Mittwoch, 9. Mai 2018

Weinsberg gibt Raubkunst zurück

Die baden-württembergische Stadt Weinsberg hat ein Raubkunst-Gemälde aus der Sammlung des von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Kunstsammlers Max Stern zurückgegeben - und gleich wieder gekauft. Es handelt sich um "Die Weiber von Weinsberg" des Niederländers Gerrit Claesz Bleker aus dem Jahr 1624, das im Weibertreu-Museum der Stadt hängt. Mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und privater Spender konnte die Kommune das Bild für eine 'moderate fünfstellige Summe' zurückerwerben. Die Stadt Weinsberg wird das Gemälde wieder in ihr Weibertreu-Museum hängen. Bleker (1592/93 - 1656) malte eine bei vielen Künstlern beliebte Szene aus der Historie der Stadt. Konrad III., König des römisch-deutschen Reiches, nahm 1140 die Burg in Weinsberg ein. Die Frauen ließ er frei und erlaubte ihnen, alles mitzunehmen, was sie tragen konnten. Doch statt ihrer Habseligkeiten luden sich die Weinsbergerinnen ihre Männer auf den Rücken. Als sich Konrads Soldaten empörten, soll der König gekontert haben: "Eines Königs Wort gilt".

Das Max Stern Art Restitution Project forscht seit Jahren nach rund 400 Kunstwerken aus der Sammlung. Insgesamt 17 Werke wurden bereits restitutiert, also den Erben Sterns zurückgegeben. Dabei handelt es sich um eine Stiftung, die unter anderem die Hebräische Universität in Jerusalem sowie zwei kanadische Hochschulen fördert.

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