Mittwoch, 30. Mai 2018

Neues Projekt für Forschungsdaten aus den Geisteswissenschaften

Im Verbundprojekt „eHumanities – interdisziplinär“ der Universitätsbibliotheken Erlangen-Nürnberg und München sowie der IT-Gruppe Geisteswissenschaften der Uni München werden neue Dienstleistungen zur Unterstützung des Forschungsdatenmanagement in den digitalen Geistes- und Sozialwissenschaften entwickelt (https://www.fau.de/2018/05/news/wissenschaft/neues-projekt-fuer-forschungsdaten-aus-den-geisteswissenschaften/).

Hochschul-Barometer: Handlungsbedarf bei der Öffnung der Wissenschaft

Die Ergebnisse des aktuellen Hochschul-Barometer des Stifterverbandes und der Heinz Nixdorf Stiftung zeigen, dass Open Science noch nicht breit genug an den Hochschulen verankert ist (https://idw-online.de/de/news696156).

Datenschutz-Grundverordnung: Datenschutz-Forscher des Fraunhofer ISI erklärt, was sich ändert

In einem Interview erklärt der Datenschutzexperte Prof. Dr. M. Friedewald, was sich durch das Inkrafttreten der EU-Datenschutz-Grundverordnung ändert und wo ihre Stärken und Schwächen liegen (https://idw-online.de/de/news696296).

ABI-Technik 38 (2018) H.1

https://www.degruyter.com/view/j/abitech.2018.38.issue-1/issue-files/abitech.2018.38.issue-1.xml

Aus dem Inhalt:

Roboter in Bibliotheken und die flexible Ordnung von Sammlungen / Roland Früh

Ein Teil der traditionellen Arbeit wird in naher Zukunft von Maschinen, oder ‚Applikationen‘ übernommen und es wird diskutiert, ob die Menschheit von der gewonnenen Zeit profitiert oder sich überflüssig macht. Digitale Applikationen und Roboter werden auch in Bibliotheken Aufgaben übernehmen, aber wie werden wir Roboter tatsächlich antreffen? Der Text fasst die Ergebnisse aus Studien des Forums LIKE am Max Planck Institut Luxemburg und Diskussionen mit Fachspezialisten für RFID-Technologie zusammen und stellt mögliche Geräte für Bibliotheken vor. Welche Vorteile eine Automatisierung für die Benutzung hat, zeigt zuletzt das Fallbeispiel der Dynamischen Ordnung in der Kunstbibliothek Sitterwerk in St. Gallen. 

Handling von Offsetting-Verträgen – ein MPDL-Werkstattbericht / Michael Schlachter; Adriana Sikora

Offsetting-Verträge sind ein konkretes Instrument der Open-Access-Transformation. Der vorliegende Artikel gibt einen Einblick in die Arbeit mit den bestehenden Offsetting-Verträgen der Max Planck Digital Library. Von der Identifikation berechtigter Artikel bis zu Reporting und Rechnungsbearbeitung werden alle Prozesse, Arbeitsabläufe, Herausforderungen und Probleme, die bei der praktischen Umsetzung dieser neuartigen Pilot-Vereinbarungen entstehen, dargestellt und die Notwendigkeit einer Automatisierung der Prozesse wird aufgezeigt. 

Einführung eines Virtual Bookshelf für die HSG-Lehrbuchsammlung – ein Praxisbericht / Sandra Buob; Matthias Nim

Für die Verbesserung der Sichtbarkeit von E-Books gibt es bereits verschiedene sogenannte Blended Shelfs, die E-Books und Printbücher gleichzeitig anzeigen können. Mittels Touchscreen-Funktionen lässt sich der Bestand durchsuchen, eingrenzen und genauer ansehen. Im Rahmen eines Projektes an der Universitätsbibliothek St. Gallen (HSG) wurde zu Beginn des Herbstsemesters 2017 ein solches Rechercheinstrument für die Lehrbuchsammlung entsprechend den eigenen Bedürfnissen realisiert. Mit diesem Praxisbericht soll gezeigt werden, welche Überlegungen, „Stolpersteine“ und Lösungen dieses Projekt begleitet haben. 

Learning from Digital Library Evaluations: The Europeana Case - Aus Evaluationen digitaler Bibliotheken lernen: Das Fallbeispiel Europeana / Juliane Stiller; Vivien Petras

Im vorliegenden Artikel analysieren wir Evaluationsstudien der digitalen Bibliothek Europeana von 2009 bis heute. Unter Berücksichtigung von Saracevic’ Evaluationsframework für digitale Bibliotheken werden die Studien nach ihren Konstrukten, Kontexten, Kriterien und Methodologien kategorisiert. Die Analyse konzentriert sich auf Studien, die Dienstleistungen oder einzelne Komponenten von Europeana evaluieren, und zeigt Lücken in der Evaluation bestimmter Aspekte von Europeana auf. Schließlich werden Strategien diskutiert, um ein Evaluationsarchiv zu entwickeln, welches sowohl der Langzeitarchivierung dient als auch Vergleiche von Evaluationsergebnissen unterstützt. 

