Donnerstag, 26. April 2018

Landesmuseum Württemberg gibt jüdischen Besitz zurück

Auf dem freien Markt hätte Siegfried Lämmle, ein Vielfaches für seine Sammlerstücke erhalten. Doch der 1863 in Laupheim geborene Lämmle, der in München eine Kunst- und Antiquitätenhandlung betrieb, musste 1935 wie alle jüdischen Kunsthändler sein Geschäft aufgeben. Er war gezwungen, seine Kunstobjekte deutlich unter Wert zu verkaufen. Nun haben Lämmles Erben zumindest sieben dieser Objekte zurückerhalten. Das Stuttgarter Landesgewerbeamt erwarb 1936 und 1937 die kunsthandwerklichen Stücke aus Lämmles Besitz. In den 60er Jahren gelangten sie ins Landesmuseum Württemberg. Cornelia Ewigleben, Direktorin des Landesmuseums, und Claudia Rose vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst haben die sieben Stücke an Lämmles Urenkelin zurückgegeben. Das Landesmuseum ist auf die Objekte - Gefäße aus dem 16. bis 18. Jahrhundert - im Zuge seiner Provenienzforschung gestoßen.
Siegfried Lämmle emigierte 1938 in die USA, wo sein Bruder Carl Lämmle bereits lebte und die Universal Picture Studios gegründet hatte. Siegfried Lämmle eröffnete in Los Angeles eine Galerie, er starb 1953.     

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