Donnerstag, 3. Mai 2018

Fake News – Auf den Spuren der „Hungerchronik“

Naturkatastrophen gab es schon immer, und wir haben sie stets ganz unterschiedlich gedeutet. Früher waren sie eine „Strafe Gottes“, heute sieht man immer häufiger den Menschen selber als Verursacher. Sie führen uns die Veränderungen, die wir an der Umwelt vornehmen, und die Schäden, die wir hinterlassen, vor Augen.

1816: Württemberg nach dem großen Knall

Zwischen Alb und Neckar gibt es längst keine aktiven Vulkane mehr. Aber dennoch spürte man hier vor 200 Jahren die Auswirkungen der stärksten Eruption der Menschheitsgeschichte. 1815 brach der Vulkan Tambora auf der Insel Sumbawa im heutigen Indonesien aus. Auch wenn er buchstäblich auf der anderen Seite der Welt lag, so brachte er das Wetter in Europa in den kommenden Jahren gehörig durcheinander. Der Vulkan schleuderte eine gewaltige Staub- und Aschewolke in die Stratosphäre. Als Folge kühlte das Weltklima ab. Regen und Hagel zerstörten die Ernten, die Preise für Lebensmittel stiegen, und eine schlimme Hungersnot folgte. 1816 ging als das „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichtsbücher ein.

V. Zanna & Co. Victualien Preiße in dem Theuerungs Jahre 1817 im Monate Januar. Quelle: HStAS J 302 Nr. 57
V. Zanna & Co. Victualien Preiße in dem Theuerungs Jahre 1817 
im Monate Januar. Quelle: HStAS J 302 Nr. 57

Solch ein Ereignis geht nicht spurlos an den Menschen vorbei. Zahlreiche Quellen sprechen von den Hungerjahren 1816/1817. Eine besonders bekannte ist die sogenannte „Laichinger Hungerchronik“. Der Lehrer Christian August Schnerring (1870-1951) aus Laichingen veröffentlichte die „Aufzeichnungen eines Älblers über die Teuerung und Hungersnot 1816/17“ mehrere Male zwischen 1913 und 1937. ... [mehr] http://blog.landesmuseum-stuttgart.de/fake-news-auf-den-spuren-der-hungerchronik/

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