Herausforderungen einer Modernisierung im laufenden Betrieb: Die Campusbibliothek der Universität Kassel / Axel Halle

Die Campusbibliothek der Universität Kassel wurde 1981–1988 errichtet. 2006 wurden im Rahmen einer Flächenbedarfsanalyse erhebliche Brandschutzmängel festgestellt. Die Sanierung erfolgt bei laufendem Betrieb in drei Bauabschnitten, deren erster im April 2017 fertiggestellt wurde. Im Planungs- und Sanierungszeitraum wurde ein umfassender organisatorischer und konzeptioneller Transformationsprozess vollzogen. Neben der vollständigen Nutzerselbstbedienung werden qualitativ hochwertige, differenzierte Lernmöglichkeiten geboten. 

Aktives Forschungsdatenmanagement / Heike Neuroth; Claudia Engelhardt; Jochen Klar; Jens Ludwig; Harry Enke

Forschungsdatenmanagement und damit einhergehend Forschungsdatenmanagementpläne nehmen national und international an Bedeutung zu. Nicht nur, dass verschiedene Förderorganisationen wie die National Science Foundation (USA), der Schweizerische Nationalfonds (SNF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie die Europäische Kommission mit Horizon 2020 (H2020) bereits bei Projektanträgen Auskunft über den Umgang mit den nachgenutzten oder erstellten Forschungsdaten verlangen, es beschäftigen sich auch mehr und mehr Initiativen wie zum Beispiel international die Research Data Alliance oder in Deutschland die DINI/nestor-Arbeitsgruppe Forschungsdaten mit dem Thema. International setzt sich dabei mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass es im Umgang mit Forschungsdaten nicht mit einem einmaligen Erstellen eines Forschungsdatenmanagementplans getan ist, sondern dass sich die Pläne aktiv dem Verlauf des Forschungsprozesses anpassen und für verschiedene Bedarfe zur Verfügung gestellt werden müssen. So kann es sinnvoll und notwendig sein, weitere Beteiligte wie zum Beispiel IT-Support oder übergeordnete Datenmanager beim Erstellen und Aktualisieren eines Forschungsdatenmanagementplans zu berücksichtigen. Daher muss ein Werkzeug zur Unterstützung von diesen Plänen über das bloße Ausfüllen von Vorlagen der Förderorganisation hinaus weitere Aufgaben erfüllen und so den gesamten Prozess des Forschungsdatenmanagements unterstützen. Der Research Data Management Organiser (RDMO) ist ein solches Werkzeug, das im Rahmen eines DFG-Projektes entwickelt und mit Hilfe unterschiedlicher Gruppen von Nutzenden getestet wurde. Das RDMO-Tool ist multilingual, flexibel an Community- und Organisationsanforderungen anpassbar und unterstützt verschiedene Aufgaben wie zum Beispiel unterschiedliche Export-Funktionen oder die Erledigung zeitlich gebundener Tasks. In einem DFG-Nachfolgeprojekt, das Ende 2017 gestartet ist, werden in RDMO wichtige Erweiterungen sowohl technischer Art als auch bezogen auf verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit vorgenommen. 

Das neue Lern- und Informationszentrum (LIZ) der Landesbibliothek Oldenburg. Umbau und Neukonzeption des Benutzungsbereichs einer Magazinbibliothek / Corinna Roeder

Im Sommer 2017 wurde das neue Lern- und Informationszentrum (LIZ) der Landesbibliothek Oldenburg eingeweiht. Beim Umbau innerhalb der Kubatur des denkmalgeschützten Bibliotheksgebäudes wurden zwei bisher räumlich getrennte Benutzungsbereiche mit einer neuen Treppenanlage und einem Fahrstuhl über drei Etagen verbunden und zusätzlich um ehemalige Magazinflächen erweitert. In dieser großzügigen, barrierefreien und vielseitig nutzbaren Bibliothekslandschaft sind jetzt sämtliche bibliothekarischen Benutzerservices mit Ausnahme der Leihstelle integriert. Die vorhandene Innenraumgestaltung der Landesbibliothek vom Beginn der 1980er Jahre wurde im neuen LIZ sensibel aufgegriffen und modern interpretiert.

