Mittwoch, 5. Juli 2017

Gurlitt-Unterlagen im Bundesarchiv zugänglich

Im Bundesarchiv können rund 22.000 digitale Dokumente mit geschäftlichem und vorwiegend geschäftlichem Charakter aus dem Nachlass des Kunsthändlers Cornelius Gurlitt (1932-2014) eingesehen und für die Provenienzrecherche genutzt werden. Nachdem Mitte Dezember 2016 das Erbe des Kunstmuseums Bern gerichtlich bestätigt wurde, könne jetzt Einsicht in die Dateien aus dem Nachlass Gurlitts an den Standorten Koblenz, Berlin-Lichterfelde, Freiburg und Bayreuth in den Lesesälen des Bundesarchivs genommen werden, teilte das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste am 03.07.2017 in Magdeburg mit.

Der Nachlass Gurlitts ist vom Münchner Zentralinstitut für Kunstgeschichte in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte erschlossen und digitalisiert worden, um ihn für die Provenienzforschung verfügbar zu machen. Die Dokumente wurden nach den Vorgaben des Archivs gesichtet, inventarisiert und sortiert. Erstellt wurde zudem ein ausführliches, über 250 Seiten umfassendes Findmittel zu einem Großteil der Korrespondenz. 

Die schon seit 2016 im Bundesarchiv recherchierbaren digitalisierten Fotos aus dem Nachlass Gurlitt werden damit um die geschäftliche Korrespondenz aus dem Nachlass ergänzt und stehen nun der Forschung an einer Stelle zur Verfügung. Der im Mai 2014 verstorbene Cornelius Gurlitt hatte seine Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht. 2012 war die Sammlung beschlagnahmt worden. Seitdem wird nach der Herkunft der Bilder geforscht. Cornelius Gurlitt hatte die Werke von seinem Vater Hildebrandt Gurlitt, Adolf Hitlers Kunsthändler, geerbt.

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