Donnerstag, 28. Juni 2018

Literatur digital erforschen

Algorithmen können erkennen, ob ein Text mit großer Wahrscheinlichkeit von einem bestimmten Autor stammt, wenn von diesem Vergleichstexte vorliegen. Lässt sich diese Methode auch dazu einsetzen, um Textgattungen zu unterscheiden oder um einen Text einer Epoche zuzuschreiben? Unter anderem solche Fragen sollen im bundesweiten Schwerpunktprogramm „Computational Literary Studies“ geklärt werden, das die DFG einrichtet.
Insgesamt 10 bis 15 Einzelprojekte sollen unter dem Dach des neuen Programms gefördert werden; die DFG hat die Ausschreibung dazu eben veröffentlicht. Das Programm steht vor allem Forschenden aus der Literaturwissenschaft (Germanistik, Romanistik u.a.), der Computerphilologie und der Informatik offen. Vorgesehen sind bis zu zwei Förderperioden, die jeweils drei Jahre dauern.

Folgende Schwerpunkte stehen im Zentrum:

- Ermittlung, welche Verfahren der Informatik und Computerlinguistik für die Analyse literarischer Texte relevant sind,

- Anwendung existierender Algorithmen auf neue Datensätze zur Generierung neuer Erkenntnisse über kulturelle Phänomene, Veränderungen und Strukturen,

- Forschung über bestehende Algorithmen, um diese zu erweitern, Wege zur Anpassung von Parametern zu finden sowie das Verständnis ihrer Interaktion mit literarischen Texten zu verbessern,

- formale Modellierung literaturwissenschaftlich relevanter Konzepte, wobei die Tiefe der formalen Modellierung literarischer Phänomene skalierbar ist,

- Integration von Ergebnissen quantitativ-empirischer Forschung in den qualitativ-hermeneutischen Forschungsprozess und die Theorie- und Begriffsbildung.

via https://idw-online.de/de/news698396

 

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