State of Affairs: John Updike’s Couples / Christine Smallwood In: BOOKFORUM Summer 2018

BY THE TIME COUPLES CAME OUT, John Updike had already published four novels, three story collections, two poetry collections, and a volume of assorted prose. He had been called, by the New York Times Book Review, “the most significant young novelist in America,” and had been sent by the State Department on a tour of the Communist bloc. And yet there was a growing sense that he had not made a major statement on the issues of the day. He could describe a barn well enough, but to what end? The man whose name will be forever asterisked with the insult David Foster Wallace made famous—“just a penis with a thesaurus”—was thought to be clever but a little small, too decorative, and overly fond of childhood reminiscence. Norman Podhoretz complained that Updike “has very little to say.” John Aldridge put him in “the second or just possibly the third rank of serious American novelists.” Elizabeth Hardwick admired Rabbit, Run, but thought there was “something insignificant, or understated, or too dimly felt in the heart of Rabbit himself.” As for his sexual frankness, Updike, like his contemporaries, had “not decided or discovered in what way this frankness will change the work itself. It cannot be merely interlarded like suet in the roast.”
With Couples, Updike served up a whole plate of suet. (Do you understand the genius of Hardwick’s metaphor? Suet is the hard white fat on the loins of beef or mutton.) He worked out the plot in church, jotting down notes on the weekly program—maybe that’s why the book has the air of being so scandalized by itself. It’s the story of twenty alcoholics living in a charming rural outpost called Tarbox, which is starting to get built up. (The nearest abortionist is in Boston.) Their hobbies are drinking gin, frugging, sleeping with each other’s spouses, and gossiping. For members of the Silent Generation, they are very chatty, and make constant efforts to outdo one another in wit. “Welcome to the post-pill paradise” is the book’s most famous line. As Wilfrid Sheed put it in the Sunday Times review, these are “the people who wanted to get away from the staleness of the Old America and the vulgarity of the new,” who wanted “to raise intelligent children in renovated houses in absolutely authentic rural centers.” They are too young to have fought in World War II or believe in God, but too old to join SDS. They will be replaced, at the book’s end, by Boomers who prefer LSD to gin and bitter lemon.
Updike dedicated Couples to his wife, Mary, a decision that his biographer Adam Begley calls “an ironic gesture, certainly, and possibly hostile.” It was no secret that the book was based on the Updikes’ own clique, the horrible-sounding “Junior Jet Set” of Ipswich, Massachusetts. He had so many flings, so close to home, that one female friend found herself wondering, “Am I the only woman in our crowd who hasn’t slept with John?” His editor at Knopf worried about lawsuits, so the New Yorker’s libel lawyer read the manuscript. Updike took out all references to volleyball (his characters instead play basketball), moved Tarbox from the North Shore to the South Shore, and deleted someone’s hair. In a time when novelists write directly about themselves and their friends, these superficial gestures at fictionality are cute, like going to bed in curlers.
I almost forgot—they have names. The principals are Piet and Angela Hanema, Foxy and Ken Whitman, and Freddy and Georgene Thorne. Piet is having an affair with Georgene when the book opens, and begins an affair with Foxy when she moves to town. (Foxy is pregnant with her husband’s child for much of the affair.) In a comic B-plot, the Smiths and the Applebys regularly swap partners and are referred to as the “Applesmiths.” Some people are hard to tell apart, but everyone has “their thing.” Frank Appleby quotes Shakespeare. The Guerins can’t have children. The Saltzes are Jewish. John Ong is a brilliant physicist, and Korean, and no one can understand his accent; the group barely notices when he dies. (His half-Japanese wife is referred to as “the yellow peril.”) You are expecting me to quote some of Updike’s silly sex writing, so fine: “her tranced drained face swims to his and her cold limp lips as he kissed them wear a moony melted stale smell whose vileness she had taken into herself.” Now I’ll quote a sentence that fills me with rage: “Angela and Foxy, their crossed legs glossy, fed into the room that nurturing graciousness of female witnessing without which no act since Adam’s naming of the beasts has been complete.”
Couples earned Updike a million dollars and was on the New York Times fiction best-seller list for thirty-six weeks, six weeks longer than Gore Vidal’s Myra Breckinridge, which probably had nothing to do with Vidal’s statement that Updike “describes to no purpose.” (Couples was number one for one week only, the week of June 30. It interrupted the otherwise uncontested seven-month reign of Arthur Hailey’s Airport, a thriller about the havoc wreaked by a winter storm on an . . . airport.) The book is set in the very recent past, spring 1963 through spring 1964, a period that another novelist would treat with historical irony but that Updike approaches with plausible deniability. We were so much younger then! The novel’s major set piece occurs the night of the Kennedy assassination, at a black-tie dinner dance that the couples do not cancel. They say that people are driven to desire by grief. In this case, Piet is driven to infantilism. He holes up in the bathroom and asks Foxy to nurse him (she’s left the baby at home for a few hours); when his wife knocks on the door, he jumps out the window. Does that sound like satire? The book lays it out like “the warm and fat and glistening ham” served at the party’s end, but Updike never picks up the knife to carve. He is too charmed by his couples, which is to say, by himself. ... [mehr] https://www.bookforum.com/inprint/025_02/19689

