Mittwoch, 30. Mai 2018

DFG-Information für die Wissenschaft Nr. 24: Stärkung des Systems wissenschaftlicher Bibliotheken

Wissenschaftliche Bibliotheken sind wichtige Empfänger von Fördermitteln zum Aufbau einer leistungsfähigen Informationsinfrastruktur. Daher nimmt der für die Förderung verantwortliche Ausschuss für wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme der DFG nun das Bibliothekssystem selbst in den Blick und stimuliert mit einem Impulspapier die Diskussion darüber, wie dieses unter den Bedingungen des digitalen Wandels auf Dauer gesichert werden kann.
Schon seit dem 19. Jahrhundert bilden die wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland ein System, durch das die Unterschiede im Leistungsspektrum zwischen den Einrichtungen ausgeglichen werden. Über viele Jahrzehnte war der Bestand einer Bibliothek das wichtigste Merkmal ihrer Leistungsfähigkeit. Unter den heute gegebenen Bedingungen des digitalen Wandels unterscheiden sich Bibliotheken jedoch vor allem aufgrund ihrer Angebote für standortübergreifende bibliothekarische Dienstleistungen. Bedingt durch unterschiedlich ausgeprägte IT-Kompetenzen erfolgt eine Ausdifferenzierung einerseits in Bibliotheken, die bestimmte Dienstleistungen entwickeln und anbieten, andererseits in solche, die auf die angebotenen Dienste zurückgreifen. Da jede Bibliothek zumindest in bestimmten Bereichen auf Dienstleistungen anderer Einrichtungen rekurrieren muss, entscheidet die funktionale Vernetzung von Bibliotheken über die Zukunftsfähigkeit des Gesamtsystems.
Mit Blick auf die bibliothekarische Infrastruktur, mit Blick auf die Bereitstellung von Inhalten für die Forschung sowie mit Blick auf die Erstellung von Katalogen und Nachweissystemen skizziert das Impulspapier wesentliche Bereiche, in denen sich die Effizienz des Bibliothekssystems heute aufs Neue erweisen muss. Angesichts der zunehmenden Ausdifferenzierung sind klare, verbindliche Absprachen zwischen den Bibliotheken erforderlich, wenn das Gesamtsystem seine Leistung für Wissenschaft und Forschung weiterhin erbringen soll. Zudem müssen wissenschaftliche Bibliotheken ihr Zusammenwirken nicht nur untereinander neu organisieren, sondern sich in fachspezifischen, standortübergreifenden Kooperationen stärker auch mit dem Wissenschaftssystem vernetzen. Schließlich muss in der Begutachtung von Anträgen und in der strategischen Begleitung von Projekten noch konsequenter danach gefragt werden, wie Vorhaben strukturell zur Leistungsfähigkeit des gesamten Bibliothekssystems beitragen.
Damit die infrastrukturelle Unterstützung von Forschung auf Dauer möglich bleibt, muss das Bibliothekssystem selbst zum Ziel des strategischen Handelns gemacht werden.

Weiterführende Informationen
Das Impulspapier ist zu finden unter:
 via http://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2018/info_wissenschaft_18_24/

Keine Kommentare: