche Bücherschränke zu finden. Menschen können hier nicht mehr gebrauchte oder gewollte Bücher abgeben, damit diese neue Besitzer*innen finden. Ebenso wie das eher webbasierte Bookcrossing, verbindet das Angebot gegenwärtige Tendenzen zur Nachhaltigkeit, Wiederverwertung und Sharing Economy mit einer kulturell-historisch geprägten Wertschätzung für Bücher als zu bewahrende und nicht vorschnell wegzuwerfende Güter. Auffallend ist die generell hohe Nutzung des Angebotes. Im Durchschnitt fasst ein Bücherschrank ca. 250 Bücher, von denen je nach Standort mindestens ein Drittel bis zu 90 Prozent zwischen zwei Erhebungen entnommen und durch neue Bücher ersetzt wurde. Die teilweise deutlichen Unterschieden im Grad der Nutzung lassen sich vorläufig durch verschiedene Faktoren erklären. Die Übersichtlichkeit des Angebotes sowie die Sichtbarkeit des Bücherschranks zeigten sich dabei als zentral. So werden Bücherschränke, die gut einsehbar platziert sind weitaus umfänglicher genutzt als Bücherschränke, die eher versteckt im Foyer von Bürgerämtern, in Einkaufspassagen oder auf Schulhöfen zu finden sind. Eine Überfülle an Büchern und das Fehlen einer ehrenamtlichen Betreuung durch Vereine oder Privatpersonen wirkt eher abschreckend.
    Das Angebot der Bücher ist breit gefächert und unterscheidet sich von Stadtteil zu Stadtteil. Wenig überraschend überwiegt Belletristik, insbesondere Krimis und Liebesromane. Daneben finden sich allerdings auch allerlei Kuriositäten, seien es Ernährungsratgeber aus den 1960er-Jahren oder Originalausgaben, die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlegt wurden. Die meisten Bücher indes sind jüngeren Datums, wobei sich bemerkenswerte Häufigkeiten des Erscheinungsjahres in den 1970er-, 1990er- und 2000er-Jahren zeigen. Durchaus erfreulich, wurden die meisten Bücher in einem eher guten, zumindest lesbaren Zustand vorgefunden. 

    Studierende des Bachelor-Studiengangs Medienkulturwissenschaft haben im Rahmen des Seminars „Ist das noch Literatur oder kann das weg? Öffentliche Bücherschränke in Köln als Fallstudie Materieller Kultur“ insgesamt 18 Bücherschränke in Köln über den Zeitraum des Wintersemesters 2018/2919 angeschaut. In Brück, Ehrenfeld, Kalk und anderen Stadtteilen wurden hierzu in ca. wöchentlichem Abstand insgesamt 12-15 Erhebungen je Bücherschrank durchgeführt, um den Bestand im Zeitverlauf zu dokumentieren. Neben der Erfassung bibliografischer Angaben, wurden der Zustand der Bücher sowie Auffälligkeiten, etwa Widmungen oder Stempel notiert. Zugleich erfolgte eine Kategorisierung der Bücher nach etablierten Gattungen und Genres sowie eine Bewertung der Attraktivität und Sichtbarkeit des Bücherschranks in den einzelnen Stadtteilen.  

    via https://idw-online.de/de/news720476

    Deutschlandreise per Lernvideo durch die Erziehungs- und Bildungswissenschaft

    Im neuen Lernvideoportal der FernUniversität in Hagen nehmen Professorinnen und Professoren unterschiedlicher Universitäten Studierende und Forschende mit auf eine Reise durch die Erziehungs- und Bildungswissenschaft. Besonderheit ist dabei das intermediale Zusammenspiel von Videos und einschlägigen Texten. Die ersten 16 Videos stehen jetzt auf der Homepage des Zentrums für pädagogische Berufsgruppen- und Organisationsforschung (ZeBO Hagen) bereit.

    via https://idw-online.de/de/news720492

    Alexander von Humboldt-Professuren für Künstliche Intelligenz kommen

    Bis zu 30 zusätzliche Alexander von Humboldt-Professuren sollen bis zum Jahr 2024 auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz besetzt werden. Hiermit will die Alexander von Humboldt-Stiftung zur nationalen KI-Strategie der Bundesregierung beitragen, die die Schaffung neuer KI-Lehrstühle in Deutschland zum Ziel hat.
    Die Alexander von Humboldt-Professur ist mit 5 Millionen Euro für experimentell und 3,5 Millionen Euro für theoretisch arbeitende Wissenschaftler der höchstdotierte Forschungspreis Deutschlands und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Sie holt internationale Spitzenforscherinnen und -forscher aus dem Ausland an deutsche Universitäten und bietet ihnen hier langfristige Perspektiven. Die Humboldt-Professur eröffnet deutschen Hochschulen die Chance, Spitzenkräften international konkurrenzfähige Rahmenbedingungen zu bieten und ihr eigenes Profil im weltweiten Wettbewerb zu schärfen. Jedes Jahr konnten bislang bis zu zehn Humboldt-Professuren verliehen werden. Nun können jährlich sechs weitere Professorinnen und Professoren speziell für das Gebiet der Künstlichen Intelligenz für Deutschland gewonnen werden. Nominierungen sind ab sofort möglich.