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John Updike on the cover of Time, April 26, 1968

70. Jahrestag einer öffentlichen Diskussion zwischen dem Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) und dem Berliner Rundfunk

Hinweis des Deutschen Rundfunkarchivs (DRA) auf die öffentliche Diskussion des Nordwestdeutschen Rundfunks und des Berliner Rundfunks in Berlin zum Thema "Das Volksbegehren des Deutschen Volksrates für Einheit und gerechten Frieden - Ja oder Nein!" vom 11. Juni 1948 mit vier Hörzitaten (http://www.dra.de/online/hinweisdienste/ereignis/2018/juni11.html).

Buch und Bibliothek 05 / 2018

http://b-u-b.de/wp-content/uploads/2018-05-inhaltsverzeichnis.pdf

Aus dem Inhalt:

Lesesaal
SCHWERPUNKT: BIBLIOTHEKS-APPS

Tagung
"Bibliothek als Ort" - Zukunftskonzepte für Schleswig-Holsteins Bibliotheken

Standardisierung
"Die Nutzer profitieren": Erfahrungen mit RDA in der Hochschulbibliothek Kaiserslautern

Öffentliche Bibliothek
Ein Koffer voller Bibliothek: Das Berliner Projekt "MiA - Medien in Aktion" bringt Bücher und digitale Medien zusammen

Wissen fragt...?
Wortbild - Weltwissen - Wortgestaltung: Auf einen Espresso mit der Erziehungswissenschaftlerin Irmtraud App zur "Atmosphäre von Bibliotheken"

Digitale Information
Auf dem Weg in die digitale Zukunft: Eine Handreichung zur EDV-technischen Infrastruktur in Öffentlichen Bibliotheken

Digitale Bibliothek
Open Educational Resources - OER: Wie Einführung und Management in Bibliotheken gelingen kann

Komfortabel in unterschiedlichen Quellen suchen: DigiBib plus - der Discovery Einsatz in einer Großstadtbibliothek

Literatur
Die "Ästhetik des Humanen": Erkenntnisse aus dem Werk Heinrich Bölls für die Ethik in Öffentlichen Bibliotheken

Ausland
Mit vielen Ideen zurück in die Heimat: Goethe-Bibliothekare und -Bibliothekarinnen auf Entdeckungsreise durch Deutschland  

Was bringen uns Berlin, Brüssel und Genf? - Oliver Hintes Blog

https://oliverhinte.wordpress.com/2018/05/30/was-bringen-uns-berlin-bruessel-und-genf/

Hinweis auf drei Veranstaltungen, die für Bibliotheken interessant sind:

1 Momentan findet in Genf die 36. SCCR Sitzung statt. Auf der Agenda stehen einmal mehr exceptions and limitations for libraries and archives.

2 Bibliothekartag in Berlin

3 Ende Juni [2018] soll das JURI COMMITTEE über die DSM Richtlinie abstimmen (http://www.eblida.org/copyright-reform).

68. Helmholtz Open Science Newsletter vom 30.05.2018

Inhalt

EBLIDA: Copyright reform - Why should libraries care?

The judgement of the Court of Justice of the European Union in November [2017] has seen little if any progress towards effective solutions to allow libraries to lend eBooks. Moreover, the decision does not clarify if libraries are allowed to override contract terms or circumvent technological protection measures which prevent them from lending legally acquired content, in line with the one-copy-one-user model established by the Court. European legislation in this area would reduce legal uncertainty and allow libraries both to respond to demand, and to bring new readers in touch with new writers. 
http://www.eblida.org/copyright-reform

