Freitag, 13. Juli 2018

Wozu eigentlich noch Bibliotheken heutzutage? / Roman Bucheli In: NZZ 13.07.2018

Zürichs spektakulärste Bibliothek: In den Innenhof der Rechtswissenschaftlichen Fakultät hat der Architekt Santiago Calatrava von 2000 bis 2004 eine Bücher-Kathedrale gebaut. (Bild: Roy Staehelin / NZZ)

Zürichs spektakulärste Bibliothek: In den Innenhof der Rechtswissenschaftlichen Fakultät hat der Architekt Santiago Calatrava von 2000 bis 2004 eine Bücher-Kathedrale gebaut. (Bild: Roy Staehelin / NZZ)

Zürich war immer schon schlauer und gewitzter. Eingezwängt zwischen Altbau und Predigerchor, auf zwei Seiten gerahmt von vielbefahrenen Strassen, schwitzt seit Mitte der neunziger Jahre die erweiterte Zentralbibliothek unermüdlich den trockenen Charme einer ambitionierten Schuhschachtel aus. Nichts deutet von aussen darauf hin, dass hinter Mauern und Glas Bücher eine wichtige Rolle spielen.
Ein paar hundert Meter weiter zeigt sich das gleiche Bild unter leicht veränderten Vorzeichen. Zwischen 2000 und 2005 baut Santiago Calatrava im Innenhof der rechtswissenschaftlichen Fakultät eine spektakuläre Institutsbibliothek, die man besser Kathedrale oder Kreuzfahrtschiff oder Theatrum mundi nennen würde. Von aussen bleibt das Kunstwerk aus Holz, Glas und Stahlbeton hinter den Institutsmauern unsichtbar. Nichts fällt dem Passanten auf, wenn er an dem Gebäude vorübergeht. Steht er aber drinnen und sieht vielleicht auch die Regale mit Büchern, dann wird er sich wundern und denken, das sei doch eigentlich alles zu kostbar, um nur ein Bücherlager zu beherbergen. ... [mehr] https://www.nzz.ch/feuilleton/wozu-eigentlich-noch-bibliotheken-heutzutage-ld.1402312

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