    via https://idw-online.de/de/news720311

    ZB MED veröffentlicht ELN-Wegweiser

    Ein wichtiger Baustein bei der Dokumentation von Forschungsprozessen und den dabei erhobenen Rohdaten ist das Laborbuch - heute überwiegend in elektronischer Form als Electronic Lab Notebook, kurz ELN. Der Auswahl eines geeigneten Tools liegt ein komplexer Entscheidungsprozess zu Grunde. Der jetzt von ZB MED veröffentlichte ELN-Wegweiser "Elektronische Laborbücher im Kontext von Forschungsdatenmanagement und guter wissenschaftlicher Praxis - ein Wegweiser für die Lebenswissenschaften" gibt dabei umfassende Hilfestellungen. Die beiden Expertinnen Birte Lindstädt und Beatrix Adam haben zunächst aus Interviews mit Fachleuten Best-Practice-Beispiele abgeleitet. In Infoboxen haben die Autorinnen hilfreiche Hinweise - zumeist Webressourcen - zusammengetragen. Zwei Toolboxen können als nachnutzbare Werkzeuge individuell angepasst werden. Darüber hinaus enthält der ELN-Wegweiser konkrete Handlungsempfehlungen für Auswahl, Test und Einführung eines elektronischen Laborbuchs. So gibt der Leitfaden Verantwortlichen für Informationsinfrastrukturen sowie Forschenden notwendige Informationen rund um ELNs an die Hand. Dies unterstützt sie darin, den Entscheidungsprozess zur Auswahl eines geeigneten Tools individuell und bedarfsgerecht gestalten zu können. Hier der Link zum ELN-Wegweiser: https://www.publisso.de/fileadmin/user_upload/PUBLISSO/PUBLISSO_ELN-Wegweiser_2019-08-09_view.pdf
    Alle ZB MED-Informationen rund um das Forschungsdatenmanagement sind eingebunden in PUBLISSO, das ZB MED-Publikationsportal Lebenswissenschaften. Hier finden Sie auch weitere Informationen zum Forschungsdatenmanagement https://www.publisso.de/forschungsdatenmanagement/ und zu Electronic Lab Notebooks https://www.publisso.de/forschungsdatenmanagement/fd-dokumentieren/


    via http://www.inetbib.de/listenarchiv/msg66672.html

    Nachrichtendienste in Deutschland

    Die Geschichte der DDR-Geheimpolizei Stasi ist mittlerweile intensiv erforscht, die der westdeutschen Nachrichtendienste dagegen ein vergleichsweise weißer Fleck. Ein Blick auf die Nachrichtendienste der Bundesrepublik Deutschland in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren. 

    https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/293389/nachrichtendienste-in-deutschland-teil-ii

    Corveyer Bücherschatz erwacht zu neuem Leben

    Die Klosterbibliothek Corvey war eine der bedeutendsten Bibliotheken des Mittelalters. Mit der Säkularisation von 1803 wurde sie endgültig aufgelöst und der übrige Bestand größtenteils zerstreut. Heute ist der Aufbewahrungsort von ungefähr 160 der aus Corvey stammenden Buchhandschriften bekannt. Sie stehen in mehr als 50 Bibliotheken, Archiven und Museen weltweit. In der Universitätsbibliothek der Philipps-Universität Marburg und in der Erzbischöflich Akademischen Bibliothek Paderborn befinden sich mit insgesamt 60 mittelalterlichen Büchern die zwei größten noch zusammenhängenden Bestände Corveyer Handschriften. Im Wintersemester 2019/20 startet ein neues Projekt, in dem nun alle bekannten Handschriftenbestände aus Corvey online verfügbar gemacht werden sollen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt mit insgesamt 71.500 Euro für 12 Monate. […]

    Siehe: https://idw-online.de/de/news720430

    Mitteilungen der VÖB 72 (2019) 2: Schwerpunktthema „Open Science“, erste Beiträge OnlineFirst veröffentlicht

    Da der Aufruf, Beiträge für eine Schwerpunktausgabe der Mitteilungen der VÖB zum Thema „Open Science“ einzureichen, erfreulicherweise auf sehr große Resonanz gestoßen ist, befinden sich einige Manuskripte noch in der Redaktionsschleife.
    Um aber alle Interessent*innen und insbesondere auch Autor*innen, deren Beiträge bereits „druckfertig“ sind, nicht länger warten zu lassen, hat sich das Redaktionsteam der Mitteilungen der VÖB dazu entschlossen, erstmals ein kleines „Experiment“ zu wagen.
    Infolgedessen wurden nun die ersten Artikel bereits OnlineFirst veröffentlicht und weitere werden in Kürze folgen. Nachdem diese bereits einen DOI zugewiesen bekommen haben, können diese nicht nur gelesen, sondern auch persistent referenziert werden.
    Die Paginierung und Drucklegung erfolgt dann, sobald das komplette Heft abgeschlossen ist.
    Wer also schon einmal einen kleinen Blick riskieren möchte, findet die OnlineFirst-Beiträge hier: https://journals.univie.ac.at/index.php/voebm/index

    via https://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=49723

    Kino-Halbjahresbilanz der FFA (= Filmförderungsanstalt)