Marbach erwirbt Nachlass Bernard von Brentano

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat den Nachlass des Schriftstellers Bernard von Brentano (1901−1964) erworben. Dessen literarisches Hauptwerk ist der 1936 im Exil verfasste Roman "Theodor Chindler".
Das Archiv Bernard von Brentanos umfasst Manuskripte zu gedruckten und ungedruckten Romanen, Erzählungen, Theaterstücken, Essays und Kritiken. Margot von Brentano hatte dem Marbacher Archiv seit 1984 bereits Teile des Nachlasses ihres Mannes als Leihgabe übergeben. Auf ihren Wunsch hin übergaben die Söhne Michael und Peter von Brentano den gesamten Nachlass an das Deutschen Literaturarchiv Marbach. Zum übernommenen Bestand gehören Brentanos Korrespondenzen mit Weggefährten aus Literatur und Wissenschaft, u.a. mit Theodor W. Adorno, Gottfried Benn, Josef Breitbach, Alfred Döblin, Hans Fallada, Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, André Gide, Hermann Hesse, Theodor Heuss, Ödön von Horváth, Carl Gustav Jung, Ernst Jünger, Alfred Kantorowicz, Marie Luise Kaschnitz, Sinclair Lewis, Thomas Mann, Erwin Piscator, Joseph Roth, Carl Schmitt, Anna Seghers, Friedrich Sieburg, Upton Sinclair, Peter Suhrkamp, Gabriele Wohmann und Carl Zuckmayer. Zum Nachlass gehören außerdem Tagebücher und eine größere Sammlung von Fotografien.
Bernard von Brentano, Sohn des Hessischen Politikers Otto von Brentano, wurde 1901 in Offenbach geboren. Nach seinem Studium in Freiburg, München und Berlin machte ihn Joseph Roth 1925 zu seinem Nachfolger als Leiter des Feuilletons in der Berliner Feuilleton-Redaktion der "Frankfurter Zeitung". Dort knüpfte er enge Kontakte zu Walter Benjamin, Bertolt Brecht und anderen Autoren in der Weimarer Republik. Sein 1932 bei Rowohlt erschienenes Buch "Beginn der Barbarei in Deutschland", in dem er sich gegen den Nationalsozialismus wandte, wurde nach dessen Machtübernahme verboten. Mit seiner Frau verließ er schon 1933 Deutschland und ging ins Exil in der Schweiz. Dort schrieb er den größten Teil seines literarischen Werks, darunter vier Romane einschließlich seines Hauptwerks, "Theodor Chindler", und eine Biografie von August Wilhelm Schlegel. 1979 produzierte der WDR nach "Theodor Chindler" einen achtteiligen Fernsehfilm unter der Regie von Hans W. Geißendörfer. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1949 lebte Brentano in Wiesbaden. Er wurde Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Er starb 1964.

via https://www.boersenblatt.net/artikel-autor_des__theodor_chindler_.1475029.html

ordensgemeinschaften.at: Kirchliche Bibliotheken suchen größeren öffentlichen Resonanzraum

„Kooperationen der kirchlichen Bibliotheken in Österreich“ stand im Mittelpunkt der Jahrestagung kirchlicher Bibliotheken am 28. /29. Mai 2018 im Stift Schlierbach. Eingeladen haben die Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken und das Referat für Kulturgüter der Orden. „Regionale Vernetzung und Handschriften als Zugpferde.“
„Die ältesten Bücher sind in kirchlichen Bibliotheken. Handschriften werden mit großer Neugierde nachgefragt. Forschungsarbeiten können in Stille und Tiefe gemacht werden. Die Bibliotheken werden als besondere Krafträume erlebt.“ Helga Penz vom Referat der Kulturgüter sieht in den kirchlichen Bibliotheken einen besonderen Schatz für die Gesellschaft und Kirche, dem allerdings im internen Bereich oft mit zu wenig Wertschätzung von den jeweils Verantwortlichen begegnet wird. „Manche Bibliothekarinnen und Bibliothekare arbeiten unter der Wahrnehmungsschwelle ihrer Verantwortlichen.“ Deshalb geht das Treffen in Schlierbach möglichen neuen Kooperationen nach oder intensiviert bestehende Zusammenarbeitsformen. …
Siehe dazu weiter unter https://www.ordensgemeinschaften.at/artikel/4084-kirchliche-bibliotheken-suchen-groesseren-oeffentlichen-resonanzraum

Siehe auch; https://www.kathpress.at/goto/meldung/1638627/kirchliche-bibliotheken-suchen-mehr-oeffentliche-aufmerksamkeit

via http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=46265 

DFG-Information für die Wissenschaft Nr. 24: Stärkung des Systems wissenschaftlicher Bibliotheken

