Mittwoch, 24. August 2016

FAZ-Artikel setzt sich kritisch mit Urheberrechts-Gutachten des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie auseinander

Lehrbücher sind der Frau Ministerin unbekannt


Produktpiraterie? Halb so schlimm. Das Bildungsministerium stützt sich im Urheberrecht auf ein dürftiges Gutachten. Und folgt damit dem blinden Urteil von Lobbyisten. 

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/urheberrecht/urheberrechtsdebatte-ein-gutachten-aus-lobbyhand-14400858.html

Der Stuttgarter Journalist Adrian Lobe weist auf die "Dürftigkeit" des Gutachtens hin und nimmt mit Staunen zur Kenntnis, dass eine vom Bundesministerium in Auftrag gegebene Studie "für die Rationalität des Rechtsbruchs plädiert". Wortwörtlich heißt es in der Studie: "Urheberrechtsverletzungen können auch eine rationale Entscheidung sein, die auf dem besseren Kosten-Nutzen-Verhältnis von illegalem Medienkonsum basiert." Neben ökonomischen Motiven könnten auch "zahlreiche nicht-ökonomische Motive Piraterie begründen". Aus Sicht von Lobe liest sich "das Gutachten über weite Strecken wie ein Empfehlungsschreiben der IT-Lobby, der ein geschliffenes Urheberrecht zupasskäme. Es ist in höchstem Maße irritierend, dass das Ministerium ein so einseitiges Papier zur Grundlage des Gesetzgebungsverfahrens machen will und sich den fremden Standpunkt ungefiltert zu eigen macht "
(via http://www.boersenblatt.net/artikel-gutachten_des_bildungsministeriums.1233249.html). 
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Die Studie des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie mit dem Titel "Ökonomische Auswirkungen einer Bildungs- und Wissenschaftsschranke im Urheberrecht", die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entstand, basierte auf einer Fragebogenaktion, die von 303 wissenschaftlichen Bibliotheken und 133 Stadtbibliotheken beantwortet wurde. 

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