Mittwoch, 9. November 2016

Interview mit Otto Rienhoff zu den Empfehlungen des Rates für das Wissenschaftssystem in Deutschland

Unter dem Titel „Leistung aus Vielfalt“ hat der 2014 gegründete Rat für  Informationsinfrastrukturen (RfII) im Juni 2016 sein erstes Positionspapier veröffentlicht. Er spricht darin Empfehlungen aus, die „zukunftsfähige Bedingungen für das Management von Forschungsdaten schaffen sollen“ und „gemäß dem durch die GWK2 erteilten Auftrag an den RfII (...) das Gesamtsystem von Wissenschaft in Deutschland“ betreffen. Im Zentrum der Empfehlungen steht „die Etablierung einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) als künftiges neues Rückgrat für das Forschungsdatenmanagement in Deutschland“.
Es seien Informationsinfrastrukturen zu entwickeln, die der Wissenschaft die Services zur
Verfügung stellen, die sie wirklich braucht, so der Ratsvorsitzende Professor Dr. med. Otto
Rienhoff im Sommerinterview mit b.i.t.online. Fördermechanismen müssten angepasst werden und Forschende lernen, in diesem Evolutionsprozess eine Rolle zu übernehmen.  Dabei soll die Vielfalt „auf jeden Fall erhalten“ und „keinesfalls eine hierarchische Struktur im Sinne einer zentralen Einrichtung aufgebaut werden“. Der Rat will vielmehr „eine qualitative Koordinierung“ der ungezählten Initiativen und Projekte in Gang bringen. „Es hat keinen Sinn, millionenschwere Förderungen durchzuwinken, ohne dass eine  Infrastrukturplanung da ist“, so Rienhoff. „Das System wird weiter bunt bleiben und bunt weiterwachsen. Aber es muss effizienter werden als bisher. Sonst ist das einfach nicht zu stemmen.“ Das Gespräch führte b.i.t.online Chefredakteur Dr. Rafael Ball, Direktor der ETH-Bibliothek, Zürich.


via b.i.t. online 19 (2016) Nr.5

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