Wissenschaftliche Bibliotheken sind wichtige Empfänger von Fördermitteln zum Aufbau einer leistungsfähigen Informationsinfrastruktur. Daher nimmt der für die Förderung verantwortliche Ausschuss für wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme der DFG nun das Bibliothekssystem selbst in den Blick und stimuliert mit einem Impulspapier die Diskussion darüber, wie dieses unter den Bedingungen des digitalen Wandels auf Dauer gesichert werden kann.
Schon seit dem 19. Jahrhundert bilden die wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland ein System, durch das die Unterschiede im Leistungsspektrum zwischen den Einrichtungen ausgeglichen werden. Über viele Jahrzehnte war der Bestand einer Bibliothek das wichtigste Merkmal ihrer Leistungsfähigkeit. Unter den heute gegebenen Bedingungen des digitalen Wandels unterscheiden sich Bibliotheken jedoch vor allem aufgrund ihrer Angebote für standortübergreifende bibliothekarische Dienstleistungen. Bedingt durch unterschiedlich ausgeprägte IT-Kompetenzen erfolgt eine Ausdifferenzierung einerseits in Bibliotheken, die bestimmte Dienstleistungen entwickeln und anbieten, andererseits in solche, die auf die angebotenen Dienste zurückgreifen. Da jede Bibliothek zumindest in bestimmten Bereichen auf Dienstleistungen anderer Einrichtungen rekurrieren muss, entscheidet die funktionale Vernetzung von Bibliotheken über die Zukunftsfähigkeit des Gesamtsystems.
Mit Blick auf die bibliothekarische Infrastruktur, mit Blick auf die Bereitstellung von Inhalten für die Forschung sowie mit Blick auf die Erstellung von Katalogen und Nachweissystemen skizziert das Impulspapier wesentliche Bereiche, in denen sich die Effizienz des Bibliothekssystems heute aufs Neue erweisen muss. Angesichts der zunehmenden Ausdifferenzierung sind klare, verbindliche Absprachen zwischen den Bibliotheken erforderlich, wenn das Gesamtsystem seine Leistung für Wissenschaft und Forschung weiterhin erbringen soll. Zudem müssen wissenschaftliche Bibliotheken ihr Zusammenwirken nicht nur untereinander neu organisieren, sondern sich in fachspezifischen, standortübergreifenden Kooperationen stärker auch mit dem Wissenschaftssystem vernetzen. Schließlich muss in der Begutachtung von Anträgen und in der strategischen Begleitung von Projekten noch konsequenter danach gefragt werden, wie Vorhaben strukturell zur Leistungsfähigkeit des gesamten Bibliothekssystems beitragen.
Damit die infrastrukturelle Unterstützung von Forschung auf Dauer möglich bleibt, muss das Bibliothekssystem selbst zum Ziel des strategischen Handelns gemacht werden.

Weiterführende Informationen
Das Impulspapier ist zu finden unter:
 via http://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2018/info_wissenschaft_18_24/