    Der deutsche Kinomarkt hat sich im ersten Halbjahr 2019 leicht erholt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden 2,6 Mio. mehr Tickets (5,1 Prozent) verkauft: insgesamt 53,7 Mio. Der Umsatz stieg um 21,9 Mio. (5 Prozent) auf 461,5 Mio. Euro.
    Die erfolgreichsten Filme des ersten Halbjahres waren „Avengers: Endgame“ (4,98 Mio. Besucher*innen), „Der Junge muss an die frische Luft“ (2,9 Mio. seit dem 1.1.2019) und „Drachenzähmen leicht gemacht 3: Geheime Welt“ (2,2 Mio.).
    Der deutsche Marktanteil blieb mit 23,1 Prozent (2018: 23,5 Prozent) stabil; deutsche Filme hatten 12 Mio. Besucher*innen (2018: 11 Mio.). Am erfolgreichsten waren – nach „Der Junge muss an die frische Luft“ – „Der Fall Collini“, „Ostwind – Aris Ankunft“ (je 0,8 Mio.) und „Die Goldfische“ (0,6 Mio.). Insgesamt gab es 24 deutsche Filme mit mehr als 100.000 Besucher*innen, darunter sieben mit mehr als 500.000 Besucher*innen.
    Dagegen ist der Marktanteil US-amerikanischer Filme das dritte Jahr in Folge gefallen. Nach 71,2 Prozent (41,6 Mio. Besucher*innen) im ersten Halbjahr 2017 und 64,8 Prozent (32,6 Mio.) 2018 sind im ersten Halbjahr 2019 erstmals seit Beginn der Auswertung 2005 weniger als 30 Mio. Tickets für US-Filme verkauft worden: 28,4 Mio., was einem Marktanteil von 54,8 Prozent entspricht.
    303 Filme wurden im ersten Halbjahr 2019 in den deutschen Kinos erstaufgeführt, 22 mehr als im Vergleichszeitraum 2018 (281). Aus Deutschland kamen mit 126 Filmen (inkl. Koproduktionen mit dt. Beteiligung) sieben mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Erstaufführungen aus EU-Ländern lag mit 77 Filmen erstmals über der von US-amerikanischen Neustarts (65). Aus anderen Ländern kamen wie im Vorjahreszeitraum 35 Erstaufführungen.
    Das Interesse an 3D-Vorstellungen ist im ersten Halbjahr 2019 weiter gesunken: Nur 8,7 Mio. Tickets wurden für 3D-Vorstellungen verkauft – ein Marktanteil von 16,9 Prozent –, obwohl sechs der zehn besucherstärksten Filme in 3D waren. Das sind die niedrigsten Werte seit der Einführung Mitte 2009.
    Der Kinobestand ist im ersten Halbjahr 2019 weiter leicht gewachsen. 1.186 Filmtheaterunternehmen – zehn mehr als im Vorjahreszeitraum – betrieben 1.689 Spielstätten – 18 mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Leinwände ist um 46 auf 4.889 gestiegen.
    Das FFA-Info 2/2019 mit ausführlichen Zahlen und Daten zur Halbzeitbilanz 2019 findet sich auf den Seiten der Filmförderungsanstalt.

    ETH-Bibliothek Jahresbericht 2018

    Wissenschaft und Bibliothek bilden eine Symbiose. Diese Tatsache hat auch im Jahr 2018 den Arbeitsalltag an der ETH-Bibliothek massgeblich geprägt. Mit dem Jahresbericht 2018 <https://www.research-collection.ethz.ch/bitstream/handle/20.500.11850/358653/ETH_Jahresbericht_2018_DE.pdf> möchte die ETH-Bibliothek gerne einen Einblick gewähren, wie sie im vergangenen Jahr bibliothekarisches Wissen, Arbeitskraft und Dienstleistungen immer tiefer in den wissenschaftlichen Wertschöpfungszyklus eingebracht hat.
    Für einen schnellen Überblick findet sich diesmal der Inhalt zusätzlich in Form einer Zusammenfassung <http://www.library.ethz.ch/de/Media/Files/Jahresbericht-ETH-Bibliothek-Outline-pdf-D> auf sechs Seiten komprimiert und mit diversen Links versehen, sodass ein direktes Eintauchen in die Angebote und Aktivitäten möglich ist.



    via http://www.inetbib.de/listenarchiv/msg66676.html