Donnerstag, 23. März 2017

Musikhistorische Sammlung Jehle im Stauffenberg-Schloss in Lautlingen

Von meinem Ausflug nach Albstadt-Lautlingen zum Stauffenberg-Schloss am 22.03.2017 habe ich eine "Entdeckung" mit nach Stuttgart gebracht, die noch weitgehend unbekannt ist (vielleicht täusche ich mich aber). 

Mein Interesse galt in erster Linie der Stauffenberg-Gedenkstätte, die sich im Schloss befindet: Die Ausstellung dokumentiert den Werdegang des Widerstandskämpfers Claus Schenk Graf von Stauffenberg, angefangen von seinen Jugendjahren, seiner Erziehung und Ausbildung, seiner Einstellung zum Nationalsozialismus bis hin zu seinem Wandel vom Befürworter zum entschiedenen Gegner der NS-Politik. Darüber hinaus wird auch die Rezeptionsgeschichte des Widerstands nach Kriegsende ausführlich beleuchtet. Neben den Ereignissen um den 20. Juli 1944 nimmt die Familiengeschichte der Stauffenbergs in der Ausstellung breiten Raum ein. Familienfotos, Briefe, Gedichte und verschiedene Objekte aus dem ehemaligen Schlosshaushalt illustrieren das Alltagsleben der Familie Stauffenberg im Lautlinger Schloss. Faszinierend war für mich vor allem, am Ort des "Geschehens" gewesen zu sein. Ich kann mir jetzt viel besser vorstellen, wie z.B die Gestapo durch das Tor in den Schlosshof fuhr und die Familie in Sippenhaft nahm. Auch die Objekte aus der Jugendzeit der Brüder Stauffenberg (wie die noch erhaltenen Ski) machen die Biographien von Claus, der noch am Abend des 20.07.1944 nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler im Hof des Bendlerblocks erschossen wurde, Berthold, der einen Monat nach seinem Bruder am 10.08.1944 in Plötzensee erhängt wurde, und Alexander ungemein anschaulich.
Schloss Stauffenberg in Albstadt-Lautlingen
Fotos und Büsten von Claus, seinen Brüdern und seinem Vater

Jetzt aber zur "Entdeckung", der Musikhistorischen Sammlung Jehle, die auf der Website von Albstadt vorgestellt wird (https://www.albstadt.de/Musikhistorische-Sammlung-Jehle):

"Die Musikhistorische Sammlung Jehle umfasst Streich- und Zupf-, Holz- und Blechblas- und vor allem Tasteninstrumente. Besonders schöne Stücke sind ein Cembalo des ausgehenden 17. Jahrhunderts, ein Hammerklavier (um 1780), das Mozarts Klavierbauer Johann Andreas Stein zugeschrieben wird, und ein repräsentativ gestalteter Schrankflügel aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Anhand der ausgestellten Instrumente können Besucher die Entwicklung des Klavierbaus lückenlos nachvollziehen. Im Dachgeschoß befindet sich die komplett eingerichtete Werkstatt des Geigenbauers Herbert Moritz Mönnig, der von 1934 bis 1975 im obersten Stock des Musikhauses Johannes Jehle in Ebingen gearbeitet hat. Zur Sammlung gehört eine umfangreiche Bibliothek: Noten, Liederbücher, Gesang-, Choral- und Messbücher (ab dem 16. Jahrhundert), Fachliteratur auf den Gebieten Musiktheorie, Musikgeschichte, Instrumentenbau, Instrumentenbauer , Firmengeschichte, zahlreiche Fachzeitschriften, Autographen (Kompositionen, Briefe etc.), außerdem eine umfangreiche Sammlung teils handkolorierter Bilder (ab etwa 1840). Die Bibliothek ist eine Präsenzbibliothek."
Komplette Geigenbauer-Werkstatt von Herbert Moritz Mönnig

Es gibt auch ein Bestandsverzeichnis, das bereits in der vierten Überarbeitung vorliegt (Stand: April 2015). In dem Verzeichnis sind nicht nur die historischen Musikinstrumente aufgelistet, sondern auch die umfangreichen Bibliotheksbestände. Überrascht hat mich u.a. die Vielfalt der Gesangbücher, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Das Bestandsverzeichnis kann unter https://www.albstadt.de/uploads/142996587858.11.pdf abgerufen werden.    

    

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