Mit der DSGVO Intransparenz und Unsicherheiten in Europa erhöht


Von Elisabeth Simon, Simon-Verlag für Bibliothekswissen
„Europäischer Datenschutz – Einheitliches Recht oder Fleckenteppich?“ – eine Veranstaltung der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz. Die EAID hatte just an dem Tage zu ihrer Veranstaltung eingeladen, an dem die DSGVO in Kraft getreten war. Mittlerweile hatte auch der letzte der Teilnehmer bemerkt, dass dies der Fall war, weil alle unsere Postfächer mit Mails überschwemmt waren, in denen man uns bat, uns ihre Einwilligung zu weiteren Versendung ihrer jeweiligen Newsletter zu geben.
Mittlerweile scheinen sich fast alle Unternehmen, Verbände und öffentliche Einrichtungen von der soeben in Kraft getretenen Europäischen Datenschutz-Grundverordnung betroffen zu fühlen. Diese Vermutung lag nahe, wenn man sich die heterogene Zahl der Teilnehmer ansah, zu denen Repräsentanten der folgenden Eirichtungen gehörten: der Großindustrie (zum Beispiel Daimler, Verband der Deutschen Automobilindustrie, Vodafone), der Hochschulen (zum Beispiel Universität Konstanz, Leibniz Universität Hannover, Humboldt-Universität), der Forschungseinrichtungen (zum Beispiel Leibniz-Institut für Bildungsverläufe, Forschungsstelle für IT-Recht und Netzpolitik), der Parteien (von den Piraten und den Grünen), der Gemeinden (zum Beispiel Stadt Cottbus), der ARD-ZDF-Medienakademie, der Europäische Kommission sowie diverse Startups, Netzunternehmen, Unternehmensberatungen und mittelständische Firmen.
Die gesamte Veranstaltung kreiste um die Frage, ob durch die Europäische Datenschutz-Grundverordnung mehr europaweite Rechtsicherheit oder mehr Bürokratie oder sogar mehr Unsicherheit geschaffen wird. Dabei lautete die Standardantwort, wenn einer der Teilnehmer durch Fragen versuchte, eine für ihn bestehende Unklarheit zu klären: Das müsse erst in den kommenden Jahren durch die Gerichte geklärt werden. Damit schafft die DSGVO, die sich die Beseitigung von Intransparenzen auf die Fahne geschrieben hat, erst einmal selbst Intransparenz.
Vor einigen Jahrzehnten schickt die Regierung Brasiliens einen Wissenschaftler in die Bundesrepublik für eine Studie, die klären sollte, wieweit ein straffälliger Tatbestand zu ahnden ist, wenn der Straffällige darüber keine Kenntnis hatte. Dies war für ein Land mit einem hohen Anteil an Analphabeten eine wichtige Frage. Heute sind die Europäer zwar alphabetisiert geblieben, es stellt sich aber die Frage, ob selbst ein hochgradiges Vermögen, mit Texten umzugehen, ausreicht, um in den durch die DSGVO entstandenen Unsicherheiten zu bestehen. 
Da blieb Renate Nikolay, Kabinettschefin von Vera Jourova, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucherschutz und Gleichstellung, mit ihrem Optimismus, nach dem das neue Gesetz ein gute Basis für die digitale europäische Wirtschaft in ihrem weiteren Expansionsstreben ist und sich sogar für einen Export in andere Weltregionen eignet, ziemlich allein („Keynote: Datenschutz als ein europäisches Thema“). Ob das große Interesse an der DGSVO von den USA bis Japan, auf das Frau Nikolay abstellte, vor allem dem Zweck dient, sich vor negativen Auswirkungen zu schützen, damit man sich notfalls wie die Los Angeles Times von dem europäischen Kontinent abschottet? Frau Nikolay hob eine Broschüre in die Höhe, die die Kommission verfasst hat, damit die mittelständische Wirtschaft gut mit der Datenschutz-Grundverordnung umgehen kann. Dann muss man diese Broschüre ja nur noch an unsere KMUs verteilen.
Prof. Dr. Mark Cole (Universität Luxemburg), Rolf Bendrath (Europäisches Parlament) und Dr. Thilo Weichert (Netzwerk Datenschutzexpertise) legten unter „Umsetzungs- und Anpassungsgesetze der Mitgliedstaaten“ dar, dass die DGSVO den Europäischen Institutionen keinesfalls die Möglichkeit eines Durchregierens in den Mitgliedsländern gibt. Vielmehr wird diesen in §85 ausdrücklich ein Gestaltungsauftrag gegeben. Allerdings müssen die Mitgliedsstatten mit dem neuen Gesetz einen Mindeststandard gewährleisten, zumal Artikel 6 des Lissabon-Vertrages den Bürgern der EU hier ein Grundrecht gibt. Allerdings ließe sich hier die Befürchtung äußern, dass die deutschen Behörden in gewohntem Perfektionsbemühen und in einem extrem aufgeheizten Klima der Datenschutzdiskussion eine weitergehende Regulierungs- und Kontrolldichte schüfen als beispielsweise die südeuropäischen Länder.
Auch zeichnete sich ab, dass der bisher in der Bundesrepublik föderal organisierte Datenschutz mit seinen 18 Datenschutzbehörden einem Zentralisierungsdruck unterliegt. Das habe sich bereits 2017 gezeigt, als der Datenschutz teilweise in die Finanzhoheit des Bundes verlagert wurde. Auch müssten die Datenschutzbehörden wegen der Ausweitung ihrer Tätigkeiten neu aufgestellt werden. So umfassen ihr Tätigkeitsspektrum nunmehr Betriebsvereinbarungen, das Forschungsprivileg (also die Verarbeitung von Daten zu wissenschaftlichen Zwecken), den Privacy Shield und den zweistufigen Test zum Ausgleich der Interessen zwischen der Verarbeitung von Daten und den davon Betroffenen, so Prof. Dr. Johannes Caspar, Hamburgischer Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit („Neuaufstellung der Datenschutzbehörden in der EU“). Dass die DGSVO auch mit Kompetenzeinbußen verbunden sein kann, wurde gestern in der Frankfurter Allgemeinen berichtet: Der Hamburger Datenschutzbeauftragte hatte Facebook verboten, die Nutzerdaten von Whatsapp in Deutschland mit denen von Facebook zu kombinieren. Nachdem die DGSVO in Kraft getreten ist, hat Facebook eben damit begonnen, weil nunmehr nicht Hamburg, sondern Irland auch für Facebooks Geschäfte in Deutschland zuständig ist. Ein Zeichen dafür, dass es die großen Internet-Konzerne schon schaffen, den Nachstellungen der EU-Behörden zu entkommen, nicht aber die Mittelständler und schon gar nicht die kleinen Verlage, Freelancer und Blogger?
Spätestens als Susanne Dehmel von der Geschäftsführung des Bitkom Digitalverbandes den „Betrieblichen Datenschutz“ thematisierte, wurden wieder die Befürchtungen der Wirtschaft mit Blick auf die möglichen finanziellen Sanktionen und ein ungutes Gefühl angesichts einer sehr weitgehenden Abhängigkeit vom guten Willen der Datenschutzbehörden laut. Ein Zwischenruf ließ den latenten Unmut dann aufbranden: Einigkeit besteht darin, dass die DGSVO zu hohen indirekten Kosten (beispielsweise durch die umfassenden Dokumentationspflichten in den Unternehmen) und zu hohen direkten Kosten (beispielsweise durch die notwendig gewordenen besseren Ausstattungen der Datenschutzbehörden) führt. Wie letzteres finanzieren? Wie wäre es, wenn die Datenschutzbehörden sich selbst finanzieren, indem sie Unternehmen, die einen Fehler begangen haben, entsprechend zur Kasse bitten?
Auch wurde von der teilnehmenden Wirtschaft der Vorwurf erhoben, die EU und die Bundesregierung habe zwar mit den Internet-Konzernen, nicht aber mit der weiteren Wirtschaft gesprochen. Als Folge gehe die DSGVO weit an der Lebenswirklichkeit der Wirtschaft und vor allem der kleinen Gewerbetreibenden vorbei.
Mit der DGSVO hat Europa zum Abbau populistischen Ressentiments nichts beigetragen. Hier müssen aber Europa und Deutschland dringend besser werden, wie auch die aktuellen Wahlergebnisse in Italien zeigen.

Monopolkommission gegen Buchpreisbindung - kein Schutz vor Onlinekonkurrenz

Die Monopolkommission, die die Bundesregierung in Wettbewerbsfragen berät, empfiehlt die Abschaffung der Buchpreisbindung. Die Preisbindung für Bücher sei ein schwerwiegender Markteingriff, dem ein nicht klar definiertes Schutzziel gegenüberstehe, heißt es in einer Mitteilung zu einem am Dienstag veröffentlichten Sondergutachten der Kommission. Es sei fraglich, ob die Buchpreisbindung einen "kulturpolitischen Mehrwert" schaffe, der den Markteingriff rechtfertige.
Nach Ansicht der Monopolkommission verlangsamt die Buchpreisbindung zwar den Strukturwandel im stationären Buchhandel, sie könne ihn aber nicht unterbinden. Die Buchhandlungen verlören kontinuierlich an Marktanteilen zugunsten des Online-Handels. Deshalb sei fraglich, ob die herkömmliche Infrastruktur für den Buchvertrieb noch die ihr zugesprochene Rolle spiele. Zudem sei wahrscheinlich, dass der Europäische Gerichtshof im Hinblick auf E-Books die Buchpreisbindung für unvereinbar mit der europäischen Warenverkehrsordnung erklären werde. 2016 hatte der Bundestag die Buchpreisbindung auch auf E-Books ausgedehnt. ... [mehr] https://heise.de/-4060614

Streit um die Buchpreisbindung neu entfacht / Georg Giersberg In: FAZ 29.05.2018

Der Streit um die Buchpreisbindung ist wieder eröffnet. Die Monopolkommission, ein fünfköpfiges Beratungsgremium der Bundesregierung unter Vorsitz von Professor Achim Wambach, setzt sich in einem am Dienstag veröffentlichten Gutachten „für eine Abschaffung der Buchpreisbindung“ ein. Sie besagt, dass Verlage in Deutschland „verbindliche Preise beim Verkauf an Letztabnehmer“ festlegen, also Bücher überall gleich teuer sind.
Für den Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist genau diese Preisbindung Garant dafür, dass „der deutsche Buchmarkt, mit gut 9 Milliarden Euro Umsatz der zweitgrößte der Welt, ein Vorbild für Qualität und Vielfalt“ ist. „Die Preisbindung garantiert ein breites und vielfältiges Buchangebot“, schreibt der Börsenverein in seiner Stellungnahme zum Sondergutachten der Monopolkommission.
Diese vermag genau diese Effekte der Preisbindung aber nicht zu erkennen. Die Buchpreisbindung sei ein schwerwiegender Markteingriff. Der dürfe nur bei guter Begründung erfolgen. Gerade die sehen die Wettbewerbshüter nicht gegeben. Zwar sei das Buch an sich durchaus ein schützenswertes Kulturgut und dieser Schutz auch ein anzuerkennendes kulturpolitisches Ziel. Dieses auch auf EU-Ebene anerkannte Ziel rechtfertige einen Eingriff in den europarechtlich geregelten freien Warenverkehr aber nur dann, wenn erstens dieses Ziel eindeutig definiert sei. ... [mehr] http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/streit-um-die-buchpreisbindung-neu-entfacht-15613625.html